São Paulo - Kimi Räikkönen musste lange zittern - sein Titel als neuer Formel-1-Weltmeister war durch eine nachträgliche Untersuchung des Automobil-Weltverbandes Fia noch einmal in Gefahr geraten. Die Fia-Rennkommissare hatten bei den Autos von Williams-Toyota und BMW-Sauber Regelverstöße bei der Benzin-Temperatur während des Großen Preis von Brasilien festgestellt. Nach eingehender Untersuchung verhängten die Sportkommissare aber keine Strafen und bestätigten das Rennergebnis.
Der Formel-1-Rennstall McLaren-Mercedes will gegen die Entscheidung des Automobilverbandes protestieren. McLaren-Mercedes hat nun sieben Tage Zeit, den Protest schriftlich auszuformulieren und bei der Fia einzureichen. Das Ergebnis ist jedoch offiziell.
Drei der vier Autos waren vor dem siebtplatzierten Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes ins Ziel gekommen. Dem Briten hätte ein fünfter Rang zum WM-Triumph vor Ferrari-Pilot Räikkönen gereicht. Er bleibt nun Vize-Weltmeister mit derselben Punktzahl wie der entthronte Titelverteidiger Fernando Alonso auf Rang drei (beide 109). Räikkönen hat bei seinem ersten WM-Triumph 110 Punkte erzielt.
Bei Untersuchungen der Fia-Rennkommissare soll festgestellt worden sein, dass die Benzin-Temperatur bei den beiden BMW-Sauber- und den Williams-Toyota-Wagen zu niedrig gewesen war. Beim Williams des viertplatzierten Wiesbadeners Nico Rosberg wurden Abweichungen von maximal 13 Grad Celsius von der Außentemperatur von 37 Grad festgestellt. Der Sprit im BMW-Sauber des fünftplatzierten Robert Kubica aus Polen war bei einer Prüfung um 14 Grad zu kalt, im Auto des sechstplatzierten Nick Heidfeld betrug die höchste Differenz 13 Grad. Erlaubt sind zehn Grad Differenz. Ebenfalls zu niedrig war die Benzin-Temperatur beim zweiten Williams von Kazuki Nakajima. Die Bestrafung des Zehntplatzierten hätte für Hamilton aber ohnehin keine Relevanz gehabt.
Räikkönen hatte den 17. und letzten Saisonlauf vor seinem Teamkollegen und Lokalmatador Felipe Massa aus Brasilien gewonnen. Alonso hatte Rang drei belegt. Hamilton war nach einem Defekt an seinem Wagen trotz rasanter Aufholjagd nicht über den siebten Rang hinausgekommen. Die Scuderia hatte ihren neuen Weltmeister gleich nach dem Rennen schon gefeiert, über sechs Stunden später durften sie dann auch endgültig anstoßen.
hen/dpa/sid
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