Von Thomas Lötz
Hamburg - Es ist eine Geschichte, an die in den USA und Großbritannien einige Leute wohl nur ungern erinnert werden. Denn die Familie des derzeit von den internationalen Sicherheitsdiensten wegen der Terroranschläge auf die USA gesuchten Osama Bin Laden war vor zwanzig Jahren Hauptsponsor des Formel-1-Teams Williams.
Als der 1968 gegründete Rennstall, der heute mit dem deutschen Autohersteller BMW eine erfolgreiche Allianz in der Königsklasse des Motorsports bildet, sich Ende 1977 in argen finanziellen Nöten befand, suchte Teamchef Frank Williams nach Sponsoren.
Der Tod des besten Freundes
Bis dahin hatte der Engländer vor allem von dem Geld gelebt, dass der Vaters seines Landsmanns, Freundes und Fahrers Piers Courage in den Rennstall gepumpt hatte. Doch als Courage junior am 21. Juni 1970 beim Großen Preis der Niederlande in den Flammen seines Wagens tödlich verunglückte, war Williams nicht nur nervlich schwer angeschlagen. Er war bald pleite.
Gerne werden Anekdoten aus dieser Zeit erzählt. Etwa die, wie Williams sich auf Pressekonferenzen einschleicht, um sich am Buffet mal wieder richtig satt zu essen. Der Teambesitzer nimmt an Marathonläufen teil, um endlich wieder Geld in die leeren Kassen zu pumpen. Doch 1977 schließlich fanden Williams und sein Cheftechniker Patrick Head Geldgeber in Saudi-Arabien.
WM-Titel 1980 für Albilad-Racing
Zunächst konnte Williams den Technikkonzern TAG und die Fluglinie Saudia-Airlines gewinnen, später auch die Albilad-Hotelkette. Deren Besitzer war Mohammed Bin Laden, der Vater von Osama Bin Laden. Auf die spätere Karriere des Sohnes als "Top-Terrorist" gab es damals noch keine Hinweise.
Von 1978 bis Ende 1981 war Albilad Sponsor des Teams, das in dieser Zeit offiziell zunächst auch Albilad-Saudia Williams Racing, mit Beginn der Saison 1980 sogar nur noch Albilad-Williams hieß.
Die englisch-saudische Kombination war erfolgreich. 1980 gewann der australische Pilot Alan Jones die Fahrer-Weltmeisterschaft. Seinen letzten Grand-Prix-Erfolg als Fahrer in der Formel 1 feierte Jones übrigens in einem Albilad-Williams am 17. Oktober 1981. Beim Großen Preis der USA in Las Vegas.
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