F1-Pressestimmen: "Ferrari begeht Selbstmord"

Die internationale Presse ist sich einig: Sebastian Vettel ist der verdiente Weltmeister. "Ein Triumph des Fair Play" ist der Tenor in England, Italien betrauert Ferrari. In Belgien glaubt man, dass die Zeiten des "Baby-Schumi" vorbei sind. Vettel ist der neue Held.

Ferrari-Pilot Alonso beim Boxenstop: Zu früh die Reifen gewechselt? Zu spät? Zur Großansicht
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Ferrari-Pilot Alonso beim Boxenstop: Zu früh die Reifen gewechselt? Zu spät?

DEUTSCHLAND

Bild: "Wunder! Tränen! Weltmeister! Deutschland völlig Vettel!"

Express: "Diese Tränen lassen uns jubeln."

Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Der frühreife Überflieger. Vettel lässt kaum erkennen, wie diszipliniert man für den Erfolg arbeiten muss, welche Härte sein Beruf verlangt. Es ist kein Wunder, dass sein natürlicher, leichtfüßiger Auftritt weit über das deutsche Lager hinaus ankommt."

Frankfurter Rundschau: "Glückskind Vettel"

Süddeutsche Zeitung: "Der WM-Titel geht verdient an Vettel. Vor allem im Schlussspurt zeigte er, was ihn auszeichnet. Talent, Entschlossenheit, Nervenstärke. (...) Vettel forderte nie Hilfe ein. Den Titel hat er aus eigener Kraft erreicht."

ITALIEN

La Gazzetta dello Sport: "Was für ein bitteres Finale. Ferrari macht alles falsch und wirft den Titel weg. Eine fehlerhafte Strategie verrät Alonso. Vettel ist der Baby-Weltmeister. Da ist Schumis Erbe: Superschnell und voller Einsatz. Vettel fährt wie der frühere Ferrari-Star. Dass Red Bull bis zuletzt auf eine Stallorder verzichtet hat, verdient noch mehr Respekt."

Corriere dello Sport: "Ein fataler letzter Grand Prix. Was für eine Riesen-Enttäuschung. Die Ferrari-Strategie war völlig falsch. Ferrari und Alonso gehen vor Vettel in die Knie."

Tuttosport: "Ferrari begeht Selbstmord. Eine irrsinnige Strategie. Ferrari hatte keinen Mut. Alonso allein reicht nicht."

Corriere della Sera: "Ferrari schießt ein Eigentor. Was für ein Geschenk! Vettel ist der König der Formel 1."

Libertà: "In Maranello schwiegen die Festglocken und die Tifosi weinten. Ferrari schenkt Vettel den Weltmeistertitel. Ein Desaster."

Il Secolo XIX: "Ein Ferrari-Selbstmord. Aber am Ende hat der Stärkere gewonnen: Sebastian Vettel!"

LUnità: "Ferrari-Flop. Vettel wird zum König der Formel 1 gekrönt."

SPANIEN

Marca: "Ein Fehler hoch zwei. Nach einer heroischen Aufholjagd über mehrere Monate hat Ferrari versagt. Das Rennen war eine eineinhalbstündige Tortur. Alle haben diesen Selbstmord in Zeitlupe miterlebt, aber niemand konnte ihn verhindern."

As: "Ferrari hat sich verheddert und Alonso hat es bezahlt. Die Strategie des italienischen Rennstalls hat den Spanier in eine Sackgasse geführt."

El País: "Ferrari hat sich in der Strategie geirrt und Fernando Alonso damit eine grausame Niederlage beschert. Red Bull fuhr dagegen ein perfektes Rennen und gewann auf erhabene Weise die Weltmeisterschaft."

El Mundo: "Verdammte Strategie."

ENGLAND

Daily Mirror: "Sebastian Vettel wurde in seinen ersten zehn Sekunden in der Formel 1 dafür bestraft, dass er in der Boxengasse zu schnell gefahren ist - seitdem hat er den Fuß nicht mehr vom Gas genommen."

The Sun: "Vettel schnappt sich den Ruhm und Alonso staunt - es war ein Triumph des Fair Play, der verhinderte, dass Alonso als befleckter Champion gekrönt wird, nachdem Felipe Masse ihm den Sieg in Deutschland schenken musste."

Daily Mail: "Gerechtigkeit ist geübt. Vettel, der jüngste Champion, schreit vor Freude nachdem Alonso nach einem Schnitzer K.o. ging."

Independent: "Der junge Prinz von Red Bull wird in Abu Dhabi zum König gekrönt."

Guardian: "Zehn Pole Positions und fünf Siege machen den 23-jährigen deutschen Fahrer zu einem würdigen und erfreulichen Champion am Ende einer Saison schwindenden Glücks für alle Mitbewerber."

RUSSLAND

Kommersant: "Sieg mit russischer Rückendeckung: Petrow hält Alonso auf, und Vettel - dieser junge, grenzenlos emotionale Deutsche - greift sich den Lorbeerkranz als jüngster Formel-1-Weltmeister."

SCHWEIZ

Blick: "Königliches WM-Finale! Wie hat die Formel 1 am 14. März nach der langweiligen Prozession von 24 GP-Autos beim Saisonstart in der Wüste von Bahrain gestöhnt: Wenn das nur keine Gähn-WM 2010 wird."

Neue Zürcher Zeitung: "Der Husarenritt Sebastian Vettels hat die Stallorder-Diskussion vergessen lassen, allein die sportliche Leistung spielte eine Rolle. Ein wünschenswerter, versöhnlicher Schlusspunkt eines Rennjahrs mit vielen Gesichtern. Vettel ist als nervenstärkster Fahrer im stärksten Auto ein würdiger Weltmeister. Vor allem auch einer mit Perspektive."

BELGIEN

De Morgen: "Vettel nun Nachfolger seines Helden und nicht mehr Baby-Schumi"

NIEDERLANDE

De Telegraaf: "Thriller in Abu Dhabi - nicht Alonso, sondern Vettel Formel-1-Weltmeister. Vettel war in dem Rennen übermächtig und siegte schon von der Pole Position an."

De Volskrant: "In einer makellosen Schlussrunde hat der 23- jährige Deutsche bekommen, was er verdiente. Mit seinem Red Bull beherrschte Vettel die Piste von Anfang bis Ende."

zusammengestellt von der dpa

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Forum - Diskutieren Sie über Sebastian Vettels Titel-Triumph
insgesamt 714 Beiträge
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1. es kann nur einen Sieger geben
Chefdenker71 14.11.2010
Zitat von sysopÜberlegener Sieger in Abu Dhabi, jüngster Formel-1-Weltmeister der Renngeschichte: Sebastian Vettel genießt seinen WM-Triumph. Diskutieren Sie über das Herzschlagfinale auf dem Wüstenkurs.
Nicht unbedingt mein Wunschkandidat, aber verdient gewonnen - Glückwunsch!
2. Hu
ohmscher 14.11.2010
Zitat von sysopÜberlegener Sieger in Abu Dhabi, jüngster Formel-1-Weltmeister der Renngeschichte: Sebastian Vettel genießt seinen WM-Triumph. Diskutieren Sie über das Herzschlagfinale auf dem Wüstenkurs.
Durch einen genau zur richtigen Zeit eingelegten Boxenstopp wurde Sebastian Vettel zum jüngsten Formel-1-Weltmeister.
3.
gnoib 14.11.2010
das Ferrari sich mit der Tiktak verpeilt ist schon ein gerechter ausgleich fuer die Manipulation.
4. Kleingeist
archelys 14.11.2010
Zitat von sysopÜberlegener Sieger in Abu Dhabi, jüngster Formel-1-Weltmeister der Renngeschichte: Sebastian Vettel genießt seinen WM-Triumph. Diskutieren Sie über das Herzschlagfinale auf dem Wüstenkurs.
Zit. aus SPIEGEL-Fotostrecke: "Hier hält ein Fan eine Mütze hoch. Beim Public Viewing..." Stößt es eigentlich den Berichterstattern gar nicht sauer auf, wenn sie 'Public Viewing' schreiben müssen?
5. Nochmalig : Gerecht !!!!!
seppiverseckelt 14.11.2010
Kein anderer Titelaspirant hatte mit sovielen unverschuldeten Malaisen und Ausfällen zu kämpfen -alleine schon der ausfall im drittletzten rennen- in führung liegend- 25 Punkte weg - dasselbe schon bei den beiden ersten Saisonrennen-jeweils in Führung liegend- zusammen wären allein d a s 75 Punkte Vorsprung vor dem letzten Rennen- er h ä t t e längst schon Weltmeister dieser Saison sein MÜSSEN- DESHALB kann Ihm NIEMAND den Respekt und die Anerkennung verweigern- d e r Ausgang dieser Saison ist am Ende alleine GERECHT !!!!!
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F1-Weltmeister: Vettels Tränen des Triumphs
"Sebastian hat einen Mega-Job gemacht"

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Die jüngsten Formel-1-Champions
Fahrer Saison Alter
Sebastian Vettel 2010 23 Jahre, 134 Tage
Lewis Hamilton 2008 23 Jahre, 301 Tage
Fernando Alonso 2005 24 Jahre, 59 Tage
Emerson Fittipaldi 1972 25 Jahre, 274 Tage
Michael Schumacher 1994 25 Jahre, 315 Tage
Niki Lauda 1975 26 Jahre, 198 Tage
Jacques Villeneuve 1997 26 Jahre, 201 Tage
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