Hamburg - Die Formel 1 steht vor der Spaltung. Die Teamvereinigung Fota will im Streit mit dem Automobil-Weltverband Fia um die freiwillige Budgetobergrenze nicht nachgeben und plant eine eigene Rennserie. "Die Teams haben keine andere Alternative, als mit den Vorbereitungen für eine neue Meisterschaft zu beginnen, die die Werte ihrer Teilnehmer und Partner widerspiegelt", hieß es in einer Stellungnahme der Fota.
Damit kündigten an diesem Freitag mit Ferrari, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Brawn GP, Toyota, Red Bull, Toro Rosso und Renault acht der insgesamt zehn bisherigen Formel-1-Teams einen Ausstieg aus dem Rennzirkus an. Es sei "klar geworden, dass die Teams nicht weiter Kompromisse eingehen können, die gegen die Werte des Sports sind". Nur Williams und Force India stehen auf Seite der Fia.
Die neue Serie werde eine transparente Führungsstruktur und ein einheitliches Regelwerk haben, so die Fota. "Sie wird Neueinsteiger ermutigen, auf die Wünsche der Fans hören, die Kartenpreise werden niedriger sein. Die besten Fahrer, größten Stars, Sponsoren und alle Rennställe, die dem Motorsport auf höchstem Niveau historisch verbunden sind, werden teilnehmen", teilte die Vereinigung mit.
Der Weltverband reagierte mit einer Erklärung: "Die Fia hat die Erklärung zur Kenntnis genommen. Die Fia ist enttäuscht, aber nicht überrascht von der Unfähigkeit der Fota, einen Kompromiss im besten Sinne des Sports zu erreichen. Die Fia kann weder ein finanzielles Wettrüsten zulassen noch der Fota erlauben, die Regeln zu diktieren."
Zuvor hatten sich die Fota-Vertreter in der Nähe von Silverstone getroffen, wo am Sonntag (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) der Große Preis von Großbritannien gestartet wird. Die Teams wollten noch einmal über die jüngsten Vorschläge von Fia-Chef Max Mosley beraten.
Allerdings war Mosley nicht von seiner Bedingung abgerückt, dass die Teams sich erst vorbehaltlos in die Starterliste für die Formel-1-Saison 2010 eintragen sollten, ehe über eine Lösung des Konflikts um die Budgetobergrenze von 45 Millionen Euro verhandelt werden könne.
jok/Reuters
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