Mittwoch, 10. Februar 2010

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11.08.2009
 

Kommunikationsexperte Fischer-Appelt

"Schumacher hat alles richtig gemacht"

Rückzieher statt Comeback: Michael Schumacher hat seine Rückkehr in die Formel 1 abgesagt. Die Fans werden ihrem Idol trotzdem treu bleiben, glaubt Kommunikationsexperte Andreas Fischer-Appelt. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview nennt er Schumachers Vorgehen "sehr transparent und ehrlich".

SPIEGEL ONLINE: Herr Fischer-Appelt, erst kommt er zurück, dann tritt er wieder zurück: Hat Michael Schumacher mit dem Hin und Her sein Image beschädigt?

Angeschlagener Schumacher: Einzig richtige Entscheidung getroffen
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AP

Angeschlagener Schumacher: Einzig richtige Entscheidung getroffen

Fischer-Appelt: Ein klares Nein. Michael Schumacher hat mit der Ankündigung des Comebacks natürlich große Erwartungen geweckt. Aus Kommunikationssicht war das spektakulär, eine noch größere Nummer als die Rückkehr von Lance Armstrong …

SPIEGEL ONLINE: … der tatsächlich noch mal bei der Tour de France startete. Schumacher dagegen wird nun doch nicht wieder ins Cockpit steigen.

Fischer-Appelt: Er hat damit die einzig richtige Entscheidung getroffen. Natürlich hätten sich alle gefreut, aber die Gesundheit geht nun mal vor. Schumacher hat zudem stets gesagt, dass er erst einmal testen muss, ob sein Körper den Belastungen nach seinem Motorradunfall noch standhält. Michael war immer ehrlich, er hat alles richtig gemacht.

ZUR PERSON

Andreas Fischer- Appelt ist 44 Jahre alt und in Bonn geboren. Er ist Mitbegründer und Geschäftsführer der Agenturgruppe fischerAppelt Kommunikation. Die Agentur erhielt den Gold Award "Agentur des Jahres 2004". Eine Umfrage des Branchendiensts Holmes Report im Jahr 2005 hat ergeben, dass fischerAppelt begehrtester Arbeitgeber für PR- Profis in Kontinentaleuropa ist. Außerdem ist Fischer- Appelt Vizepräsident des Netzwerks "Public Relations Organization International".
SPIEGEL ONLINE: Trotzdem ist für Reiner Ferling vom Kerpener Michael-Schumacher-Fanclub "eine Welt zusammengebrochen".

Fischer-Appelt: Natürlich sind die Fans enttäuscht. Aber sie werden es ihm nicht übel nehmen. Eine neue Lichtgestalt vom Schlage eines Michael Schumachers erwächst nicht so schnell. Daher nimmt sein Image auch nicht so schnell Schaden.

SPIEGEL ONLINE: Wie sieht es mit Ferrari aus? Der Rennstall hatte das Comeback bereits als perfekt vermeldet.

Fischer-Appelt: Auch Ferrari hat bei der ganzen Sache nichts falsch gemacht, weil nicht die Automarke, sondern die Marke Schumacher im Vordergrund stand. Daher wird auch Ferrari nach Schumachers Absage kein Imageproblem haben. Es wäre ja sowieso nur eine Lösung auf Zeit gewesen.

SPIEGEL ONLINE: Ein Imageproblem hat die Formel 1 aber aufgrund der Streitigkeiten der vergangenen Wochen nach wie vor. Schumachers Comeback hätte da sicher einiges kaschiert.

Fischer-Appelt: Es war auch meine Hoffnung, dass man über die Persönlichkeit Michael Schumachers endlich wieder zu sportlichen Themen gekommen wäre. Der Nachwuchs ist einfach noch nicht so weit, in einer solchen Phase das Interesse so stark auf sich zu ziehen wie Schumacher. Dieser positive Nebeneffekt für die Sportart ist seit heute verpufft.

Das Interview führte Mike Glindmeier

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