F1-Pilot Vettel: "Webber und ich werden wohl nie gute Freunde"

Die Formel eins geht in die heiße Phase - und auch im Red-Bull-Team wird der Ton rauer. Sebastian Vettel hat die Kritik seines Kollegen Mark Webber gekontert. Als Fahrer respektiere er den Australier zwar, gute Freunde werde man in diesem Leben aber nicht mehr. 

Red-Bull-Fahrer Vettel (r.), Webber: Kollegen, keine Freunde Zur Großansicht
dpa

Red-Bull-Fahrer Vettel (r.), Webber: Kollegen, keine Freunde

Hamburg - Im freien Training zum Großen Preis von Brasilien fuhr Sebastian Vettel der Konkurrenz davon - und auch im teaminternen Verbal-Duell mit Mark Webber liegt der Deutsche aktuell vorn. Vor dem vorletzten Saisonrennen konterte Vettel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Attacken seines australischen Kollegen. "Ach, er hat schon so einiges gesagt in dieser Saison", sagte der deutsche Titelkandidat. "Lassen Sie es uns so sehen. Nach dem, was passiert ist im Laufe der Saison, werden wir wohl nie gute Freunde werden."

Webber hatte vor Rennen am Sonntag (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) unter anderem behauptet, Vettel werde im Team bevorzugt behandelt. Übermäßig viel Talent könne er beim Deutschen auch nicht erkennen. Zudem hatte Webber gefordert, der elf Jahre jüngere Kollege müsse ihm helfen, obwohl auch Vettel noch Titelchancen hat. "Ich versuche, ihn überall zu schlagen", sagte der Deutsche.

"Aber ich habe kein Problem mit ihm. Ich respektiere ihn als Fahrer. Darüber hinaus will ich nicht ins Detail gehen. Vielleicht sollte ich meine Meinung manchmal für mich behalten, das wäre smarter." Er sei aber der Letzte, der einen Konflikt suche, wenn es nicht nötig sei.

Den Vorwurf, vom Team bevorzugt zu werden, wollte der WM-Vierte allerdings nicht stehen lassen: "Ich sehe das nicht so. Das Team gibt uns beiden ein sehr gutes Auto, mit dem wir regelmäßig um Siege fahren können."

"Die einzigen Autos, die ich schlecht behandele, sind Mietautos"

Obwohl der 23-Jährige es ausschloss, schon am Sonntag für den zweitplatzierten Webber zu fahren, sprach er sich grundsätzlich für Teamorder aus. "Laut Reglement ist sie verboten", sagte Vettel: "Aber wir kennen doch das Spiel. Es steckt viel Geld, viel Macht, unglaublich viel Mühe drin, alles zu optimieren. Wenn jemand die Chance hat, den anderen zu schlagen, dann würde wohl jeder eine Teamorder anwenden."

Einen Zusammenhang zwischen seinem Fahrstil und der eigenen Pechsträhne mit zahlreichen technischen Pannen und sieht Vettel nicht. "Es mag Fahrer geben, deren Fahrstil technische Probleme provozieren. Aber ich zähle mich mit ziemlich hoher Sicherheit nicht dazu", sagte er: "Die einzigen Autos, die ich schlecht behandele, sind Mietautos."

jok/sid

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Forum - Furioses Finale - wer gewinnt die Fomel-1-Weltmeisterschaft 2010?
insgesamt 22 Beiträge
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1. tja ein Titel muss her
glass88 04.11.2010
Zitat von sysopDie Formel-1-Saison geht in die heiße Phase und der Kampf um die Krone ist so spannend wie selten. Gewinnt Sebastian Vettel seinen ersten WM-Titel? Triumphiert sein Red-Bull-Kollege Mark Webber? Oder steht ein anderer Fahrer am Ende ganz oben?
Was soll er denn tun als an den Titel zu glauben? Wenn Vettel nicht an den Titel glauben würde dann könnte er ja gleich zu Hause bleiben... Oder glauben sie auch jeden Tag "heute fällt mir bestimt nicht mehr ein was ich schreiben könnte"? Unglaublich negative Berichterstattung... gönnen Sie dem Jungspund doch etwas.
2.
Peter42 11.11.2010
Schade, das es diese einseitige Stimmung zur Sache gibt, es ist Sport und Gottseidank ist im letzten Rennen noch alles offen. Fernando kann sich alles versauen und mit getauschter Maschine nach hinten versetzt werden. Marc kann nach vorne kommen und den ersten machen, falls er an Vettel vorbei kommt. ABER: Wenn Marc seinen Dienstwagen versemmelt und in die Botanik fährt, nutzt ihm ein evtl. geschenkter Sieg vom letzten Rennen Null und Nichts. Von daher hat Vettel alles richtig gemacht und kann im Endspiel passend eingreifen. Geht Alonso hinter die ersten 5, hat Vettel eine Chance, geht Alonso in den ersten 4 mit, kann er Weber helfen, so what? Manchmal muss man Prioritäten setzen und Vettel hat das genau richtig gemacht, und davon mal abgesehen, wenn ihm der Wagen nicht diese paar mal kurz vor Renn-ende abgeraucht wäre, hätte er den Titel schon verdient in der Tasche gehabt.
3. Zum Sieger braucht´s auch Glück
stanis laus 11.11.2010
Und das hat Vettel nicht. Er ist deshalb der Beste. Weil er trotz dieser Pechserie ganz vorne steht.
4. Ganz vorne...
optverteiler 12.11.2010
Zitat von stanis lausUnd das hat Vettel nicht. Er ist deshalb der Beste. Weil er trotz dieser Pechserie ganz vorne steht.
...steht er zum Glück nicht, denn dafür hat "der Beste" dieses Jahr einfach zu viel Bockmist verzapft. Der Bursche ist noch lange nicht abgeklärt genug, um WM zu werden.
5.
Gondwana 12.11.2010
Zitat von stanis lausUnd das hat Vettel nicht. Er ist deshalb der Beste. Weil er trotz dieser Pechserie ganz vorne steht.
Wie schon mein "Vorredner" schrieb, steht dieses Ausnahmetalent NICHT ganz vorne. Zweifelsohne ist Vettel ein guter Rennfahrer, allerdings verkennen die meisten die eklatante Überlegenheit der Red Bulls, die mit einem standfesteren und stärkeren Motor wahrscheinlich schon zur Saisonmitte beide Titel geholt hätten. Und diese Überlegenheit verzerrt das Bild ein wenig. Timo Glock z.B. wäre auch in der Lage, Rennen zu gewinnen, hätte er denn das Material dafür. Die richtig guten Fahrer erkennt man - und das ist ebenfalls nur als Tenedenz zu sehen - daran, daß sie mit offensichtlich unterlegenem Material um den Titel mitfahren können und in der Summe die wenigsten Fehler machen!
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14 25.09. Singapur/Singapur
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16 16.10. Südkorea/Yeongam
17 30.10. Indien/Neu Delhi
18 13.11. VAE/Abu Dhabi
19 27.11. Brasilien/São Paulo