Hamburg - Mark Webber benötigte in der Qualifikation zum Grand Prix von Südkorea am Samstag 1:37,242 Minuten für seine schnellste Runde. Auf dem 5,615 Kilometer langen Kurs in Yeongam war es für den Australier die insgesamt elfte Pole Position seiner Karriere als Formel-1-Fahrer.
Sebastian Vettel, der 1:37,316 Minuten benötigte, hat aufgrund seines zweiten Platzes nun gute Chancen, WM-Spitzenreiter Fernando Alonso zu überholen. Der 25-jährige Deutsche hatte in den beiden vergangenen Jahren die Weltmeisterschaft gewonnen, Alonso startet am Sonntag (8 Uhr MESZ, Liveticker SPIEGEL ONLINE) nur als Vierter.
Vor dem 16. von 20 WM-Läufen der Saison 2012 führt Ferrari-Pilot Alonso die WM-Wertung mit 194 Punkten nur noch knapp vor Vettel (190) an. Nach zuletzt zwei Siegen in Singapur und Japan hatte Vettel aufgeholt. Kimi Räikkönen im Lotus (157) und McLaren-Fahrer Lewis Hamilton (152) liegen bereits deutlich zurück.
"Natürlich hätte ich die Pole gerne gehabt, aber ich habe ja gute Erfahrungen damit, hier als Zweiter zu starten", sagte Vettel. Im vergangenen Jahr war der Red-Bull-Fahrer direkt hinter dem damaligen Qualifikationssieger Hamilton gestartet und hatte das Rennen am Ende gewonnen.
An diesem Sonntag wird Hamilton (1:37,469 Minuten) von Platz drei beginnen, dahinter folgt Alonso (1:37,534). "Für mich ist es sicher besser, dass Mark vorn ist. So kann ich auch Sebastian noch erreichen", sagte der spanische Ferrari-Pilot, "es kann sich durchaus noch durchmischen am Start."
Vettel sieht hingegen Red Bull im Vorteil. "Die Pole war für mich sicher drin. Wir müssen jetzt nach vorne schauen und sollten im Rennen noch zulegen können." Webber gab sich ebenfalls zuversichtlich. "Wir haben einfach ein tolles Auto zur Zeit", sagte er nach seiner ersten Pole Position in dieser Saison.
Red-Bull-Teamchef Christian Horner mahnte seine Fahrer zu Gelassenheit. "Mark hat eine super Runde hingelegt. Die beiden fahren schon gegeneinander, aber sie wissen, was sie für das Team tun müssen und für die Konstrukteurs-WM." Im Zweifelsfall würde es ohnehin heißen: freie Fahrt für Vettel. Denn Webber hat als Fünfter mit 134 Punkten keine realistischen Chancen mehr auf den Einzeltitel.
Mercedes-Fahrer Nico Rosberg wurde mit einer Zeit von 1:38,361 Minuten Neunter. Einen Rang dahinter lag dessen Teamkollege Michael Schumacher (1:38,513). "Das ist das Maximum für uns gewesen", sagte der 43 Jahre alte Rekordweltmeister, der seine Laufbahn als F1-Fahrer nach dieser Saison beenden wird.
Weil Schumacher in der Boxengasse beinahe mit Hamilton kollidiert wäre, muss Mercedes zudem 10.000 Euro zahlen. Nach Ansicht der Rennkommissare hatte ihn der Rennstall zu sorglos aus der Box entlassen, Hamilton konnte gerade noch ausweichen.
Nico Hülkenberg sicherte sich in 1:38,266 Minuten mit seinem Force-India als zweitbester Deutscher Rang acht. Timo Glock kam auf 1:41,371 Minuten und startet im Marussia von Platz 21. "Wir hatten bislang schon das ganze Wochenende Probleme mit dem Auto", haderte Glock.
ach/dpa/sid
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