Von Benjamin Schulz
Michael Schumachers Worte klangen eindeutig: Er sehe sich als "jemand, der zurückgetreten ist". Er sei glücklich mit dem Leben, das er nun führe. "Ich plane kein Comeback" - doch dann: "Aber wer weiß, was alles passiert?"
Nur Schumacher weiß, ob er im Oktober, als er diesen Satz im SPIEGEL-Gespräch sagte, schon ahnte, dass sich Mercedes bei ihm melden würde. Nun ist genau das geschehen. Das Angebot des Stuttgarter Rennstalls, in die Formel 1 zurückzukehren, war offenbar so verlockend, dass Schumacher bereit war, sein Leben drastisch zu ändern. Die Reaktionen auf das geplante Comeback sind euphorisch.
Schon einmal hatte der Ausnahmerennfahrer versucht, seinen Abschied aus der Formel 1 rückgängig zu machen: Nach dem Grand Prix am 22. Oktober 2006 in Brasilien, als er auf den letzten Platz zurückfiel, aber dann doch noch Vierter wurde, trat er als erfolgreichster Formel-1-Pilot der Geschichte zurück. 249 Rennen, 91 Siege, sieben Titel, lautete seine Bilanz. Es war ein würdiger Abschied, Schumacher ging nach dem wohl besten Rennen seiner Karriere.
"Es ging eben nicht"
Drei Jahre fuhr er nicht in der Königsklasse - bis Ferrari-Pilot Felipe Massa Ende Juli beim Qualifying zum Großen Preis einen schweren Unfall hatte. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo fragte, ob Schumacher für den verletzten Massa einspringen könne - ein Freundschaftsdienst für den Rennststall, mit dem der Kerpener fünf Titel gewonnen hatte und für den er dann als Berater arbeitete.
Es folgte der Rücktritt vom Comeback.
Und nun, wenige Monate später: das erneute Comeback, dieses Mal nicht als Intermezzo geplant, sondern auf Dauer. Nicht bei Ferrari, sondern bei Mercedes, zunächst für drei Jahre. Dieser Schritt klingt groß, sensationell, verwegen - aber er wirft auch Fragen auf. Und er schürt Zweifel.
Hält der Nacken?
Zu seiner aktiven Zeit war Schumacher einer der fittesten Fahrer, doch nun ist er mit 40 Jahren der älteste Pilot im Rennzirkus, am 3. Januar wird er 41. Früher erholte er sich nach Unfällen schnell, wie nach seinem Beinbruch 1999 in Silverstone und beim Saisonstart 2001 in Australien, als sich sein Auto zweimal überschlug.
Und jetzt? Körperlich fühlt sich Schumacher - weniger als ein halbes Jahr nach seiner Comeback-Absage bei Ferrari - den Anforderungen der Formel 1 plötzlich doch gewachsen. Bei den Testfahrten für Ferrari nach drei Jahren Pause sei er in wenigen Tagen genauso fit gewesen und habe körperliche Werte wie früher, sagte er im Oktober. Außer dem Nacken habe der Rest des Körpers im Sommer signalisiert: "Du bist doch ganz der Alte."
Selbst wenn er körperlich der Alte sein mag - mit Gesundheit allein ist es nicht getan. Der äußerst ehrgeizige Schumacher wird kaum Gefallen daran finden, bei seinen Konkurrenten hinterherzufahren. Die Sportgeschichte bietet viele Beispiele von Athleten, die nach ihrem Karriereende etwas vermissten, zurückkamen - aber nie wieder ihr früheres Niveau erreichten. Muhammad Ali, Mark Spitz und Björn Borg sind nur drei der bekanntesten Namen.
Wie gut kann er noch sein?
Schumachers Professionalität und Disziplin sind gleichwohl immer noch erstklassig. Seine Detailversessenheit und sein Fahrgefühl sind legendär. Es gibt keine Hinweise darauf, dass er sein fahrerisches Können seit seinem Rücktritt eingebüßt hat. Helfen wird Schumacher bei Mercedes die Zusammenarbeit mit Teamchef Ross Brawn, mit dem er bei Ferrari seine größten Erfolge feierte. Zudem bekommt Schumacher ein Auto, das durchaus konkurrenzfähig ist.
Trotz Brawn ist die Formel 1 aber nicht mehr der Rennzirkus, der Schumacher vertraut war und in dem er erfolgreich war wie kein Zweiter. Er muss ein neues Team und ein neues Auto kennen lernen.
So sind beispielsweise Slicks als Reifen wieder erlaubt - Schumacher fuhr zuletzt 1997 damit. Auch die Aerodynamik hat sich deutlich verändert, es gibt nun höhere und schmalere Heckflügel und breitere Frontflügel. Die Konkurrenz hat dabei ein Jahr Erfahrungsvorsprung. Zudem wurden Probefahrten massiv eingeschränkt. Tests mit einem GP2-Auto oder in Autos von 2008, die noch erlaubt sind, sagen wenig aus. Schumacher wird improvisieren müssen - nicht nur auf vertrauten Strecken. 2010 wird er sich auf Pisten beweisen müssen, die er noch nie gefahren ist: Valencia, Singapur, Abu Dhabi, Korea.
Wie geht er mit der Konkurrenz um?
Auch in seinem neuen Team wird Schumacher auf eine unbekannte Konstellation treffen. Nico Rosberg als zweiter Mercedes-Fahrer wird sich nicht wie einst Rubens Barrichello oder Felipe Massa von Beginn an mit dem Status der Nummer zwei abfinden. Als Rosberg zu Mercedes wechselte, rechnete er sicher nicht mit Schumacher, der interne Konkurrenzkampf ist abzusehen. Bei seiner Comeback-Pressekonferenz sagte Schumacher nun, er reklamiere den Nummer-eins-Status bei Mercedes nicht für sich.
Bei Fahrern anderer Teams stellt sich die Frage, ob sie Schumacher den Respekt auf der Strecke entgegenbringen, der früher zweifellos da war. Schumacher ist nicht mehr der unantastbare Weltmeister. Andere Piloten, die sich nach vorne gefahren haben, wie Jenson Button, Sebastian Vettel, Mark Webber oder Lewis Hamilton, werden ihren Rang im Rennzirkus nicht einfach hergeben. Zudem gibt es viel mehr siegfähige Autos als zu Schumachers Zeiten; die technologische Dominanz, die er bei Ferrari lange hatte, ist weg.
Was also treibt Schumacher? Finanziell braucht er das Comeback nicht. Er gilt mit einem Vermögen, das nach "manager magazin"-Informationen auf 500 Millionen Euro geschätzt wird, als zweitreichster Sportler der Geschichte - nur Tiger Woods hat noch mehr Geld.
Dem SPIEGEL sagte er nach dem abgebrochenen ersten Comeback-Versuch: "Interessante, spannende Dinge auszuprobieren, das ist jetzt der Luxus meiner Freiheit. Ich lebe. Ich will Spaß haben. Und dazu gehören verrückte Dinge."
Die beste Art, Spaß zu haben, ist für Schumacher offenbar das Leben als Formel-1-Pilot.
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das Gejammer wegen Schumis Abtritt wurde ja auch pausenlos in den Medien gehalten, ich denk, dei Fans sahen das einfach als normal an, dass ein alter Mann abtritt, die neuen, jungen kaum Mitte 20 haben diese Lücke längst [...] mehr...
Wozu? Sind doch genügend gute Fahrer auf der Tour.... mehr...
Sorry aber in der Formel 1 und vermutlich in der ganzen Motorsportszene gibt es wohl kein Weichei wie es Norbert Haug eins ist. Und mit Ron Dennis hat man als Fahrer eher weniger zu tun. Das Alonso einer ist der [...] mehr...
Aufgemerkt, werte Rennstreckenguker, dem F1 - Forumsspezialisten "sitiwati" ist eine Ungeheuerlichkeit passiert. Ein "AZUBI", spanischer Herkunft - vermutlich mit Nordafrikanischen Einschlag - hat es gewagt [...] mehr...
Nun ja der deutsche Kunde erwartet vom spanischen Handwerker eigentlich nur das er sich an das hält was vereinbart und angeboten war. Da haben die Jungs nur allzu oft ein Problem mit und weil sie sich verkalkuliert haben wid [...] mehr...
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