Fastende Bischöfin Käßmann "Ich verzichte auf Alkohol"

Göttliche Bewegung: Im Interview mit Achim-Achilles.de erklärt Bischöfin Margot Käßmann, warum für sie Glaube und Laufen zusammengehören, weshalb sie derzeit fastet und warum das eine erfüllende Erfahrung ist.


Achim-Achilles.de: Frau Käßmann, viele Leser von Achim-Achilles.de mühen sich gerade durch die Fastenzeit. Machen Sie ihnen doch einmal Mut: Warum lohnt es sich durchzuhalten?

Weintrinkerin: Freiwillige Abstinenz während der Fastenzeit
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Weintrinkerin: Freiwillige Abstinenz während der Fastenzeit

Käßmann: Fasten bringt eine Chance für einen neuen Blick auf das Leben und unsere Welt mit sich. Es geht um eine Konzentration auf das, was wirklich wichtig ist im Leben. Jesus selbst ging zum Fasten in die Wüste, um Klarheit über seinen Auftrag, sein Verhältnis zu Gott zu gewinnen. Meine Erfahrung ist, dass für uns auch heute Fasten dazu ein Weg sein kann.

Achim-Achilles.de: Was meinen Sie konkret?

Käßmann: Existentielle Fragen, die wir im Alltag oft verdrängen, können durch Fastenzeiten Raum erhalten. Wie will ich leben? Was macht Sinn? Was bedeutet Gott für mich? Nur Mut, versuchen Sie es! Die Erfahrung wird Sie bereichern.

Achim-Achilles.de: Worauf verzichten Sie gerade?

Käßmann: Ich verzichte auf Alkohol.

Achim-Achilles.de: Fällt Ihnen das schwer?

Käßmann: Ja, ich merke auf einmal, wie sehr ein Glas Wein am Abend zur Gewohnheit werden kann. Aber ich will das Fasten auch nicht zum Gesetz machen. Die alten Mönche hatten da wunderbare Ausnahmen, etwa den Sonntag und Zeiten "auf Reisen".

Achim-Achilles.de: Sie sind begeisterte Läuferin. Wie kam es dazu?

Käßmann: 1986 hatte ich eine dreijährige Tochter und bekam Zwillinge. Ich hatte das Gefühl, ich sitze nur noch im Haus oder schiebe einen Kinderwagen. Laufen war Zeit für mich selbst und Bewegung im eigenen Rhythmus.

Achim-Achilles.de: Wie oft trainieren Sie?

Käßmann: Training würde ich das nicht nennen. Ich laufe zwei oder drei Mal in der Woche um den Maschsee in Hannover, das sind rund sieben Kilometer.

Achim-Achilles.de: Viele Läufer trainieren, weil sie unzufrieden mit ihrem Gewicht sind. Sie auch?

Käßmann: Nein, der Anlass war wirklich das Gefühl, etwas für mich zu tun. Aber ich merke natürlich, dass es durch das Laufen leichter ist, mein Gewicht zu halten.

Achim-Achilles.de: Wie wichtig ist Ihnen Ihr Körper?

Käßmann: Mir ist wichtig, mit meinem Körper verantwortlich umzugehen. Aber ich bin jetzt 50, ich merke, dass sich das Altern kaum aufhalten lässt. Und ich weiß, dass Menschen nicht nur glücklich sein können, wenn sie in Topform sind. Manchmal, bei Besuchen in einem Behindertenheim etwa, erlebe ich sehr glückliche Menschen, die mit erheblichen Einschränkungen leben müssen.

Achim-Achilles.de: Woran denken Sie beim Laufen? An Gott oder an die Dusche zu Hause?

Käßmann: Oft nehme ich die Losung mit, den Bibelvers für den Tag. Oder ich denke über den Predigttext nach. Oder ich freue mich einfach, dass die Vögel zwitschern, die Luft gut ist. Die Mystiker haben gesagt, wenn der Atem einen Rhythmus hat, kann ich loslassen und frei werden für das Gespräch mit Gott. Das erlebe ich manchmal auch so.

Achim-Achilles.de: Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie sich teure Laufklamotten kaufen?

Käßmann: Richtig teure Laufklamotten, Pulsmesser und so weiter habe ich gar nicht. Aber bei Schuhen spare ich nicht. Allerdings ohne schlechtes Gewissen, weil ich denke, das ist wirklich entscheidend, sonst schadet das Laufen mehr als es nützt.

Achim-Achilles.de: Wie gefällt Ihrer Kirche, dass Sie im Sommer in luftiger Kleidung durch die Gegend rennen?

Käßmann: Am Anfang gab es da tatsächlich ein bisschen Stirnrunzeln: Geht das denn? Aber inzwischen grüßen mich andere Läufer fröhlich, und wir schicken sogar ein Kirchenteam zum Hannover-Marathon mit T-Shirts "Evangelische Kirche - laufend dabei". Und wir haben einen Nordseelauf initiiert unter dem Motto "Mach nicht Halt - lauf gegen Gewalt". Da werden die Läufer morgens mit biblischer Besinnung auf die Strecke geschickt.

Achim-Achilles.de: Viele Sportler sind gläubige Menschen. Dennoch wirkt es, als hätten die Kirchen Berührungsängste mit dem Sport. Woran liegt das?

Käßmann: Ich denke, das liegt daran, dass Kirche mit geistlichen Fragen befasst ist, und der Körper demgegenüber manchmal abqualifiziert wurde als nicht so wichtig. Oder körperliche Lust geradezu als Verführung negativ angesehen wurde. Aber da hat sich viel verändert. Glauben mit allen Sinnen wahrnehmen, den Atem spüren, Fasten, Meditation, Klostererfahrung - all das gehört zum Glauben. Spiritualität hat auch etwas mit körperlicher Erfahrung zu tun.

Achim-Achilles.de: Sind Läufer bessere Menschen?

Käßmann: Eine schwierige Kategorie, finde ich. Auf jeden Fall sind es Menschen, die bewusst zu leben versuchen, die Tage nicht einfach vergehen lassen. Das ist mir wichtig, denn das Leben ist ein Geschenk Gottes für mich. Und vielleicht kommt ja so manchem beim Laufen auch eine gute Idee, was er nicht nur für sich tun kann, sondern auch für andere. Oder er kommt ins Gespräch mit Gott, das wäre doch was.

Die Fragen stellte Wendelin Hübner

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Paulizei, 11.04.2005
1. Thema gestorben?
Hallo liebe Laufsportfanatiker, Walker-Hasser oder -Anwälte, Spiegelleser oder sonstige Ehrgeizlinge! Hat diese herrliche Thema den Umzug ins neue Forum nicht überlebt oder seid Ihr in Woche 2 vor dem Olympus Marathon alle so intensiv im Lauftraining, dass keine Zeit mehr für weltliche Angelegenheiten wie das Internet bliebt? Es grüsst Euch Eure Startnummer 16781
seductive, 12.04.2005
2. Pillen-Anleitung
also, ich find ja den Beitrag von Achilles sehr lustig. Leider glauben echt viele Leute dran, dass das Zeug was hilft. Ich muss gestehen, einige Sachen muss ich auch nehmen, allerdings nach Anraten des Arztes. Dass Eisen stopft, hab ich selbst noch nie bemerkt. Magnesium gegen die Krämpfe - wenn ich das mal einige Wochen nicht nehme, weiß ich genau, dass ich beim Spitzentanz nach einigen Minuten wieder fiese Krämpfe in den Fußsohlen kriege, die mir schwerelose Drehungen und minutenlange Balance unmöglich machen. Vitamine etc. nehme ich mit der Nahrung genug auf, nur an Magnesium und Eisen fehlt es mir oft. dass die sich gegenseitig aufheben, ist klar. Zink gegen die Erkältung, das ist doch auch selbstverständlich. Man sollte nicht jedes Mittelchen verteufeln. Aber wahre Sportler greifen sowieso lieber zur altbekannten ACE-Mischung (Kenner wissen, was ich meine). Ob man dann evtl. weit vor der Zeit einen Herzkasperl kriegt und vielleicht mit 25 tot umfällt, ist ja egal - denn man trainiert ja effektiver...
Carmen Cienfuegos, 19.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Jogging, obwohl eine fast schon archaische Form des Fitnesstrainings, bleibt nach wie vor angesagt. Unser Kolumnist Achim Achilles ist ein Durchschnittssportler, aber einer mit Ambitionen. Er läuft, weil er will und muss. Er kämpft um Kondition und gegen die Bequemlichkeitsverfettung. Sind Sie auch ein "heimlicher Achim"? Wie halten Sie es mit dem Training? Joggen wie Achilles? Oder was ist Ihr Rezept gegen Bauch und Trägheit? ---Zitatende--- Dem Marathon Achim rate ich: Creme alle Koerperteile die wundlaufen oder heisslaufen koennen mit Calendula Babycreme ein. Lass die billige Vaseline weg. Keine Chemie oder Drogen schlucken. Doping ist fuer loser. Mental stark antreten. Hoer dir volle Lautstaerke per Headset die Musik: We are the Champions oder Like a rock oder Against the Wind etc. an. Harte Sohlen fressen (wie beim Auto) weniger Energie. Alles andere ist Gummizelleneffekt. Das Abrollen der Sohlen macht den Lauf weich, elegant und elastisch. Das kann man sich antrainieren. Viel Glueck und Willenstaerke.
robbatberlin 26.04.2005
4.
Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :)
Paulizei, 26.04.2005
5. Herzlichen Glückwunsch
---Zitat von robbatberlin--- Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :) ---Zitatende--- Ist doch normal, oder? Ich jedenfalls bin bisher zwar erst 2 Marathons gelaufen, falle danach aber offenbar immer in ein psychisches Loch. Spätestens bei Kilometer 30 kommt die Einsicht, wie schwachsinnig es ist, im dritten Jahrtausend noch 42km zu laufen. So schlimm sind die Benzinpreise nun auch wieder nicht. Nach Überschreiten der Ziellinie stand dann beide Male fest: Nie wieder! Wo ich letztes Mal noch in 48stündige Bewusstlosigkeit fiel, konnte ich diesmal nach einem langen heißen Bad wenigstens schon wieder ohne fremde Hilfe gehen, was mich zu dem Schluß wird, dass die körperlichen Konsequenzen von Mal zu Mal weniger schlimm ausfallen. Das psychische "Down" bleibt aber vermutlich. Sorgen würde ich mir an Achims Stelle nur machen, wenn er nicht von allein scharf drauf wird, seine eigene Bestzeit zu knacken, nachdem die Schmerzen erstmal verflogen sind... In dem Sinne :-)
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