Hamburg - Der Teilnahme des ehemaligen Honda-Rennstalls an der Formel-1-Saison 2009 steht nichts mehr im Wege. Der japanische Autobauer verkaufte den Rennstall an Teamchef Ross Brawn, wie Honda Motor am Freitag in Tokio bekanntgab. "Die vergangenen Monate waren extrem herausfordernd für das Team, aber die heutige Bekanntgabe ist das sehr erfreuliche Ergebnis unserer energischen Bemühungen zur Sicherung seiner Zukunft", sagte Brawn in einer Stellungnahme.
Die in Großbritannien ansässige Honda GP Holdings Ltd, die alle Aktivitäten des F1-Rennstalls gemanagt hatte, verkaufte sämtliche Anteile an Brawn, der seinen Rennstall in Brawn GP Formula One Team umbenannte. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.
Seit dem im Dezember 2008 angesichts der Wirtschaftskrise verkündeten Ausstieg von Honda kämpfte der Rennstall im englischen Brackley ums Überleben. "Wir sind sehr erfreut, dass wir das Team an Ross Brawn verkaufen konnten, mit dem wir an den Herausforderungen des F1-Wettbewerbs teilnahmen, und sind dankbar für seine Entscheidung", sagte Hiroshi Oshima, bei Japans zweitgrößtem Autokonzern zuständig für den Motorsport. Honda wünsche dem neuen Team unter Brawns Führung alles Gute.
Brawn gab derweil bekannt, dass er an den bisherigen Fahrern, dem Briten Jenson Button und dem Brasilianer Rubens Barrichello, festhalte. Sie sollen zum Saisonauftakt beim Grand Prix in Australien Ende März an den Start gehen. Auch Bruno Senna, der Neffe der Rennsport-Legende Ayrton Senna, hatte sich Hoffnungen auf einen Platz als Stammfahrer gemacht.
Die Entscheidung über den Verkauf an das Team erfolgte, nachdem vorherige Gespräche mit der Virgin Group des britischen Geschäftsmanns Richard Branson erfolglos verlaufen waren. Das neue Team wird vor dem Saisonstart in Melbourne zunächst an Tests in Spanien teilnehmen. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug bestätigte am Freitag, dass der deutsche Autohersteller die Motoren für das Brawn-Team liefern werde.
"Wir halten den Fortbestand des Teams für ausgesprochen wichtig. Das war neben dem wirtschaftlichen Aspekt der Beweggrund für uns, zu diesem späten Zeitpunkt zu kooperieren", sagte Haug: "Die Formel 1 sollte nicht mit nur 18 Autos an den Start gehen." Mit dem Rennstall Brawn GP werden zwanzig Boliden die Rennen bestreiten.
all/dpa
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