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12.12.2008
 

Neue Regeln im Motorsport

Fia legt der Formel 1 Fesseln an

Tests werden verboten, Fabriken sollen schließen: Der Automobil-Weltverband Fia hat einschneidende Sparmaßnahmen für die Formel 1 beschlossen. Ab 2010 wird sogar das Nachtanken untersagt - die Idee des Einheitsmotors setzte sich dagegen nicht durch.

Hamburg - Der Welt-Motorsport-Rat der Fia teilte am Freitag in Paris mit, dass jeder Formel-1-Fahrer während einer Saison nur noch acht Motoren benutzen darf. Tests außerhalb der Rennwochenenden werden verboten. Zudem beschloss der Rat eine ganze Reihe weiterer Neuerungen. Damit reagierte die Fia auf die Kostenexplosion in der Formel 1, den Ausstieg von Honda und die Krise der Autoindustrie.

Formel-1-Weltmeister Hamilton: Acht Motoren pro Saison
DPA

Formel-1-Weltmeister Hamilton: Acht Motoren pro Saison

SPIEGEL ONLINE stellt die wichtigsten Änderungen vor:

  • Während der Saison gibt es künftig keine Testfahrten mehr. Getestet werden darf nur noch am Freitag vor einem Rennen.
  • Die Fabriken der Formel-1-Teams müssen während eines Jahres sechs Wochen lang geschlossen bleiben.
  • Die Drehzahl der Motoren wird auf 18.000 Umdrehungen beschränkt.
  • Jedes Team darf insgesamt nur noch 20 Motoren pro Saison benutzen, vier davon sind für Testfahrten vorgesehen. Ein Motor muss für drei Rennen halten, bislang waren es zwei.
  • Windkanäle dürfen nur noch eingeschränkt benutzt werden.
  • Das Energierückgewinnungssystem Kers muss 2009 von den Teams noch nicht eingesetzt werden.

Die Kosten für die Triebwerke sollen für Privatteams durch diese Beschränkungen im Vergleich zur zurückliegenden Saison um die Hälfte sinken.

Insgesamt sollen sich die Etats pro Rennstall zunächst um ein Drittel reduzieren lassen. Sie lagen zuletzt laut motorsport-total.com zwischen 80 Millionen (Force India) und 350 Millionen Euro pro Jahr (McLaren-Mercedes), andere Schätzungen beliefen sich für 390 Millionen Euro bei Honda.

Ab 2010 treten zudem weitere einschneidende Änderungen in Kraft:

  • Den Privatteams werden Motoren zur Verfügung gestellt, die weniger als fünf Millionen Euro pro Saison kosten - entweder von einem unabhängigen Hersteller oder von einem der an der Formel 1 beteiligten Autokonzerne. Diese Motoren müssen auch 2011 und 2012 benutzt werden.
  • Ein Nachtanken während des Rennens ist nicht mehr erlaubt.
  • Die Teams müssen einheitliche Funk- und Telemetriesysteme benutzen.
  • Möglicherweise sollen die Renndistanzen verkürzt werden.
  • Ab 2010 soll Kers Pflicht werden, die Rennställe sollen ein einheitliches Konzept für das System vorlegen.
  • Reifenwärmer werden verboten, ebenso das mechanische Säubern der Pneus.

Zudem will die Fia die aufwendige Forschung nach aerodynamischen Verbesserungen weiter beschränken.

Spätestens ab 2013 soll ein neues, sparsameres Antriebssystem in der Formel 1 eingesetzt werden, bei dem die Energierückgewinnung eine entscheidende Rolle spielen soll.

"Das Paket ist ein guter und großer Schritt in die richtige Richtung. Es gibt aber weiteres Sparpotential", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach der Fia-Entscheidung.

Eine Reihe weiterer möglicher Änderungen steht noch zur Diskussion: So könnte das bislang in drei K.-o.-Runden ausgefahrene Qualifying einen neuen Modus erhalten. Die von Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone vorgeschlagene Einführung von Medaillen statt Punkten bleibt möglich. Was letztlich umgesetzt wird, hängt laut Fia-Mitteilung von den Ergebnissen einer Marktanalyse ab.

all/sid

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