Ferrari-Teamchef Jean Todt hat vor dem Großen Preis von Italien am Sonntag in Monza seinem WM-Kandidaten Eddie Irvine Rückendeckung gegeben. "Für Ferrari ist es wichtig, dass einer unserer Fahrer den Titel holt. Da gibt es keine Vorlieben", sagte Todt in einem Interview der Fachzeitung auto, motor und sport. "Innerlich haben mich Eddies Siege sehr gefreut. Sie waren der einzige Lichtblick in einer Zeit, in der wir wegen des Silverstone-Unfalls angeschlagen waren", meinte der Franzose und widersprach damit Vorwürfen, er würde sich nur über Erfolge von Michael Schumacher freuen.
"Mir fällt seit Michaels Unfall das Lachen schwerer. Wie soll ich feiern, wenn ich weiß, dass einer meiner Fahrer mit einem Beinbruch im Krankenbett liegt? Ich habe kein selektives Gedächtnis, das mich Silverstone vergessen lässt", sagte der 53-Jährige.
Todt unterstrich noch einmal die Qualitäten des Nordiren, der in der WM-Wertung derzeit nur einen Punkt hinter Weltmeister Mika Häkkinen auf Platz zwei liegt (59:60), am Saisonende Ferrari nach vier Jahren verlässt und wahrscheinlich in Richtung Stewart abwandert. "Eddie wird unterschätzt, vor allem von den Leuten, die mir seit drei Jahren einreden wollen, dass ich ihn rausschmeißen soll. Schumacher wäre nicht so gut, wenn er keine Herausforderung im Team hätte. Er braucht einen, der ihn an seine Grenzen treibt", sagte Todt.
Persönlich habe er zwar weniger Gemeinsamkeiten mit dem Nordiren als mit Schumacher. "Eddie hat keine Familie, sucht sich Models als Freundinnen und geht gerne in Discos. Das ist nicht meine Welt. Ich mag Eddie trotzdem. Sonst hätte ich ihn nicht ständig gegen die Kritiker verteidigt, die seinen Kopf fordern."
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Formel 1 | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 1999
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH