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27.07.2009
 

Unfall in Ungarn

Massas Sehnerv verletzt

Aus dem Koma erwacht, aber Sorgen wegen seiner Augenverletzung: Der schwer verunglückte Felipe Massa ist auf dem Weg der Besserung. Doch der Sehnerv im linken Auge des Ferrari-Piloten ist geschädigt, das Aus für die laufende Saison wahrscheinlich.

Hamburg - Felipe Massa ist zwei Tage nach seinem schweren Unfall auf dem Hungaroring aus dem künstlichen Koma erwacht, doch mögliche Probleme am linken Auge könnten die Karriere des Formel-1-Fahrers beeinflussen. Wie weitere Untersuchungen ergaben, zog sich der 28-Jährige eine Schädigung des Sehnervs zu.

Ferrari-Fan: Warten vor dem AEK-Hospital in BudapestZur Großansicht
AP

Ferrari-Fan: Warten vor dem AEK-Hospital in Budapest

Um die Schwere der Verletzung genauer beurteilen zu können, müsse Massa aber erst wieder in der Lage sein, das Auge vollständig zu öffnen, sagte Professor Robert Veres vom Budapester AEK-Krankenhaus am Montag. Der Ferrari-Pilot werde vermutlich für die restliche Saison ausfallen, so Veres.

Massa wird nach Angaben von Lajos Zsiros, Chefchirurg des Hospitals, nicht mehr künstlich beatmet. Der Brasilianer sei zwar schläfrig, aber ansprechbar und gebe spontane Antworten, erklärte der Arzt. Massa habe bereits mit seiner Familie gesprochen. Laut Zsiros könne man von einer weiteren positiven Entwicklung seines Gesundheitszustandes ausgehen.

Auch Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, der am Montag nach Ungarn gereist war, und sich mit Massas Ehefrau und dessen Eltern traf, äußerte sich insgesamt zuversichtlich. "Es war ein schwerer und unfassbarer Unfall. Wir müssen nun abwarten, aber die Zeichen sind ermutigend", sagte di Montezemolo. "Wir warten alle auf ihn bei Ferrari und ich bin überzeugt, dass wir ihn wieder in einem unserer Einsitzer sehen werden und dass er wieder ganz oben mitfahren wird", sagte der Ferrari-Boss.

Dennoch macht sich die Scuderia Gedanken über einen Ersatzmann für die kommenden Rennen. Teamchef Stefano Domenicali werde Vorschläge machen, erklärte di Montezemolo: "Wir werden eine Entscheidung treffen, wenn die Zeit dafür richtig ist." Ein Name fällt dabei vor allem in italienischen Medien immer: Michael Schumacher.

Massa hatte am Vormittag nach Aussagen von Istvan Bocskai, Sprecher des ungarischen Verteidigungsministeriums, bereits wieder Hände und Füße bewegt. Wahrscheinlich habe er keine weiteren Verletzungen, jedoch sei der Genesungsprozess noch nicht in der Phase, in der man dies mit Bestimmtheit sagen könne, erklärte Bocskai. Angesichts der Schwere des Eingriffs, bei dem auch der Schädel des Piloten geöffnet worden war, bestünde immer ein Risiko, teilten die behandelnden Ärzte mit.

Massa war am Samstag in der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn mit etwa Tempo 190 frontal in einen Reifenstapel gekracht, nachdem er zuvor von einer etwa 800 Gramm schweren Stahlfeder am Helm getroffen worden war. Die Metallspirale hatte sich von Rubens Barrichellos BrawnGP gelöst.

Die Ärzte hatten Massa wegen schwerer Kopfverletzungen operiert und danach in ein künstliches Koma versetzt. Der persönliche Arzt des Südamerikaners sagte, Massa habe "ein kleines Ödem" (Schwellung) im Hirn-Nervengewebe erlitten - dies habe ihm der behandelnde Neurologe mitgeteilt.

wit/dpa/sid/Reuters

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