Hamburg - Auf seiner Homepage lächelte Heidfeld auch am Donnerstagvormittag noch im Lotus-Renault-Dress seine Fans an. Es ist ein Bild, das von der Aktualität überholt worden ist. Am Sonntag beim Großen Preis von Belgien (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ist der 34-Jährige nicht in dem blau-gelben Formel-1-Rennwagen im Einsatz. Stattdessen nimmt Bruno Senna (Brasilien) im zweiten Renault Platz. Heidfeld ist raus. Das teilte der Rennstall am Mittwochabend, in einer sechszeiligen Presseerklärung, mit. Heidfeld hat bereits rechtliche Schritte gegen Renault eingeleitet.
"Ich habe einen gültigen Vertrag und möchte fahren. Im Moment gibt es ein schwebendes Verfahren, dementsprechend ist es angebracht für mich, nicht zuviel zu sagen", sagte Heidfeld am Donnerstag. Für den kommenden Mittwoch ist eine Vorverhandlung angesetzt, am 19. September in London soll die Hauptverhandlung stattfinden. Dann werde es eine Entscheidung geben, sagte Heidfeld.
Heidfeld, der in 183 Formel-1-Grand-Prixs keinen Sieg erringen konnte, steht mit der Verbannung vor dem Aus in der Rennserie. Lotus Renault hat bestätigt, ihn dauerhaft ausmustern zu wollen. Senna sagte am Donnerstag: "Die Absicht des Teams und von mir ist es, dass ich bis zum Saisonende fahre."
Zuletzt war der Deutsche von Eric Bouiller deutlich kritisiert worden: "Er hat nicht die Führungsrolle angenommen, die wir von ihm sehen wollten", sagte der Lotus Renault-Teamchef. Heidfeld, der im Februar als Vertreter für den verunglückten Robert Kubica ins Team gekommen war, liegt mit insgesamt 34 Punkten in der WM-Wertung zwei Punkte vor Teamkollege Witaly Petrow.
Nach einem guten Start bei Lotus Renault mit einem dritten Platz in Malaysia im April zeigte die Formkurve von Heidfeld zuletzt aber nach unten. Vor allem im Qualifying hatte er mit dem Teamkollegen Probleme, verlor acht von insgesamt elf Trainingsduellen.
Zu den genauen Gründen für das Heidfeld-Aus wollte sich Lotus Renault eigentlich am Donnerstag äußern. Eine geplante Presseerklärung wurde jedoch vorerst nicht verschickt. Angeblich soll der neue Mann, Bruno Senna, der sein bislang letztes von insgesamt 18 Rennen im Finale der vergangenen Saison bestritt, Sponsorengelder mitbringen.
Heidfeld kann in seiner Formel-1-Karriere auf insgesamt acht zweite Plätze zurückschauen. Weitere fünfmal schaffte er es auf Rang drei. Nun ist Heidfeld ausrangiert.
chp/dpa/sid
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