F1-Pressestimmen: "König der letzten Kurve"

"Endlich im Schoß der Götter": Nach dem spektakulären Formel-1-Finale in Brasilien zollt sogar die italienische Presse dem neuen Weltmeister Lewis Hamilton Tribut. In England werden Vergleiche mit F1-Legenden bemüht - für Felipe Massa bleibt nur Mitleid.

ENGLAND

The Sun: "Puh, Lewis! - Lewis zeigt perfektes Timing. Vor genau 50 Jahren feierte Großbritannien den ersten Formel-1-Weltmeister, als Mike Hawthorn Stirling Moss im Titelrennen schlug. Ein halbes Jahrhundert später hat sich Lewis Hamilton in die erlauchte Liste der größten Motorsport-Talente eingetragen."

Daily Mail: "Endlich im Schoß der Götter: Lewis holt den Titel in nervenaufreibendem Finale. Er holte sich die höchste Krone des Motorsports allerdings erst in einer die Nerven strapazierenden letzten Runde bei einem unvergesslichen Großen Preis von Brasilien."

Daily Telegraph: "Lewis Hamilton behält kühlen Kopf und wird jüngster Weltmeister im regnerischen Brasilien; Hamilton definiert sportliches Drama neu - diesem Jungen fällt nichts in den Schoß. Hamilton war Sekunden vom Herzschmerz entfernt, auf dem Parcours, wo er vergangenes Jahr in seinem Anfängerjahr die Weltmeisterschaft um einen Punkt verpasst hatte."

The Times: "Lewis Hamiltons göttliche Runde - es war schmerzlich mit anzusehen und nicht sicher bis zu allerletzt in einem dramatischen Großen Preis von Brasilien. Aber Lewis Hamilton schaffte es mit knapper Not."

The Guardian: "Lewis Hamilton erfüllte sich gestern seinen Traum, der ihn als Sechsjähriger mit einem ferngesteuerten Auto ergriffen hatte, an dem Ort, wo sein Idol Ayrton Senna einst verehrt wurde. Nach zwei Jahren, in denen er eine seltene Mischung aus Bewunderung und Groll hervorrief, führte Hamilton seine Karriere zum ersten von vielleicht vielen Höhepunkten."

ITALIEN

La Gazzetta dello Sport: "Massa - der bitterste Sieg. Lewis Weltmeister. Felipe Massa hat den Grand Prix von Brasilien gewonnen, Lewis Hamilton, Fünfter, ist Weltmeister 2008. Aber hinter alldem steht ein Rennen, das vielleicht als das unvergesslichste und bewegendste der Geschichte der Formel 1 gelten kann. (...) Massa hat die beste Saison seines Lebens bestritten, hat sechs Grand Prix' gewonnen, einen mehr als sein Rivale. Der Ferrari 2008 hat auch diesmal aufs Neue bewiesen, der weltweit beste Wagen zu sein. Dennoch, der Meister ist Hamilton. Und daher Hut ab vor diesem 23-jährigen Engländer. (... ) Kompliment, Lewis."

La Stampa: "Atemberaubender Großer Preis von Brasilien. Massa gewinnt, aber es reicht nicht. Der erste Schwarze am Ziel. Hamilton Sieger dank des Deutschen von Toyota."

La Repubblica: "Hamilton, König der letzten Kurve. Er ist der erste farbige Pilot, der den Formel-1-Weltmeistertitel gewinnt. Massa macht das Rennen unter Tränen. (...) So sollte man einen Moment innehalten, um den historischen Augenblick zu feiern: jetzt, wo Hamilton - Sohn eines aus Trinidad nach England eingewanderten Eisenbahners - nicht nur der erste farbige Pilot einer der 'weißesten' Sportarten des Planeten ist, sondern auch noch Weltmeister. (...) Wie Tiger Woods im Golf hat er zu verstehen gegeben (...): Es reicht ein gut austarierter Schlag, ein meisterhaft ausgeführtes Überholmanöver, um in einfachster und direkter Manier klarzustellen, dass der Sieg keine Rasse kennt. Dass das Leben keine Rasse hat."

Corriere della Sera: "In der letzten Kurve. Hamilton Weltmeister in einem verrückten Endspiel - Massa an der Nase herumgeführt."

SPANIEN

El Periódico de Catalunya: "Ruhm und Niederlage, Himmel und Hölle lagen nur 20 Sekunden auseinander."

As: "Hamilton gewinnt die Weltmeisterschaft um Haaresbreite. Der Einbruch von Glock in der letzten Runde war unglaublich. Wir werden nie erfahren, ob es Absicht war, ob Glock sich zu einem Freund von Hamilton machen wollte oder ob noch Schlimmeres dahinter steckte."

Marca: "Nach 5488 Kilometern entschied die Weltmeisterschaft sich auf den letzten 850 Metern."

Sport: "Timo Glock wurde unfreiwillig zu einem Hauptdarsteller in Interlagos. Warum verlor der Deutsche in der letzten Runde plötzlich seinen Vorsprung vor Hamilton? Ließ er sich absichtlich überholen? Es zirkulieren Unmengen an Spekulationen. Aber die Erklärung dürfte darin liegen, dass Glock keine Regenreifen aufgezogen hatte."

Zusammengestellt von der dpa

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insgesamt 181 Beiträge
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1.
*42* 02.11.2008
Zitat von sysopLewis Hamilton ist Weltmeister 2008 - doch Fragen bleiben offen: Ist der Brite tatsächlich der herausragende Fahrer der Formel 1. Oder wird Ferrari in der kommenden Saison zurückschlagen? Wird das neue Reglement für manche Überraschung sorgen? Und wie weit kann Sebastian Vettel im Red Bull nach vorn fahren? Diskutieren Sie mit!
Gerne! Zuerst würde ich sagen, das heute ein Paket gewonnen hat: Fahrzeug, Team und Fahrer. Wird Ferrari zurückschlagen? Versuchen werden sie es auf jeden Fall! Wird das neue Reglement für Überraschungen sorgen? Ich weiß es nicht. Allerdings, das heute beinahe ein Torro Rosso die WM entschieden hätte... läßt abwarten und auch den Gedanken zu, daß mindestens gleichwertige Fahrer in anderen Teams unter Vertrag stehen...
2.
hphess 02.11.2008
Haug & Co haben nun richtig gemacht, was sie letztes Jahr vergeigt haben. Insofern ist der Titel für Hamilton, den sie 2007 geradezu mutwillig und fahrlässig verspielt haben, absolut verdient. Momentan gibt es keinen absolut dominierenden Fahrer und auch kein dominierendes Team in der Formel 1. Das macht den Sport wieder interessant. Ich freue mich auf die nächste Saison.
3. Ferrari vergeigte die WM für Massa
vdh 02.11.2008
Die unseglichen Fehler die Ferraris Boxencrew während der vergangenen acht Monate machte, kosteten Felipe Massa den WM-Sieg. Unter Monsieur Todt wäre das nicht passiert.Basta.
4.
deefens 02.11.2008
Zitat von sysopLewis Hamilton ist Weltmeister 2008 - doch Fragen bleiben offen: Ist der Brite tatsächlich der herausragende Fahrer der Formel 1. Oder wird Ferrari in der kommenden Saison zurückschlagen? Wird das neue Reglement für manche Überraschung sorgen? Und wie weit kann Sebastian Vettel im Red Bull nach vorn fahren? Diskutieren Sie mit!
Angesichts von Wirtschaftskrise, US-Wahlen und des bevorstehenden Staatsbankrott der Bundesrepublik so relevant wie die Connor-Scheidung...
5.
cheezer87 03.11.2008
Klasse, nach Raikkonen '07 haben wir also den nächsten unwürdigen Weltmeister. Seit Schumi nicht mehr dabei ist und Alonso kein konkurrenzfähiges Auto mehr hat, sind die Weltmeister alles Andere als weltmeisterlich. Einen derartig künstlich erzwungenen Weltmeister wie Hamilton hat die Formel 1 meiner Meinung noch nicht gesehen. Peinlich genug, dass McLaren ein ganzes Jahr länger warten mussten. Wie es weitegeht? Ich hoffe, dass sich der bisherige Trend fortsetzt und Teams wie Renault und Toyota (evtl. auch BMW) weiter zu den Topteams aufschließen können. Vorallem wünsche ich mir bessere Autos für Kubica und Vettel. Auch Alonso verdient einen schnelleren Wagen. Der spanische Doppelweltmeister könnte wieder für etwas mehr fahrerische Klasse an der Spitze sorgen. Es gibt derzeit genügend Fahrer, die das Zeug zu wahren Champions haben. Schade, dass die Cockpits bei Rot und Silber schon anderweitig belegt sind.
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