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23.03.2005
 

Formel-1-Legenden

Wir waren Helden

Von Christian Gödecke

Graham Hill, Niki Lauda oder Jim Clark - Namen von Formel-1-Weltmeistern aus einer Zeit, in der Boxenluder noch für Zündkerzen Werbung liefen und tödliche Unfälle zum Alltag gehörten. Morgen erscheint ein Bildband, der diese legendäre Epoche wieder lebendig macht. SPIEGEL ONLINE zeigt vorab eine Auswahl der besten Fotos.

Ford-Pilot Graham Hill, Werbeträgerinnen (1973): Diese schrecklichen Momente
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Werner Eisele

Ford-Pilot Graham Hill, Werbeträgerinnen (1973): Diese schrecklichen Momente

Er bezeichnet sich selbst als Freund Michael Schumachers, aber mit der heutigen Formel 1 kann Jacky Ickx herzlich wenig anfangen. Fast wehmütig blickt der beste belgische Rennfahrer aller Zeiten deshalb zurück in die sechziger und siebziger Jahre, eine Epoche, die er selbst mitbestimmte. "Die Formel 1 von damals und von heute ist wie schwarz und weiß, wie Tag und Nacht, wie das Leben auf zwei verschiedenen Planeten. Wir waren damals allein für unser Tun verantwortlich. Keine Wissenschaft, keine Computer-Analysen unterstützten uns in technischen Fragen." Ickx lobt die offene, aufrichtige Atmosphähre unter den Fahrern - auch wenn es "um Leben und Tod" gegangen sei.

Ickx' pathetische Betrachtungen stammen aus seinem Vorwort zu einem opulenten Bildband, der morgen in der Collection Rolf Heyne erscheint. In "Formel-1-Legenden" widmen sich zehn Kapitel auf 304 Seiten mit mehr als 190 Fotos einer Zeit, in der es normal war, dass Fahrer in einer Saison auch mal für verschiedene Teams fuhren, wo ein Pilot wie Jack Brabham mit seinem selbstgebauten Auto Weltmeister werden konnte - und tragische Todesfälle zum Alltag gehörten.

Die Fotos stammen allesamt von einem der renommiertesten Motorsport-Fotografen überhaupt: Werner Eisele. Mehr als 30 Jahre begleitete der Schwabe den Formel-1-Zirkus und kam den Fahrern mit seinem Objektiv dabei näher als andere. Eisele erwischte Phil Hill, als der amerikanische Cooper-Pilot seinen verbrannten Fuß in einer Gießkanne kühlte, einen jungen Ferrari-Rennleiter Luca di Montezemolo, der 1974 an der Strecke sitzt, oder Niki Lauda beim Zeitunglesen. Ein Highlight sind auch Eiseles 22 Fahrer-Porträts, denen jeweils eine Kurzbiografie beigefügt ist. Für "Formel-1-Legenden" hat Eisele den besten Bildern seiner Laufbahn zudem Anekdoten aus drei Jahrzehnten Rennsportgeschichte beigefügt.

So erfährt der Leser, welche Höllenqualen Graham Hills Ehefrau Bette litt, wenn der rennfahrende Gatte mal nicht aus einer Runde zurückkam - oder wie der damalige Ferrari-Fahrer Niki Lauda seine Marlene nach den Rennen im trauten Heim verwöhnte.

Ein eigenes Kapitel hat Eisele dem "Drama Jim Clark" gewidmet. Der Brite, zwei Mal Weltmeister mit Lotus, starb 1968 bei einem unbedeutenden Formel-2-Rennen in Hockenheim - und wurde nur 32 Jahre alt.

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