Hamburg - Der weltgrößte Autobauer Toyota steigt aus der Formel 1 aus. Das teilte das japanische Unternehmen am Mittwoch offiziell in Tokio mit. Der Ausstieg Toyotas bedeutet, dass kein Team aus Japan mehr in der "Königsklasse" des Motorsports vertreten sein wird. Zuvor hatte bereits BMW seinen Rückzug aus der Formel 1 verkündet - im Dezember 2008 war das Unternehmen Formel 1 auch schon Honda zu teuer geworden. Dessen Lizenz hatte daraufhin Ross Brawn übernommen und Jenson Button zum Weltmeister gemacht.
"Dies war eine schwierige, aber letztlich unvermeidbare Entscheidung", sagte Firmenchef Akio Toyoda, selbst ein begeisterter Motorsportler. "Seit dem Beginn der Wirtschaftskrise haben wir mit der Frage gerungen, ob wir in der Formel 1 bleiben. Ich entschuldige mich bei den vielen Toyota-Fans dafür, dass wir die gesteckten Ziele nicht erreicht haben."
Am Montag hatte auch noch der weltgrößte Reifenkonzern Bridgestone seinen Ausstieg Ende 2010 bekanntgegeben. Zudem sind nun bereits drei Hersteller ausgestiegen, da auch BMW nicht mehr in der Formel 1 fahren wird. Somit verbleiben für das kommende Jahr nur noch Mercedes, Ferrari und Renault.
Toyota war 2002 in die Formel 1 eingestiegen und hatte sich erst diesen Sommer verpflichtet, bis Ende 2012 dabeizubleiben. Die hochgesteckten Ziele konnte Toyota nie erfüllen. 139-mal ging der Rennstall an den Start eines Grand Prix, keinen einzigen konnte er gewinnen. Drei Pole-Positions, drei schnellste Rennrunden und insgesamt 278,5 Punkte stehen zu Buche. Seine erfolgreichste Saison fuhr Toyota 2005. Damals erreichte das Team einen vierten Rang in der Konstrukteurs-WM und Ralf Schumacher als Sechster in der Fahrerwertung die beste Platzierung eines Piloten in der Geschichte des Rennstalls.
Toyota-Ausstieg bedeutet Hoffnung für BMW-Nachfolgeteam
Im Juli hatte die zu Toyota gehörende Fuji International Speedway Co. bereits das Formel-1-Rennen auf ihrer Hausstrecke im japanischen Fuji für 2010 abgesagt. Für Toyota ging zuletzt Timo Glock an den Start. Er hatte 2008 das Cockpit von Ralf Schumacher übernommen.
Für den BMW-Nachfolge-Rennstall könnte das Toyota-Aus indes die Möglichkeit sein, den begehrten Startplatz zu bekommen. Bis dato steht Sauber auf der Warteliste. Und die Übernahme des Teams durch die Investorengruppe Qadbak hängt von einem der 13 Startplätze für 2010 ab. "Das Management von Toyota hat eine Entscheidung getroffen, die es zu respektieren gilt", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen: "Wir werden nun mit der Fia die entsprechenden Auswirkungen für das BMW-Sauber-Team besprechen."
Für die japanische Motorsportszene bedeutet der Toyota-Ausstieg einen weiteren Schlag. 2008 hatte sich bereits Subaru und Suzuki aus der Rallye-WM sowie Kawasaki aus der MotoGP zurückgezogen.
goe/fsc/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Formel 1 | RSS |
| alles zum Thema Formel 1 | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH