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03.07.2007
 

Spionage-Affäre

McLaren entlässt Techniker, Ferrari zeigt Stepney an

Die Affäre um mutmaßlich gestohlene Ferrari-Daten hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Formel-1-Konkurrent McLaren-Mercedes entließ einen Techniker, der Informationen über den italienischen Rivalen erhalten haben soll. Ferrari erhob neue Vorwürfe gegen Ex-Scuderia-Techniker Nigel Stepney.

London - McLaren habe heute erfahren, dass gegen ein "Mitglied seiner technischen Abteilung durch Ferrari Untersuchungen eingeleitet wurden, die die Weitergabe von technischen Daten betreffen", teilte der Formel-1-Rennstall in einem knappen Statement mit. Der namentlich nicht genannte Mann habe demnach Ende April "ein Paket mit technischen Informationen" über den italienischen Rivalen von einem Ferrari-Angestellten persönlich entgegengenommen, hieß es in der Mitteilung McLarens. Der Rennstall sei nicht in den Fall verstrickt und verurteile solche Handlungen, man werde die Ermittlungen in vollem Umfang unterstützen. "Die betreffende Person wurde umgehend suspendiert."

F1-Rivalen Ferrari (l.), McLaren-Mercedes: Anzeigen und Entlassungen
Getty Images

F1-Rivalen Ferrari (l.), McLaren-Mercedes: Anzeigen und Entlassungen

Ferrari selbst erklärte, man habe bei einem Gericht in Modena Anzeige erstattet gegen den ehemaligen Technischen Manager Nigel Stepney und einen McLaren-Angestellten wegen des Verdachts des Diebstahls von technischen Informationen. Der Sprecher sagte zudem, dass die Scuderia gegen den McLaren-Techniker auch in England gerichtlich vorgehe. Im Verlaufe des heutigen Tages hatte Ferrari bereits mitgeteilt, dass der 47-jährige Stepney entlassen worden sei.

Stepney war von seinem ehemaligen Rennstall zuvor beschuldigt worden, beide Ferrari-Boliden vor dem Großen Preis von Monte Carlo manipuliert zu haben. Sechs Tage vor dem Rennen in Monaco soll ein mysteriöses Pulver in den Benzintanks der Autos von Kimi Räikkönen und Felipe Massa gefunden worden sein. Ferrari erstattete daraufhin Anzeige gegen den Mechaniker. Stepney bestreitet die Vorwürfe.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte Ferrari-Kreise, dass es um eine "bedeutende Menge an technischen Informationen" gehe und nicht auszuschließen sei, dass auch andere Rennställe diese erhalten hätten. Ein Sprecher des Internationalen Automobilverbandes (Fia) erklärte, man sei über die Entwicklungen informiert.

goe/Reuters

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