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12.03.2006
 

Grand Prix Bahrein

Ferrari gibt sich wieder kraftvoll

Die "Großen Drei" bestimmten den Formel-1-Auftakt in Bahrein in einem packenden Rennen: Fernando Alonso, Michael Schumacher und Kimi Räikkönen. Und gerade bei Ferrari ist nach dem zweiten Platz viel Hoffnung zurückgekehrt.

Manama - "Natürlich wäre ein Sieg noch schöner gewesen. Aber wenn man sieht, wo wir letztes Jahr waren, und man uns vorher gesagt hätte, dass ich hier Zweiter werde, dann wären wir sehr glücklich gewesen", sagte Schumacher: "Acht Punkte sind sehr gut. Das war eine sehr gute Arbeit vom Team, ein guter Kampf und ein gutes Rennen. Es ist ein sehr viel versprechender Auftakt."

Nur Titelverteidiger Alonso verhinderte einen perfekten Saisonstart für den siebenmaligen Weltmeister. Nur um 1,2 Sekunden lag der Spanier vor dem Deutschen. Der Ferrari-Pilot muss deshalb weiter auf seinen ersten Sieg seit dem Skandal-Rennen von Indianapolis im Juni 2005 warten. Allerdings gaben diesmal nur Sekundenbruchteile nach Alonsos letztem Boxenstopp in Runde 39 den Ausschlag zugunsten des Renault-Piloten aus Spanien.

Dritter wurde McLaren-Mercedes-Pilot Räikkönen (+19,360 Sekunden) nach einer beeindruckenden Aufholjagd von Startplatz 22, Nico Rosberg holte in seinem ersten Formel-1-Rennen als Siebter gleich die ersten beiden WM-Punkte.

Auch wenn es für Schumacher, der sein bestes Ergebnis seit dem zweiten Rang am 31. Juli letzten Jahres in Budapest feierte, nicht ganz zum Sieg reichte, meldete er sich nach der völlig verkorksten Saison 2005 eindrucksvoll in der Spitze zurück. Mit der 65. Pole Position seiner Karriere, womit er den Rekord des legendären Brasilianrs Ayrton Senna einstellte, und dem Podiumsplatz unterstrich der 37-Jährige seine vor der Saison geäußerten Ambitionen, Alonso den Titel wieder abzujagen.

In den letzten Runden des Rennens attackierte er sogar noch den favorisierten Titelverteidiger, kam aber nicht mehr vorbei. "Das ist halt so, wenn die Autos etwa gleichstark sind. Ich war nicht nah genug dran, um es ernsthaft zu versuchen", sagte Schumacher, der seinen letzten Stopp drei Runden früher als Alonso absolvieren musste. "Es ist das Beste, um alle motivieren zu können", sagte der 37-Jährige. Und sein Technikchef Ross Brawn befand: "Wir sind ein ernsthafter Titelanwärter."

Starker Finne

Ein Happy End gab es für den WM-Zweiten Kimi Räikkönen, der damit das Podium der "großen Drei" kompettierte. Nach seinem Pech in der Qualifikation, als an seinem Silberpfeil Radaufhängung und Heckflügel wegbrachen, nutzte er vom letzten Platz die Chance, mit randvollem Tank loszufahren, und kam im Gegensatz zu den Spitzenpiloten mit nur einem Boxenstopp durch.

"Trotz der Enttäuschung von Samstag wusste ich, dass ich gute Chancen habe, vielleicht ein paar Punkte mitzunehmen", sagte der Finne, der schon nach der ersten Runde auf Rang 13 lag. "Vom letzten Platz noch aufs Podium zu fahren, war eine großartige Leistung von Kimi", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Eine fast ebenso starke Leistung zeigte Debütant Rosberg. Der in Wiesbaden geborene Sohn des früheren Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg war in der ersten Kurve noch mit BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld kollidiert und fiel nach dem unplanmäßigen Stopp auf den letzten Platz zurück. Von da kämpfte sich der 20-Jährige bravourös noch auf Rang sieben vor. "Bis auf den Fehler in der ersten Kurve war es ein super Rennen, das ging nicht viel besser", meinte Rosberg.

Kein Glück hatte dagegen BMW-Sauber im ersten Rennen unter eigener Regie. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld, der durch die Kollision mit Rosberg fast ans Ende des Feldes zurückgeworfen wurde ("Das hat uns beiden sicher nicht geholfen, und mein Rennen war damit fast schon gelaufen"), kam am Ende auf Rang 12, Teamkollege Jacques Villeneuve (Kanada) schied in der 31. Runde nach einem spektakulär aussehenden Motorschaden mit einem Feuerschweif aus. "Unser Start ins Wochenende war verheißungsvoll, leider konnten wir diese gute Leistung über die Renndistanz nicht umsetzen", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Ein Wochenende zum Vergessen war es für Toyota-Pilot Ralf Schumacher, der nicht über Rang 14 hinauskam. "Was da genau schief gegangen ist, müssen wir noch analysieren", sagte Schumacher.

sge/sid/dpa

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