Comeback im Ferrari-Team Michael Schumacher kehrt in die Formel 1 zurück

Sensation in der Formel 1: Michael Schumacher steigt wieder für Ferrari in den Rennwagen. Der deutsche Rekordweltmeister wird als Ersatz für den verunglückten Felipe Massa beim Grand Prix in Valencia starten.


Hamburg - Er ist zurück: Michael Schumacher wagt ein überraschendes Comeback in der Formel 1. "Ich habe mich heute Nachmittag mit Stefano Domenicali und Luca di Montezemolo besprochen, und wir haben gemeinsam entschieden, dass ich mich darauf vorbereiten werde, für Felipe einzuspringen", verkündete der ehemalige Weltmeister an diesem Mittwoch auf seiner Homepage. "Obwohl das Thema Formel 1 für mich seit langem und komplett abgeschlossen war, kann ich aus Verbundenheit zum Team diese unglückliche Situation nicht ignorieren", so der 40-Jährige weiter. "Als Wettkämpfer, der ich nun mal bin, freue ich mich aber auch auf diese Herausforderung." Schumachers Sprecherin Sabine Kehm ergänzte: "Michael steht bereit. Wenn alle Tests und Untersuchungen gut verlaufen, dann wird er starten."

Schon vor seiner endgültigen Zusage hatte Schumacher die Spekulationen angeheizt und eine Rückkehr nicht ausgeschlossen. Wenn Ferrari auf ihn zukomme, werde er sich damit auseinandersetzen, hatte Kehm gesagt. Nach Informationen der italienischen Sporttageszeitung "Tuttosport" wollte die Scuderia Schumacher mit einer Verlängerung seines millionenschweren Beratervertrages ködern - und damit auch das Comeback anschieben. "Die Entscheidung hat Michael selber getroffen und Ferrari-Präsident Montezemolo hat gesagt, dass er ihn überredet habe", sagte Schumachers Manager Willi Weber.

Beim Grand Prix von Valencia wird Schumacher somit an der Seite von Kimi Räikkönen den beim Großen Preis von Ungarn verunglückten Ferrari-Fahrer Felipe Massa vertreten.

Massa war am Samstag im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn bei Tempo 240 von einer 800 Gramm schweren Stahlfeder am Helm getroffen worden, hatte kurzzeitig das Bewusstsein verloren und raste in einen Reifenstapel. Seitdem liegt er in einem Krankenhaus in Budapest.

Ob und wann der Brasilianer wieder ins Cockpit zurückkehrt, ist offen, allerdings waren die Ärzte optimistisch, dass er schon beim Grand Prix in Singapur auf die Strecke zurückkehren kann. Am Mittwoch soll er nach Teamangaben die Intensivstation des AEK-Krankenhauses in Budapest verlassen. Die Internet-Seite der "Gazzetta dello Sport" zitierte Ferrari mit den Worten: "Die Scuderia Ferrari hat die Absicht, Michael Schumacher das Cockpit von Felipe Massa zu übertragen, solange der brasilianische Pilot nicht fahren kann."

"Das Wichtigste vorweg: Gottseidank sind die Nachrichten von Felipe durchweg positiv. Ich wünsche ihm hiermit erneut alles Gute!", begann Schumacher seine Comeback-Erklärung.

Für Schumacher geht es nun darum, sich für das Rennen in rund drei Wochen fit zu machen. Er soll ein spezielles Vorbereitungsprogramm absolvieren. Wegen des Testverbots in der Formel 1 kann er aber keine Runden mit dem Ferrari drehen.

Erst im Februar hatte er sich bei einem Motorradunfall den Nacken verletzt, konnte wochenlang nicht trainieren und musste seinen Start in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft sogar verschieben.

Schumacher holte insgesamt sieben WM-Titel und gewann 91 seiner 250 Rennen. Den bis dato letzten Grand Prix fuhr er am 22. Oktober 2006 in São Paulo. Seitdem hatte Schumacher, der in der Schweiz wohnt, ein Comeback immer wieder ausgeschlossen. Jüngst arbeitete er als Ferrari-Berater.

jar/dpa/sid



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