Hi Achim,
mein Kumpel und ich haben jetzt auch angefangen zu laufen. Allerdings verzichten wir auf jeden technischen Schnickschnack und versuchen, auf unsere inneren Signale zu achten. Ich habe geplant, zweimal die Woche zu laufen. Mein Kumpel ist allerdings ein oller Bummler. Ich muss immer warten, bis er die Möglichkeit bekommt, sein Häufchen tief im Wald zu setzen, gelegentlich zu schnüffeln und sein Beinchen zu heben. Hund halt. Deswegen habe ich jetzt drei Fragen: 1. Wenn der Kollege mal wieder im Wald schnüffelt und ich warten muss - muss ich dann so idiotisch auf der Stelle weiterrennen oder kann ich mir das schenken? Ich habe bisher immer alle belächelt, die das gemacht haben, bin aber jetzt doch verunsichert. 2. Brauche ich einen Pulsmesser oder langt es, wenn ich einfach nach Gefühl laufe und darauf achte, dass es mir und dem Hund Spaß macht? Was muss ich beachten? 3. Schuhe: Brauche ich wirklich diese sündhaft teuren und meist ausgesprochen hässlichen Laufschuhe, oder tun es auch die billigeren? Worauf soll ich achten? Marke No-Name? Tun es auch meine Tennisschuhe oder sind die gänzlich ungeeignet?
Wuff, Snoopy und Rolf
Lieber Rolf,
erstens: Wer auf Hunde wartet, der strickt seiner Gattin auch Walking-Waden-Wärmer. Zweitens: Zur konkreteren Beantwortung deiner Fragen müssten wir wissen, welche Ziele du verfolgst. Hier mal ein
paar Einsteigertipps zur Orientierung. Wenn du dich einfach nur bewegen willst, brauchst du keinen Pulsmesser. Drittens: Wenn nichts weh tut, kannst du auch auf High Heels laufen. Ein Paar ordentlicher Laufschuhe schaden aber trotzdem nichts; gibt's im Ausverkauf für die Hälfte.
Dein Hunde-Versteher Achim
Hallo Rolf,
wenn Wuff stehen bleibt, um zu schnüffeln, solltest du einfach weiterlaufen. Er holt dich ein. Lass erst gar nicht einreißen, dass er denkt, er sei der Boss. Dann kannst du das Laufen mit ihm vergessen. Also nicht wegsprinten, aber bestimmt und stetig weiter entfernen. Im Ernstfall umkehren und zurücklaufen. Damit umgehst du das alberne "Auf-der-Stelle-Trippeln". Eine Pulsuhr brauchst du beim Hundebetreuungs-Joggen sicher erst mal nicht - erst wenn du an anstrengendere Läufe gehst, ist eine Pulskontrolle unerlässlich. Wenn du jedoch merkst, dass du dich selbst überforderst, kann eine Pulsuhr dich auf ein gesundes Tempo herunterbremsen. Bei den Schuhen jedoch rate ich dir zu einem wirklich guten Paar Laufschuhe. Lass dich dazu im Fachgeschäft beraten, es wird sich positiv auf deine Gesundheit auswirken. Euch viel Spaß im tiefen Wald, beim Rennen und Schnüffeln und beim Wenig-Stehenbleiben.
Jens Karraß
Hallo Snoolf,
noch vergessen: Manche Hundetrainer empfehlen auch eine
spezielle Joggingleine. Die erspart dir vielleicht das unwürdige Herumtrippeln und sorgt bei anderen Läufern für Entspannung. Was den Laufschuhkauf angeht, empfehle ich dir
diese Tipps.
Knurr, Achim
Lieber Achim,
eigentlich bin ich kein Langschläfer. Ich stehe früh auf, ich arbeite früh, aber was ich morgens überhaupt rein gar nicht hinkriege, ist laufen. Da spinnt mein Kreislauf, mein Puls rast, und zur Erholung brauche ich ewig. Dagegen liebe ich Läufe gegen Abend, wenn die Sonne untergeht, wenn's kühler wird. Meine Frage wäre: Gibt es Marathons, die abends stattfinden und wo es auch nicht so furchtbar heiß ist? Hast du Erfahrung mit den "Northern Marathons" am Loch Ness, in Reykjavik und am Polarkreis? Nicht, dass ich jetzt sofort einen laufen wollte. Aber ich hätte gerne einen, auf den ich mich freuen und hintrainieren kann. Damit habe ich jetzt wahrscheinlich ein halbes Dutzend Steilvorlagen für dumme Kommentare geliefert. Bin gespannt auf die Antwort.
Gruß, Michael
Lieber Michael,
der
Mannheim-Marathon startet abends, dafür ist er in Mannheim. Irgendwas ist ja immer. Aber jetzt kannst du loslegen. Nächstes Jahr im Mai, bist du dabei!
Klemmbrett-Karraß
Lieber Michael,
wie wäre es mit dem
Fidelitas-Nachtlauf? Vorteil 1: Dort sieht man nicht, wenn du auf den 80 Kilometern bleich wirst oder dich zwischendurch mal herzhaft übergibst. Vorteil 2: Bis zum Zielschluss hast du 16 Stunden Zeit.
Fröhliches Nachtwandern, Achim
Leser antworten Lesern:
Hallo Achim,
Leser Christian fragte kürzlich, ob man vor dem Training etwas essen oder mit nüchternem Magen trainieren sollte. Ich selbst laufe am Wochenende grundsätzlich ohne etwas zu essen und zwar auch Läufe über zwei Stunden. Nur Wasser nehme ich mit. Das klappt aber nur, wenn ich direkt vor der Haustür los laufe. Bei Wettkämpfen mit Anfahrt und Warterei bis zum Start riskiere ich nichts und nehme ein, zwei Stunden vorher Honigbrot, Banane und gesüßten Tee zu mir. Anderes herum kann ich zwar abends nach der Arbeit zwischen 17 und 19 Uhr gleich los laufen - dann meldet sich aber mit Sicherheit der Magen nach rund drei Kilometern, und die Beine werden wacklig. Also esse ich vor dem Lauf zwei Schokoriegel, warte 15 Minuten und laufe dann die Einheit. So kann ich sicher sein, dass alles halbwegs gutgeht. Christian kann ich nur raten, mal die eine oder andere Einheit ohne Frühstück zu machen und zu sehen, wie er drauf reagiert. Morgenlaufen regt Kreislauf und Fettverbrennung an - kann ich daher jedem nur empfehlen.
Gruß, Andreas
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Achilles | RSS |
| alles zum Thema Achilles' Ferse - Beratung | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH