GP von Österreich
Coulthard siegt in Zeltweg
Während Mika Häkkinen nahtlos an sein Pech von Barcelona anknüpfte, hat David Coulthard die Ehre der Silberpfeile retten können. Michael Schumacher wurde nach Stallregie Zweiter vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello.
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Strahlender David Coulthard: Nur noch vier Punkte hinter Michael Schumacher
Zeltweg - Ein verpatzter Start und ein rüdes Manöver des Kolumbianers Juan Pablo Montoya haben Michael Schumacher den Triumph beim 150. Grand Prix gekostet. Der dreimalige Formel-1-Weltmeister und Titelverteidiger musste sich am Sonntag beim Großen Preis von Österreich in Spielberg im Ferrari in einem dramatischen Rennen dem Schotten David Coulthard geschlagen geben, konnte seine WM-Führung aber verteidigen.
Mit seinem zweiten Saison-Sieg kam Coulthard im McLaren-Mercedes nach einer taktischen Glanzleistung bei nun 38 Zählern nach sechs von 17 Rennen bis auf vier Punkte an Schumacher heran. Dritter wurde nach einer Stallorder der Brasilianer Rubens Barrichello im zweiten Ferrari, der Schumacher wenige Meter vor dem Ziel noch vorbeiziehen ließ. Der Finne Kimi Räikkönen fuhr in seinem sechsten Rennen im Sauber Petronas überraschend auf den vierten Rang. Sein Teamkollege Nick Heidfeld wurde Neunter.
Chaos beim Start
Das Rennen begann vor 80.000 Zuschauern mit einem kuriosen Start. Gleich vier Autos blieben offensichtlich wegen Problemen mit der Traktionskontrolle stehen: Vorjahressieger Mika Häkkinen im McLaren-Mercedes, Nick Heidfeld im Sauber-Petronas und die beiden Jordan-Honda mit Heinz-Harald Frentzen und Jarno Trulli. Während Trulli und Heidfeld dem Feld noch hinterher fahren konnten, war für Häkkinen und Frentzen das Rennen beendet.
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Eine Finne im Pech: Mika Häkkinens Autos streikte beim Start und musste von Streckenposten weggerollt werden
Für Pechvogel Häkkinen, der vor zwei Wochen in Barcelona eine halbe Runde vor Schluss wegen eines Kupplungsdefektes liegen geblieben war, sind die Chancen auf den WM-Titel nach diesem Start-Debakel fast Null gesunken. Der zweimalige Weltmeister war ratlos: "Das war das Schlimmste, was nach Spanien passieren konnte. Ich weiß nicht, was passiert ist."
Ralf Schumacher mit Bremsschaden
Verpatzt war der Start auch für Michael Schumacher, der zwar die Pole-Position inne hatte, aber die beiden Williams-BMW mit dem Kolumbianer Juan Pablo Montoya und Bruder Ralf Schumacher an sich vorbei ziehen lassen musste. In der elften Runde musste Ralf Schumacher sein Auto nach Bremsproblemen an der Box abstellen. "Ich habe in der Box aufgegeben, da der Pedalweg der Bremsen immer länger wurde", sagte der Kerpener nachher enttäuscht.
In der 16. Runde kam es zu einem kniffligen Überholversuch, als Schumacher sich den in Führung liegenden Montoya vorknöpfte. Als er schon fast am Kolumbianer vorbei war, wurde er abgeblockt und ins Gras geschickt. Montoya landete im Kiesbett. Lachender Dritter dieser Aktion war Rubens Barrichello, der im zweiten Ferrari die Führung übernahm, während Schumacher auf Rang sechs zurückfiel. In der 30 Runde hatte sich der Weltmeister hinter Barrichello und Coulthard wieder auf Platz drei vorgekämpft. Montoya musste in der 42. Runde aufgeben. Das Überholmanöver mit Michael Schumacher beschrieb er so: "Michael hat zu spät gebremst, ich habe zu spät gebremst und irgendwann haben meine Hinterräder blockiert." Schumacher hingegen warf dem temperamentvollem Montoya zuviel Eigensinn vor. "Wir werden darüber sprechen müssen", gab sich der Ferrari-Pilot sichtlich pickiert.
Erfolgreiche Tankstoppstrategie
Die Tankstopp-Lotterie wurde einmal mehr zum entscheidenden Faktor. Schumacher ging als Erster des Spitzentrios in der 47 Runde an die Box. 8,7 Sekunden zeigte die Uhr, schnell genug, um Platz drei zu halten. Barrichello kam eine Runde später zum Tanken: 9,2 Sekunden - Platz zwei, Coulthard blieb vorne. Er ging als Letzter in die Box und verteidigt mit 8,0 Sekunden die Führung.
Voll des Lobes war Schumacher nach dem Rennen für seinen Teamkollegen: "Vielen Dank an Rubens, dafür, wie er sich verhalten hat. Wir kämpfen gegen einen starken Gegner, und am Ende können
diese Punkte nochmal wichtig sein." Das verdeutlichte auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Wir hatten die beste Strategie und haben verdient gewonnen. David hat heute sein Meisterstück gemacht. Er ist unter größtem Druck fehlerfrei gefahren, das verdient Respekt und Anerkennung."
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