Mittwoch, 10. Februar 2010

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Achilles' Verse

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24.02.2009
 

Achilles' Verse

Hooligans auf vier Beinen

Gewalttätig, dumm, inkontinent: Hunde sind eine Heimsuchung für jeden Läufer, zumal deren Halter überforderte Streetworker sind, wie Achim Achilles aus leidvoller Erfahrung weiß. Da hilft nur noch ein Flug nach Sakon Nakon, wo man das Beste aus Hunden macht.

Am Sonntag war es wieder soweit. Eine Laufkollegin unweit des Verfallsdatums kam uns entgegen, grüßte nett und begann wenige Sekunden später zu schreien. Was war passiert? Konnte sie meine Gedanken lesen?

Hund und Halter: Gefährliche Kombination - wer hat mehr Biss?
AP

Hund und Halter: Gefährliche Kombination - wer hat mehr Biss?

Viel schlimmer. Ein Köter hatte einen armdicken Ast aus dem Gebüsch gezerrt und damit den Waldweg beschrankt. Die Läuferin bekam den Knüppel vors Schienbein, jaulte, fluchte, lief aber tapfer weiter, anstatt ein ohnehin unergiebiges Gespräch mit dem Hundehalter anzuzetteln, der das Wort "Leinenzwang" offenbar nie gehört hatte.

WWW.ACHIM-ACHILLES.DE

Seit vier Jahren schreibt er seine Kolumnen, jetzt geht Kultläufer Achim Achilles online - mit seiner Web- Seite www.Achim- Achilles.de. Das Portal bietet den Millionen Läufern hierzulande Infos, Tipps und Spaß - für Einsteiger wie Laufprofis. Die lebendige Läufer- Community tauscht letzte Weisheiten aus, ein halbes Dutzend Experten berät kostenlos. Immer nach dem Motto des Bestseller- Autors Achilles: "Laufen, leiden, lachen, leben".
Eine Brandenburger Glatze wäre für einen vergleichbaren Hieb mit dem Baseballschläger umgehend eingelocht worden - völlig zu Recht. Die Töle aber kam wie immer straffrei davon. Und sie war nicht die einzige. Über Kilometer sprangen, kläfften und schnappten die Biester an diesem Sonntagmorgen oder standen einfach nur hohl glotzend im Weg herum. Der Umgang mit den Ungeheuern ist eine Wissenschaft für sich.

Hunde sind die Hooligans des Waldes und ihre Besitzer überforderte Streetworker. Die Viecher sind gewalttätig, dumm, laut und pinkeln überall hin. Da kann man auch gleich in die Ostkurve vom Olympiastadion zu den Hertha-Hardlinern gehen. Echte Hools haben wenigstens immer ein Notbier dabei; Vierbeiner dagegen allenfalls ein Stöckchen.

Hunde sind der Beweis, dass Darwin doch nicht recht hatte. Von wegen "survival of the fittest". Hunde können sich weder Essen fangen noch einen Dosenöffner bedienen. Sie würden in einer Winternacht draußen erfrieren und taugen auch als Nutztiere nichts, mal abgesehen von Huskys. Auf Hunden kann man nicht reiten, sie ziehen den Pflug nicht, jagen nicht mal Mäuse. Alles was sie hinkriegen, ist dieser elende Bettelblick, um wieder ein Leckerli abzustauben. Selbst Küchenschaben haben mehr Talente als Hunde.

Die von der Evolution übergangenen Kotmaschinen werfen vor allem ein seltsames Licht auf ihre Besitzer. Denn Menschen mit Hundehintergrund sind gesellschaftlich kaum integrierbar, sie bilden Parallelgesellschaften, wo über nichts anderes als Hunde und ihre Beschränktheiten geredet wird. Vor allem morgens streunen Dog-Matiker nur verschleiert durch die Straßen, damit man sie nicht erkennt, wenn ihre vierbeinigen Attentäter die Tretminen für die Schulkinder verlegen. Ihr Tütchen tragen sie seit Jahren unbenutzt bei sich.

Zwar sind Menschen mit Hundehintergrund in notorischer Rücksichtslosigkeit vereint, dennoch lassen sich vier Gefahrenklassen ausmachen.

Klasse 1: Spielzeug, harmlos

Hund: bibbernd, schreckhaft, passt in die Handtasche

Name: Paris, Orlando, Oskar

Abwehr: Einfach laut brüllend drüber laufen. Die wenigen Klugen springen zur Seite.

Halter: magersüchtig, depressiv, wortkarg

Dialog:
Halter:
"Das Gebrüll muss doch nicht sein..."
Läufer: "Aber es macht Spaß."

Klasse 2: Schaf, merkt nichts

Hund: Tolpatschig, schwerfällig, steht immer quer zum Weg

Name: Erwin, Donald, Groucho

Abwehr: Möglichst geräuschlos drumherum laufen.

Halter: Rotweinnase, Zeit-Leser, Paisley-Schal mit viel Lila

Dialog:
Halter: "Komm' her, Donald." Donald: Legt sich hin.
Läufer: "Lebt der noch?"

Klasse 3: Kläffer, lästig

Hund: Hektisch, aggressiv, nicht größer als ein Dreimonatsferkel

Name: Herr Schmidt, Forrest, Kalle

Abwehr: Tritte antäuschen, Zickzack-Sprint, Stock auf dünne Stelle im Eis werfen

Halter: hektisch, aggressiv, Landlord-Outfit

Dialog
Halter:
"Ich zeig' Sie an, Sie Tierquäler."
Läufer: Steckt das Pfefferspray wieder ein: "Das mach ich sonst nie. Ich wollte nur spielen."

Klasse 4: Killer, gnadenlos

Hund: breitschultrig, aggro, hässlich, Modell Bushido

Name: Slip Knot, Devil, Bloodsucker

Abwehr: Nuklearsprengkopf; falls gerade nicht zur Hand, rauf auf den nächsten Baum

Halter: Werbe-, Entertainment- oder Gebrauchwagenbranche, weite Pupillen, Mantel mit Echtpelzkragen

Dialog:
Halter:
schweigt.
Läufer im respektvollen Langsamerwerden: "Hat er gefrühstückt?"
Halter: schweigt.
Läufer im Überholversuch: "Sieht total nett aus."
Halter: schweigt.
Hund: knurrt.
Läufer: beschleunigt wortlos, weil er das hungrige Hecheln der Bestie im Nacken spürt

Wird Zeit, dass die Läufer Berlins zusammenlegen und einen Hundetransportflug nach Thailand sponsern. Dort, in Sakon Nakon, wird angeblich das beste Hundegulasch Südostasiens angerichtet.

Entschlack Dich fit: Pünktlich zur Fastenzeit empfiehlt Achim Achilles allen Läufern die Aktion "Sieben Woche ohne", die große Fastenaktion auf Achim-Achilles.de.

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