Indianapolis - Ein Jahr nach seinem schweren Crash auf der größten Motorsport-Bühne der Welt erwischte es den 29-Jährigen im Training erneut. Fast genau an der gleichen Stelle drehte er sich mehrmals und schlug mit seinem Toyota ausgangs der Steilkurve mit dem Heck in die Begrenzungsmauer. Diesmal stieg er aus eigener Kraft aus seinem Auto, winkte ins Publikum und fuhr mit dem Rennarzt zu einer kurzen Untersuchung. Noch am Donnerstag hatte Schumacher erklärt, dass ihn dieser Unfall nicht belaste. "Diese Kurve kann man gar nicht anders fahren als mit Vollgas", sagte der Kerpener.
Vor zwölf Monaten war er im Rennen nach einem Reifenschaden mit seinem BMW-Williams mit 297,6 Stundenkilometern in der spektakulären Steilkurve in die Betonmauer gekracht und musste geborgen werden. Während das Feld mit seinem Bruder Michael an der Spitze Runde um Runde vorbeizog, mühten sich die Helfer. Der 29-Jährige hatte sich bei dem Crash eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen, brach sich zwei Brustwirbel und verpasste sechs Rennen. "Die Erinnerung an den Unfall ist überhaupt nicht mehr da", meinte er.
Spätestens als Ralf Schumacher nach zwölf Minuten im zweiten Training erneut in die Betonmauer kracht, die diesmal mit so genannten "Softwalls" gesichert war, kehrte die Erinnerung zurück. Grund für den Abflug soll zu niedriger Luftdruck in den Reifen gewesen sein.
Als er ins Fahrerlager kam, eilte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen zu ihm, ehe sich der Rennfahrer in die Toyota-Unterkunft zurückzog. Schon im ersten Training war es nicht gut für Ralf Schumacher gelaufen. Nur sieben Runden konnte er nach technischen Schwierigkeiten an seinem Wagen drehen, beendete die Einheit als Zwölfter. Michael Schumacher im Ferrari fuhr auf Platz zehn.
Die besten Zeiten im Training fuhren die Silberpfeil-Piloten Juan Pablo Montoya (Kolumbien) und Kimi Räikkönen (Finnland) vor dem Ferrari-Duo Rubens Barrichello und Michael Schumacher. Montoya war in 1:11,118 Minuten 11 Hundertstelsekunden schneller als Räikkönen. Barrichello wurde Dritter (1:11,746), Michael Schumacher Vierter (1:11,758). Dahinter belegte BMW-Williams-Mann Nick Heidfeld Rang fünf (1:11,285). WM-Spitzenreiter Fernando Alonso kam in der Tageswertung auf Position zehn (1:12,265).
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