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DFB-Viertelfinalgegner Japan Der bessere Gruppenzweite

Japans Spielmacherin Sawa: Gegen England zu harmlosZur Großansicht
dapd

Japans Spielmacherin Sawa: Gegen England zu harmlos

Deutschland trifft im Viertelfinale auf Geheimfavorit Japan: Die Asiatinnen waren im entscheidenden Gruppenspiel gegen England die technisch stärkere Mannschaft - und verloren trotzdem. Bundestrainerin Silvia Neid ist gut beraten, sich an der englischen Taktik zu orientieren.

Um kurz nach 20 Uhr abends brachen im Augsburger Stadion alle Dämme. Menschenmassen strömten nach draußen, hasteten aus der WM-Arena und rannten zu ihren Autos. Nur weg vom Ort des Geschehens.

Was zunächst nach Panik aussah, hatte einen einfachen Grund: Tausende Fußballfans wollten schnell in die nächste Kneipe oder vor den heimischen Fernseher, um das letzte Gruppenspiel der deutschen Frauen gegen Frankreich nicht zu verpassen. Würden sie verlieren und somit als Gruppen-Zweite gegen England spielen? Oder gewinnen und es mit Japan zu tun bekommen?

Zweieinhalb Stunden später stand die Antwort fest: Deutschland wird es nach dem 4:2-Sieg gegen Frankreich am kommenden Samstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Wolfsburg mit den Japanerinnen zu tun bekommen, die in Augsburg gegen England 0:2 verloren hatten. Ob das allerdings aus deutscher Sicht eine gute Nachricht ist oder nicht, dürften nur die wenigsten der knapp 21.000 Zuschauer mit Bestimmtheit sagen können.

"Haben etwas dreckig gewonnen"

Einerseits hatten sie mit eigenen Augen gesehen, wie die Asiatinnen 90 Minuten lang so prächtig Fußball spielten, dass sich die englische Trainerin fast für das Erreichen des Gruppensieges entschuldigte ("haben etwas dreckig gewonnen") . Andererseits hatten sich die Verliererinnen streckenweise so standhaft geweigert, aufs Tor zu schießen oder ihre wenigen Chancen zu nutzen, dass sie sich über die Niederlage gegen das leidenschaftlich kämpfende und ebenfalls gut organisierte englische Team nicht beschweren durften.

Das taten sie auch nicht. Während sich draußen der Arena-Parkplatz in Rekordgeschwindigkeit leerte, legte Japans Trainer Norio Sasaki bei der Pressekonferenz den Finger in die Wunde - und zwar in die der eigenen Mannschaft: "Wir haben zu oft einen Pass zu viel gespielt, anstatt den Abschluss zu suchen." Darin, dass diese Tatsache und nicht etwa die fußballerische Qualität der spielentscheidende Faktor gewesen war, waren sich Sasaki und seine englische Kollegin Hope Powell einig.

Es war an diesem Abend alles andere als leicht, sich gegen ein Team durchzusetzen, das mit seinen wenigen Torchancen zwar arg fahrlässig umging, ansonsten aber bewies, dass es spielerisch und in Sachen Spielorganisation zu den Ausnahmeerscheinungen dieses so heterogen besetzten Turniers gehört. Die Fehlpassquote bei dieser Weltmeisterschaft liegt bei etwa 40 Prozent. Die der Japanerinnen um Spielführerin Homare Sawa dürfte am Dienstagabend deutlich darunter gelegen haben. Statt Pässen ins Nichts sah man solche in den Rücken der Abwehr - statt langen Bällen in den freien Raum gab es kurze in den Fuß der Mitspielerin.

Verschieben, Pressing, Laufbereitschaft

Dennoch kam der Sieg der Engländerinnen nicht zufällig zustande. Sie machten die Räume eng und verschoben geschickt. Das gefürchtete Kurzpassspiel der Asiatinnen störten sie durch gutes Verschieben, Pressing und viel Laufbereitschaft. Sie taten also das, was auch Deutschland tun sollte, wenn es die Lehren aus dieser hochklassigen Begegnung zieht. "Wir haben das Spiel der Japanerinnen erstickt, sie haben nicht ganz so flüssig gespielt wie gegen Neuseeland oder Mexiko."

Die Engländerinnen haben gezeigt, wie man als physisch robustes, allerdings nicht durchweg filigranes Team spielen muss, wenn man gegen ein technisch überlegenes Team bestehen will.

Silvia Neid wird sich die Aufzeichnung aus Augsburg sicher sehr genau anschauen. An der Entschlossenheit der Japanerinnen sollte sie jedenfalls nicht zweifeln: "Wir nehmen das Spiel heute als positive Erfahrung mit", sagte Norio Sasaki, "wir wollen es immer noch ins Finale der Weltmeisterschaft schaffen." Was ihn da optimistisch stimme? "Wir können das, was wir heute falsch gemacht haben, schnell abstellen." Die deutsche Defensive dürfte inständig hoffen, dass genau das eine Fehleinschätzung ist.

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insgesamt 5192 Beiträge
krafts 29.11.2010
Ich gehe mal davon aus, dass die Frauen-WM auch im eigenen Land nicht mit der von 2006 vergleichen kann. Auch bei vielen Fußballinteressierten wird sich das Interesse ziemlich in Grenzen halten.
Zitat von sysopWird die Stimmung so ausgelassen sein wie 2006?
Ich gehe mal davon aus, dass die Frauen-WM auch im eigenen Land nicht mit der von 2006 vergleichen kann. Auch bei vielen Fußballinteressierten wird sich das Interesse ziemlich in Grenzen halten.
Kanzla87 29.11.2010
Aus welchem Grund?
Zitat von kraftsIch gehe mal davon aus, dass die Frauen-WM auch im eigenen Land nicht mit der von 2006 vergleichen kann. Auch bei vielen Fußballinteressierten wird sich das Interesse ziemlich in Grenzen halten.
Aus welchem Grund?
Rockker 29.11.2010
Ein Wettbwerb aus der Kategorie *EIKS, aber dank den deutschen Medien wird er gehypt zu dem nächsten unsänglichen "Sommermärchen" wo die deutsche NM, alle Gegner sowieso mit 22:0 schlagen wird... *Eigentlich [...]
Ein Wettbwerb aus der Kategorie *EIKS, aber dank den deutschen Medien wird er gehypt zu dem nächsten unsänglichen "Sommermärchen" wo die deutsche NM, alle Gegner sowieso mit 22:0 schlagen wird... *Eigentlich Interessiert Keine Sau
Flosse 29.11.2010
Die Stimmung wird wohl kaum so ausgelassen sein wie 2006, weil es auch einfach viel kleinere Stadien sind. Das Medieninteresse wird da sein, aber ob die Fans so mitziehen? Zu wünschen wäre es. Ich fände es übrigens auch [...]
Zitat von sysopVom Sommermärchen 2006 schwärmen die Fans noch heute. Was bringt die nächste Fußball-WM in Deutschland?
Die Stimmung wird wohl kaum so ausgelassen sein wie 2006, weil es auch einfach viel kleinere Stadien sind. Das Medieninteresse wird da sein, aber ob die Fans so mitziehen? Zu wünschen wäre es. Ich fände es übrigens auch klasse, wenn mal die Herren-N-11 gegen die Damen-N-11 spielen würde. Vor vier Jahren waren die Frauen zumindest spielerisch überlegen...
CaptainSubtext 29.11.2010
mmmmh. Wenn die Damenelf noch nicht mal in der Lage ist gegen eine Vereins-B-Jugend zu gewinnen, wieso.....?
Zitat von FlosseIch fände es übrigens auch klasse, wenn mal die Herren-N-11 gegen die Damen-N-11 spielen würde. Vor vier Jahren waren die Frauen zumindest spielerisch überlegen...
mmmmh. Wenn die Damenelf noch nicht mal in der Lage ist gegen eine Vereins-B-Jugend zu gewinnen, wieso.....?
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Zum Autor
Über die Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland (26. Juni bis 17. Juli) berichtet unser Autor Christoph Ruf. Er lebt mit seiner Familie in Karlsruhe, hat ein großes Herz für diverse kleine Vereine und treibt sich gerne auch in unterklassigen Ligen herum.





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