Aus Spa-Francorchamps berichtet Detlef Hacke
Es gibt die zwei Gesichter des Sebastian Vettel. Es gibt den sonnigen, verschmitzten Sebastian, mit 23 Jahren einer der jüngsten Formel-1-Fahrer, jemand, dem scheinbar nichts die Laune verhageln kann. Und es gibt den hart dreinblickenden Vettel, den Rennprofi mit unbändigem Ehrgeiz, dem Verärgerung über Misserfolge sofort anzusehen ist. Dann ist alles Jungenhafte verflogen, es ziehen sich zwei Furchen von der Nase zu den Mundwinkeln, und Vettel wirkt um Jahre gealtert.
Nach dem Grand Prix von Belgien gab es Vettel zu sehen, nicht Sebastian.
Er hatte das Rennen in Spa verloren und war nur 15. geworden, vor allem weil er einen Fahrfehler gemacht hatte, nicht den ersten in dieser Saison, die der Red-Bull-Pilot so gerne mit dem Weltmeistertitel krönen möchte. Doch das Ziel scheint nun in die Ferne zu rücken.
Vettel liegt nach seiner Nullrunde zwar immer noch auf dem dritten WM-Rang (151 Punkte), doch Belgien-Sieger Lewis Hamilton (182) und der zweitplatzierte Mark Webber (179), Vettels Teamkollege, haben sich von dem Deutschen abgesetzt. Und es sind nur noch sechs von 19 Saisonrennen zu fahren.
Vettel gibt einer Bodenwelle die Schuld
Vettel hatte in Belgien früh, in der 16. von 44 Runden, versucht, den auf Platz zwei liegenden Jenson Button mit einem Bremsmanöver zu überholen. Dabei war er ins Schlingern gekommen, schoss dem McLaren unkontrolliert in die Seite, musste sich an der Box eine neue Front samt Flügel anschrauben lassen, kassierte eine Durchfahrtstrafe - und fiel weit zurück. Dabei lag es nicht einmal am einsetzenden Regen, dass er die Kontrolle über seinen Rennwagen so abrupt verlor. "Es gibt da beim Anbremsen einer Bodenwelle", sagte Vettel zerknirscht, "die habe ich wohl ein bisschen falsch erwischt. Dann habe ich das Auto urplötzlich verloren. Das war für mich eine Überraschung."
"Er macht sich das langsam zur Gewohnheit, andere aufzuspießen", schimpfte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh, verärgert über Buttons Ausfall, "das war wie bei einem Junioren-Rennen. Wenn du um den Titel fährst, darfst du so etwas nicht machen."
Niemand stand in diesem Jahr öfter auf der Pole Position als Vettel, sieben Mal. Doch während ihn zu Saisonbeginn noch technische Defekte um Siege und WM-Punkte brachten, mehren sich inzwischen persönliche Unpässlichkeiten. Zuerst eine Kollision mit Webber in Istanbul, gefolgt von schlechten Starts in Silverstone und Hockenheim, und zuletzt verlor Vettel in Budapest alle Chancen, weil er hinter dem Safety Car zu viel Platz ließ und von den Rennkommissaren für seine Bummelei bestraft wurde.
Vettels Talent ist unbestritten, doch ob er bereits die Abgeklärtheit aufbringt, die im WM-Kampf nötig ist, daran mehrt das ungestüme Vorgehen Zweifel. Im teaminternen Duell scheint Mark Webber, 34, langsam die Oberhand zu gewinnen. In Spa war der australische Routinier von der Pole Position aus gestartet, fiel auf den fünften Rang zurück, ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und hangelte sich im Feld stetig voran.
Hamilton gibt sich viel souveräner
Und McLaren-Pilot Hamilton, dem trotz der Wetterkapriolen ein Start-Ziel-Sieg gelang, leistete sich zwar einen Patzer und rumpelte über Kies und Gras, aber das unterlief ihm erst gegen Rennende im strömenden Regen, als alle so ihre Probleme damit hatten, auf der Piste zu bleiben.
"Es fühlt sich an wie beim ersten Mal", rief der Weltmeister von 2008 in den Boxenfunk, als er die Ziellinie überquerte. Das machte an diesem Sonntag den Unterschied zu Vettel aus: Gefahren ist Hamilton so abgeklärt, als sei es bereits das hundertste Mal gewesen.
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Liebe Forums-Teilnehmer, bitte diskutieren Sie über Sebastian Vettels Gewinn der Formel 1-Saison in unserem neuen Forum 'Diskutieren Sie über Sebastian Vettels Titel-Triumph' weiter. Sie finden es unter der URL [...] mehr...
D - OE personen, partei und firmen schon leangst per politischer degeneration abhanden gekommen ist = gib niemals auf und ignorier was die anderen sagen. der vettel demonstriert 2 werte die den Anderen wimmern. mehr...
...Nach all dem Pech, nach all den unverschuldeten Ausfällen ist d a s am Ende einfach nur GERECHT !!!!! mehr...
Schade, ich hätte dem Alonso das echt gegönnt. Nur damit der Spruch 'Fair Play zahlt sich aus' wieder einmal widerlegt wird ... aber nein. :/ Aber nice work vom Rasenballsport F1 Team. mehr...
Irgendwas scheint mit der Spiegel-Uhr nicht zu stimmen !! Vielleicht mal stellen. Nee, aber mal im Ernst. Der beste Fahrer hat verdient gewonnen. Glückwunsch. mehr...
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