F-1-Pressestimmen: "Wunder eines ehemaligen Arbeitslosen"

"Der Playboy-Champion": Die britische Presse feiert beim Großen Preis von Brasilien die "brilliante Vorstellung" des neuen Formel-1-Champions Jenson Button. In Italien gilt Button dagegen als "Meister einer WM zum Vergessen", dessen "Wille zum Sieg" gewonnen hat.

Weltmeister Button: "Das beste Rennen meines Lebens" Zur Großansicht
AFP

Weltmeister Button: "Das beste Rennen meines Lebens"

ENGLAND

Daily Mirror: "Top Button. Der Formel-1-Champion widmet den Titel seiner Jessica. Zuvor hatte er dem Unterwäschemodel eine Reise nach Brasilien verboten, damit er sich voll auf das Rennen konzentrieren kann. Bei der Zieldurchfahrt sang er eine etwas schräge Eigenkomposition vom Queen-Hit 'We Are The Champions'. Es ist seit vier Jahrzehnten das erste Mal, dass zwei Briten hintereinander Weltmeister geworden sind."

Daily Mail: "Der Playboy-Champion. Jahrelang war er als Playboy abgestempelt, der sein Talent verschwendet. Jetzt hat er das Bild gerade gerückt und wurde zum Formel-1-Weltmeister gekrönt. Button ist der Sohn eines erfolgreichen Rallye-Piloten. Ihm wurde schon früh in seiner Karriere Großes prophezeit, vor allem, als er mit 20 Jahren der jüngste britische Rennfahrer in der Formel 1 wurde. In den darauffolgenden Jahren schaffte er es aber nicht, zu glänzen und verdiente sich vielmehr abseits der Rennstrecken ein Playboy-Image. Er ließ sich mit jeder Menge Frauen fotografieren und wurde dafür kritisiert, zu viel Zeit für seinen Lebenswandel zu verschwenden."

The Sun: "Großer Button. Jenson Button dreht in Brasilien mächtig auf - und ist neuer Formel-1-Weltmeister. Der überglückliche Rennfahrer weinte, als er die WM-Krone in sensationeller Manier in britischem Besitz halten konnte, nachdem im letzten Jahr Lewis Hamilton gewonnen hatte."

Guardian: "Ein emotionaler Button regiert die Welt nach 'dem besten Rennen meines Lebens'. Der Brawn-Pilot wird der zehnte britische Champion. Und das Team feiert gleich im ersten Jahr auch die Konstrukteurs-WM. Button ist zwar noch keine 30 Jahre alt. Aber er musste länger auf den Titel warten als alle seine Landsmänner vor ihm - ausgenommen Nigel Mansell."

Daily Telegraph: "Wunderbar aggressiv und dabei gewohnt elegant - mit einer durch und durch brillanten Vorstellung sicherte sich Jenson Button seinen wohlverdienten Weltmeister-Titel in Brasilien. Diese Vorstellung war eines Formel-1-Champions würdig."

The Times: "Jenson Button hat eines der beeindruckendsten Comebacks in der Sportgeschichte vollbracht, indem er nach einem spannenden Rennen in Brasilien Formel-1-Champion wurde. Vor elf Monaten noch hatte Button keinen Job und die Möglichkeit, dass er nach dem Ausstieg von Honda nie mehr in der Formel 1 fahren würde, war da. Er hatte zuvor die Angebote von vier anderen Teams ausgeschlagen, um seine Loyalität zu Honda zu beweisen und einen Drei-Jahres-Vertrag über 24 Millionen Pfund zu unterschreiben - nur um danach festzustellen, dass der japanische Autohersteller die Formel 1 endgültig verlassen würde. Ross Brawn rettete das Team, hängte seinen eigenen Namenszug an die Tür und bat Button, das Revival anzuführen."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Komisch, aber wahr. Jetzt zählt Jenson Button zu den Großen der Formel 1. Es ist das Wunder eines ehemaligen Arbeitslosen und eines neuen Teams. Mit sechs Siegen in elf Wochen zwischen Ende März und Anfang Juni ist es Button mit seinen 29 Jahren gelungen, einen Titel zu erobern, der seiner Karriere einen Sinn gibt."

Corriere dello Sport: "Der ruhige Button, Herr im Chaos. Diese sonderbare Weltmeisterschaft ohne Stars belohnt den ruhigsten Piloten der Gruppe, der oft fast einsam und verlassen auf dem Schlachtfeld der Formel 1 scheint."

Tuttosport: "Button, Meister einer WM zum Vergessen. Er ist gut, er beeindruckt aber nicht. Besser als Button ist bestimmt Ross Brawn, ein alter Fuchs, der mit den Regeln spielt und ein Auto entworfen hat, der in der ersten Phase der Meisterschaft die Rivalen vernichtet hat. Brawn ist zwar kein David, der gegen Goliaths (McLaren und Ferrari) kämpft, sondern ein Team, das aus der Asche einer Supermacht der Autoindustrie (Honda) entstanden ist. Die Bilanz ist eine mittelmäßige WM, die mehr wegen des politischen Streits, den Prozessen und der ständigen Polemik als wegen des unspannenden Duells zwischen Button und Barrichello in Erinnerung bleiben wird."

La Repubblica: "Button und Brawn, ein Triumph! Nur Barrichello kann sich nicht freuen. Button kann es nicht fassen: In einer Karriere mit wenig Glück und viel Schwierigkeiten erobert der Brite mit seinen 29 Jahren den Titel."

La Stampa: "Die Formel 1 verbeugt sich vor dem meist kritisierten Piloten der letzten 15 Jahre. Zu Beginn seiner Karriere war er stark, danach hat er mehrere Fehler begangen. Auch in dieser Meisterschaft hat Button viel verschwendet. In den ersten sieben Rennen hat er einen riesigen Vorsprung aufgebaut, den er später verschwendet hat. Am Schluss hat der Wille zum Sieg gewonnen."

BRASILIEN

Folha: "Barrichello scheitert beim Versuch, die Entscheidung auf das letzte Rennen zu vertagen, und muss mit ansehen, wie sein Teamkollege Button in Brasilien den WM-Titel gewinnt."

Gazeta Esportiva: "Button überwindet Skepsis und ist Weltmeister. Dank einer Unfallserie zu Rennbeginn und mit einem aggressiven Fahrstil holt sich der Engländer den Titel."

Jornal do Brasil: "Barrichellos Traum endete an diesem Sonntag. Button zeigte eine wahre Show von Überholmanövern auf der vorletzten Saisonetappe."

O Dia: "Barrichello frustriert die Fans, Button ist Weltmeister."

O Globo: "Der erwartete Regen fiel nicht und Rubinhos Hoffnungen, im Kampf um den WM-Titel zu bleiben, wurden am Sonntag zu Staub."

ARGENTINIEN

Ole: "In Brasilien war nach Barrichellos Pole Position und der Führung im ersten Rennteil alles für eine Samba vorbereitet. Und es gab auch Samba, aber nach englischer Art."

Clarin: "Button feiert einen Titel, der nach der ersten Saisonhälfte nur noch eine Formalität zu sein schien, am Ende aber durch den Aufschwung bei Red Bull und bei seinem Teamkollegen Barrichello kompliziert wurde."

SPANIEN

AS: "Button Weltmeister in Sao Paulo. Ein fünfter Platz in Brasilien in einem verrückten Rennen reicht zur Krönung."

Sport: "Button vollendet das Wunder der Brawns."

Marca: "Button der letzte Sieger vor der Ära Ferrari-Alonso. Sebastian Vettels vierter Platz reichte nicht, um den Titel des Briten zu verhindern."

El Mundo Deportivo: "Der unerwartete Weltmeister. Button erfüllt seine Sehnsucht mit einem fünften Platz in Sao Paulo. Der Engländer vom Brawn-Team zählte vor Saisonbeginn nicht zu den Favoriten. Vom Playboy in die Spuren von Hamilton."

ÖSTERREICH

Österreich: "Button holt Titel im Chaos-GP."

Kurier: "Button on the Top."

Kronenzeitung: "Jenson feierte voller Tränen und Rotwein."

Zusammengestellt vom sid

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Forum - Jenson Button - Würdiger Weltmeister?
insgesamt 74 Beiträge
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1.
derpolokolop 18.10.2009
Ach je, jetzt gehts los... Ja, er hats verdient. Er hat die meisten Punkte gesammelt.
2. ...
averell 18.10.2009
weltmeister ist, wer am ende die meisten punkte hat. und wer die meisten punkte hat, hat es verdient. und nächste saison starten alle bei null punkten und haben die gleichen chancen. :P
3.
jackweil 18.10.2009
Zitat von sysopJenson Button darf sich nach einer fulminanten Saison Formel-1-Weltmeister nennen. Hat der Brite den Titel verdient? Wird er ihn gar verteidigen können? Oder ist Sebastian Vettel der Fahrer der Zukunft?
Gratulation an Jenson Button! Ja, sicher hat er es verdient. Gratulation aber auch an R. Brawn, erste Saison und gleich Fahrer- und Konstrukteursweltmeister. Hut ab. Eine Anmerkung noch. S. Vettel ist von RTL als der Konkurrent von Button hoch stilisiert worden, dabei war der ärgste Konkurrent Rubens Barrichello und nicht S. Vettel. Vettel wird ganz sicher seine Karriere in der F1 machen und im richtigen Team hoffentlich auch Weltmeister werden.
4. Dumme Frage
Realisti 19.10.2009
Natürlich, Jenson Button ist ein würdiger Weltmeister!! (Warum sollter er es nicht sein??) Was das Brawn-Team diese Saison abgeliefert hat ist sensationell! Da haben die anderen Teams, vor allem anfangs Saison ganz alt ausgesehen. BMW hat sogar die Nerven verloren und den Bettel hingeschmissen. Das grosse Ferrari-Team hat die Weiterentwicklung des 2009er Autos eingestellt.... zu grosser Rückstand.... Herzliche Gratulation ans gesamte Brawn-Team und die Fahrer Jenson Button und Rubens Barrichello. Das war Spitze!!
5. Ja
Terrorkater 19.10.2009
Natürlich hat er es verdient. Gutes Team, anfänglich weit besseres, später besseres Auto, wenig Fehler in den Rennen. Gratuliere!
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F1-Weltmeister 2009: Jubel über "Great Button"

Zur Person
Getty Images

Jenson Button wurde am 19. Januar 1980 in Frome (England) geboren. Als Achtjähriger begann er mit dem Kartsport, fuhr ab 1998 in der britischen Formel Ford und Formel 3. 2000 bekam er mit 20 Jahren beim Williams-Rennstall seinen ersten Vertrag in der Formel 1, holte bereits im zweiten Rennen seine ersten WM-Punkte und beendete die Saison als WM-Achter. Über Benetton (2001/2002) und BAR (2003/2004) kam Button 2005 zum Honda-Team, aus dem der jetzige Rennstall Brawn GP hervorging. Sein erster Grand-Prix-Sieg gelang ihm 2006 in Ungarn; von 168 F1-Rennen hat Button bislang sieben gewinnen können, 23 Mal fuhr er aufs Podium. Die Saison 2008 beendete er noch als Gesamt-18., nun ist er das erste Mal in seiner Karriere Weltmeister. mehr auf der Themenseite…