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13.03.2010
 

Formel 1

Auf dem Weg in ein unbekanntes Land

Aus Bahrain berichtet Hartmut Lehbrink

Formel-1-Qualifying: Vettel auf der Pole Position, Schumacher Siebter
Fotos
dpa

Startplatz sieben. Formel-1-Rückkehrer Michael Schumacher hatte sich mehr erhofft. Beim ersten Grand Prix des Jahres scheint die Konkurrenz stärker, Vettel auf Pole, Mercedes-Kollege Rosberg auf Rang fünf. Doch mit der Sieben verbindet Schumacher gute Erinnerungen.

Bei der Pressekonferenz für die drei Schnellsten im Qualifying in Bahrain fällt der Name Michael Schumacher überhaupt nicht. Sebastian Vettel und die beiden Ferrari-Piloten liefern Gesprächstoff genug. An den vergangenen Tagen im Fokus brodelnden Interesses, wird der siebenfache Weltmeister von Rang sieben aus der vierten Reihe starten. So einfach ist das. Keine Häme, nichts.

Sachlichkeit ist angesagt. Auch der Meister in Silber spielt das Resultat herunter, alles sei glatt gelaufen, natürlich hätte er gerne weiter vorn gestanden. Formel-1-Augur Niki Lauda lobt gar, Schumacher habe sehr viel erreicht bei seinem Zweit-Debüt.

Die Stunde der Wahrheit schlug um 14 Uhr Lokalzeit. Beim Qualifying zum ersten Lauf dieser Saison. Nach Monaten, in denen Gerüchte und Spekulationen waberten. Aber Wahrheit ist relativ und oft nur aus einer Momentaufnahme abzuleiten. "Wir sind auf dem Weg in ein unbekanntes Land", sagt Fernando Alonso, "wir müssen unsere Autos verstehen lernen mit anfänglich mehr als drei Zentnern Sprit an Bord. Und mit Reifen, die vor allem hinten rasch abbauen und jeden Fehler krummnehmen." Früher habe ein Grand Prix praktisch aus einer Reihe von Sprints bestanden. Heute mutiere er zu einem kleinen Marathon. Nicht unähnlich einem Endurance-Rennen.

"Witzig", sekundiert ihm Vettel, "wenn wir im vorigen Jahr gefragt wurden, wann unsere Boxenstopps zu erwarten seien, durften und wollten wir darauf nicht antworten. Heute können wir es gar nicht."

Auch so etwas spielt dem klugen Taktiker und Fahrzeug-Versteher Schumacher in die Karten, mit dem genialen Strategen Ross Brawn im Hintergrund zumal. Deshalb lässt sich auch der gegenwärtige Stand der Wahrheit nicht so einfach hochrechnen. Und der sieht so aus: In allen drei Trainingssitzungen und den drei Phasen des Qualifyings war Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg der Schnellere, von den Medien ein wenig stiefmütterlich behandelt, seitdem die Verpflichtung des Kerpeners ruchbar wurde. Das gehe schon in Ordnung, lässt sich Schumacher dazu in ungewohnter Brüderlichkeit vernehmen. Man müsse schließlich das Team gemeinsam nach vorne bringen.

Mit Spannung wurde auch der Ausgang der anderen teaminternen Duelle im Premium-Segment des Grand-Prix-Feldes erwartet. Die Ergebnisse fielen teils wie vermutet, teils überraschend aus: Vettel (Red Bull) vor Mark Webber, der nach erheblicher Behinderung durch eine schwere Veretzung vor Beginn der vorigen Saison wieder zu voller Kampfkraft aufgelaufen ist. Felipe Massa vor dem Ferrari-Novizen Alonso. Und dies nach gut acht Monaten Abstinenz nach der schlimmen Kopfverletzung beim Großen Preis von Ungarn 2009, als ihm eine 800 Gramm schwere Metallfeder wie ein Geschoss gegen den Helm hämmerte. Der kleine Brasilianer sagt, er habe nie daran gezweifelt, am Ende aus der Sache unbeschädigt hervorzugehen. Das klang wie eine Kampfansage an den stolzen Asturier Alonso.

Die Deutschen sind auf dem Vormarsch

Und schließlich: McLaren-Superstar Lewis Hamilton mit fast einer halben Sekunde Respektabstand vor McLaren-Superstar Jenson Button. Die demonstrativ zu Schau getragene Eintracht zwischen den beiden ist im Augenblick echt gefährdet. Zwei Weltmeister in einem Team, spottete jemand, sind wie zwei Bischöfe in einem Sprengel, wovon man bei McLaren bekanntlich ein Lied singen kann seit den Tagen der robust ausgetragenen Prost-Senna-Fehde.

Die Deutschen sind im Vormarsch: Zu Vettel, Rosberg und Schumacher unter den ersten Zehn gesellte sich Adrian Sutil, dessen Potential in der Vergangenheit nicht nur auf nasser Piste aufblitzte. Am Sonntag als Einziger auf harten Pneus am Start, könnte er mit dem in langer und zäher Winterarbeit sublimierten Force India zum Joker des Rennens werden. Sehr zum Ergötzen seines lebenslustigen Team-Principals, des umtriebigen Vielfach-Unternehmers Vijay Mallya.

Noch etwas lehrten diese 60 Minuten im sengend heißen Wüstensand gleichwohl: Um vorne mitzufahren, bedarf es nicht unbedingt eines Mercedes-Triebwerks. Nach dem zweiten Training am Freitagnachmittag, als sich die ersten Vier allesamt aus dem Werks-Aufgebot und den Piloten des Mercedes-Kunden McLaren rekrutierten, hatte es noch den Anschein gehabt.

Übrigens: Bei seinem ersten Grand Prix 1991 im belgischen Spa startete Schumacher auch von Platz sieben. Was folgte, war eine Karriere der Superlative mit sieben WM-Titeln. Vielleicht wiederholt sich Geschichte ja doch.

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insgesamt 5 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
14.03.2010 von m-pesch: ...

Wo ist eigentlich der Artikel mit der Überschrift "Vettel holt Pole" ?? War das nix? mehr...

14.03.2010 von Gorchus: aha

Weiß zwar nicht was an der Leistung vom Schumacher auszusetzen war, aber es macht den anschein irgendeiner muss immer kritisieren, um sich zu profilieren. Als ob Schumacher in all den Jahren jedes Qualifying gewonnen hätte. [...] mehr...

14.03.2010 von Methusalixchen: Ich finde es schon schwach von den Medien, ...

... daß der bis gestern allgegenwärtige Schumacher nach dem 7. Startplatz von den Titelseiten verschwindet. Was seid Ihr bloß für armselige Würstchen? mehr...

13.03.2010 von Fangio: Aus dem Stand

Guter Punkt. Alle Welt scheint wie selbstverständlich davon auszugehen, dass beim Dream-Team die Standfestigkeit, insbesondere des neuen Mercedes-Motors vom ersten Rennen an gegeben ist. Das war in der Vergangenheit bei den [...] mehr...

13.03.2010 von MadMad:

Abwarten ! Ich denke zwar nicht, dass er siegen kann, aber das Treppchen ist möglich , wenn denn das neue Auto hält. mehr...

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Alle Änderungen der Formel-1-Saison 2010 auf einen Blick:

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Zehn statt wie bisher acht Fahrer erhalten Punkte. Der Sieger bekommt künftig 25 Zähler anstelle von zehn. Die weitere Punktwertung von Rang zwei bis zehn: 18, 15, 12, 10, 8, 6, 4, 2, 1.

Rennkalender

Größeres Starterfeld

Veränderter K.o.-Modus

Tankverbot

Budget

Mitarbeiter


Die 19 Formel-1-Rennen der Saison 2010
Datum Land Ort
14. März Bahrain Sachir
28. März Australien Melbourne
04. April Malaysia Sepang
18. April China Shanghai
09. Mai Spanien Barcelona
16. Mai Monaco Monte Carlo
30. Mai Türkei Istanbul
13. Juni Kanada Montréal
27. Juni Europa Valencia
11. Juli Großbritannien Silverstone
25. Juli Deutschland Hockenheim
01. August Ungarn Budapest
29. August Belgien Spa
12. Sept. Italien Monza
26. Sept. Singapur Singapur
10. Okt. Japan Suzuka
24. Okt. Südkorea Yeongam
07. Nov. Brasilien São Paulo
14. Nov. V. A. Emirate Abu Dhabi





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