DFB-Stürmerin da Mbabi "Ich hätte mich auch ins Tor gestellt"

Sie lief als einzige Sturmspitze auf - und traf prompt im WM-Eröffnungsspiel gegen Kanada. Im Interview spricht Célia Okoyino da Mbabi über Gänsehaut im Berliner Olympiastadion, die DFB-Vorrundengruppe und den nächsten Gegner Nigeria.

Torschützin da Mbabi: "Wir sind ein super eingespieltes Team"
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Torschützin da Mbabi: "Wir sind ein super eingespieltes Team"


Frage: Haben Sie sich mit ihrem Tor beim 2:1-Sieg gegen Kanada schon selber zum Geburtstag beschenkt?

Okoyino da Mbabi: Das macht man ja nicht, das bringt Unglück und das will ich nicht. Alle sprechen mich auf meinen 23. Geburtstag an. Dabei habe ich immer Angst, dass ich das vergesse, weil ich so fokussiert bin auf die WM. Ich habe mich tierisch gefreut, dass ich von Anfang an spielen durfte. Es ist ein besonderes Erlebnis, hier im Olympiastadion auflaufen zu dürfen.

Frage: Waren Sie froh, dass Sie auf Ihrer angestammten Position in der Mitte spielen durften und nicht auf der linken Seite?

Okoyino da Mbabi: Glauben Sie mir, wenn man vor 75.000 Zuschauern auf dem Feld steht, da hätte ich mich auch ins Tor gestellt. Es war schön zu sehen, dass ich auf meiner Position, auf der ich am allerliebsten spiele, stehe. Aber ich hätte jede Position gespielt. Ich habe mein Bestes gegeben und hoffe, dass es gut für die Mannschaft war. Deswegen bin ich einfach nur glücklich.

Frage: In der Offensive gab es drei Wechsel. Welche Kombination hat am besten funktioniert?

Okoyino da Mbabi: Das kann ich so nicht sagen. Wir sind ein super eingespieltes Team, da können wir kunterbunt durchwechseln und haben immer noch eine sehr gute Mannschaft. Das hat man schon in den Vorbereitungsspielen gesehen, das haben wir nicht verlernt.

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Frage: Wie haben Sie die Stimmung erlebt?

Okoyino da Mbabi: Einfach nur Gänsehaut. Das kennen wir nicht aus dem Frauenfußball. Man konnte sein eigenes Wort nicht mehr verstehen, meine Stimme ist auch ein bisschen angeschlagen. Es war einfach einmalig.

Frage: Wie bewerten Sie nun die Ausgangsposition in der Gruppe?

Okoyino da Mbabi: Wir haben erstmal drei Punkte geholt, das ist wichtig und gibt uns Sicherheit. Im nächsten Spiel gegen Nigeria (Donnerstag, 30.6., 20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wollen wir souveräner auftreten mit schönem Kombinationsspiel und vor allem die Bälle flachhalten. Dann können wir eine bessere Leistung abrufen und haben sechs Punkte.

Frage: Vergangenes Jahr gab es einen 8:0-Sieg gegen Nigeria. Wird es nun einfacher als gegen Kanada?

Okoyino da Mbabi: Wir haben vor der WM auch gegen Kanada 5:0 gewonnen. Es sind hier ganz andere Mannschaften, die auch eine Vorbereitung hinter sich haben. Es ist etwas anderes, ob man bei der WM oder in einem Testspiel aufeinandertrifft. Das hat man heute auch gesehen, wir unterschätzen keinen Gegner.

Frage: Wie wird Ihr Geburtstag gefeiert?

Okoyino da Mbabi: Wir haben ja noch eine Reise vor uns, wir müssen noch umziehen, haben Regeneration und Massage. Das Wichtigste ist, den Fokus auf das nächste Spiel zu legen. Für Feiern bleibt nach der WM noch Zeit.

Aufgezeichnet von Florian Lütticke und Wolfgang Müller, dpa



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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
MiaMaus 27.06.2011
1. Wieso bitte ein Interview mit der zweiten Torschützin?
Ehre wem Ehre gebührt, Kerstin Garefrekes war die erste deutsche Spielerin, die bei der ersten Frauen-WM auf deutschem Boden ein Tor für die deutsche Mannschaft geschossen hat. Mit ihr hätte ein Interview geführt werden müssen. Aber Hauptsache medienwirksam. Der Spiegel verliert immer mehr an Format und wird zum Boulevard-Magazin. Sechs! Setzen!
Laza 27.06.2011
2. .
Zitat von MiaMausEhre wem Ehre gebührt, Kerstin Garefrekes war die erste deutsche Spielerin, die bei der ersten Frauen-WM auf deutschem Boden ein Tor für die deutsche Mannschaft geschossen hat. Mit ihr hätte ein Interview geführt werden müssen. Aber Hauptsache medienwirksam. Der Spiegel verliert immer mehr an Format und wird zum Boulevard-Magazin. Sechs! Setzen!
Auweia, zu solcher "Logik" fällt einem ja nichts mehr ein -Foristen, die sich selbst diaqualifizieren...
smartinus 27.06.2011
3. Fußball ist das Thema
Es geht doch hier in dem Interview ausschließlich um Fußball bzw. die Weltmeisterschaft. Ich freue mich über den erfolgreichen Auftakt des deutschen Teams und die gute Leistung vieler Spielerinnen, auch die von Okoyino da Mbabi. Manche Leute verstehen es offenbar bei so gut wie jedem Thema mehr oder minder latent rassistische Ansichten unterzubringen. Traurig und peinlich zugleich!
S. Lorenz 27.06.2011
4. Wat soll dat denn?
Wow...entweder keine Ahnung von Frauenfussball oder generell nicht so gut dabei. 1. Ist da Mbabi eine WM-Debutantin, die ganz nebenbei auch die beste deutsche Spielerin war gestern. Nur weil Garefrekes gestern mehrfach toll in Szene gesetzt wurde und es neben mehreren verstolperern immerhin geschafft hat ein Kopfballduell gegen eine 20 cm kleinere Gegnerin zu gewinnen und aus 3 Metern ins leere Tor zu köpfen, war sie noch lange nicht besser als da Mbabi. 2. Ist Kerstin Garefrekes laut eigenen Aussagen sehr medienscheu und wollte vermutlich gar nicht interviewt werden. Ausserdem war sie bereits 2003 die Story der WM.
kugelsicher99, 27.06.2011
5. .
Zitat von MiaMausEhre wem Ehre gebührt, Kerstin Garefrekes war die erste deutsche Spielerin, die bei der ersten Frauen-WM auf deutschem Boden ein Tor für die deutsche Mannschaft geschossen hat. Mit ihr hätte ein Interview geführt werden müssen. Aber Hauptsache medienwirksam. Der Spiegel verliert immer mehr an Format und wird zum Boulevard-Magazin. Sechs! Setzen!
Dann haben sie aber die Sieben verdient. Garefrekes hat sogar ihren eigenen Artikel bekommen! http://www.spiegel.de/sport/0,1518,770694,00.html Und dass nicht jede Spielerin auf Knopfdruck zu einem Interview bereit steht, bzw. dass es eben noch 1000 andere Faktoren gibt/geben kann, wer nun gerade mit Interview und Pressearbeit dran ist und wer nicht, auch schon daran mal gedacht? Aber Hauptsache auf den Spiegel schimpfen.
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