Formel 1: Ferrari-Boss hält zu Massa

Nach der tagelangen Kritik hat Ferrari-Boss Luca di Montezemolo seinem Fahrer Felipe Massa das Vertrauen ausgesprochen. Trotzdem steht der Brasilianer weiter unter Druck. Mit Sonderschichten will Massa um seinen Job kämpfen.

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Ferrari-Pilot Massa: Seit 2006 bei der Scuderia

Hamburg - Seit Tagen wird darüber spekuliert, ob Felipe Massa sein Formel-1-Cockpit verliert. Jetzt hat Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo den Brasilianer gestärkt. "Wir haben großes Vertrauen in Massa. Und ich sehe aktuell nicht viele herausragende Piloten", sagte di Montezemolo.

Trotzdem steht Massa weiterhin unter Druck. Der 30-Jährige verzichtete auf seinen Heimaturlaub und reiste stattdessen ins Teamquartier im italienischen Maranello. Mit den Sonderschichten will Massa um seinen Job kämpfen. "Er wird dort in Ruhe mit den Ingenieuren versuchen herauszufinden, warum er nicht die Leistung bringen konnte, zu der er fähig ist", sagte Teamchef Stefano Domenicali.

Massa steht nach seinem schlechten Saisonstart in der Kritik. Beim ersten Grand Prix in Melbourne belegte er im Qualifying nur Rang 16, im Rennen schied der Brasilianer nach einer Kollision mit Pastor Maldonado (Williams) aus. Zu diesem Zeitpunkt lag Massa auf dem 14. Platz. Fernando Alonso dagegen fuhr mit dem unterlegenen Ferrari auf Rang fünf. Der neue F2012 ist nicht konkurrenzfähig. Nach den ersten Testfahrten herrschte beim Traditionsrennstall schon Krisenstimmung, weil der Abstand zu den Top-Teams so groß war. Das neue Auto sei "schwer zu verstehen", hatte Alonso gesagt.

Trotzdem siegte der Spanier beim zweiten Rennen in Malaysia sogar. Mit einer überragenden fahrerischen Leistung machte Alonso den Unterschied. Massa wurde Zwölfter. Zuvor hatte Ferrari dem Brasilianer ein fast komplett neues Auto hingestellt. "Wir haben nicht nur das Chassis gewechselt, wir haben alles gewechselt", hatte Massa gesagt. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Als mögliche Nachfolger werden Sauber-Pilot Sergio Pérez, der in Malaysia sensationell Zweiter wurde, und der Deutsche Adrian Sutil gehandelt. Sutil ist derzeit ohne Team, nachdem sein Vertrag bei Force India ausgelaufen war.

Massa wechselte 2006 zu Ferrari. 2008 verpasste er den WM-Titel nur um einen Punkt. Im folgenden Jahr verletzte er sich beim Großen Preis von Ungarn schwer. Im Qualifying hatte eine Metallfeder seinen Helm getroffen, Massa verlor dadurch das Bewusstsein. Mit einer Schädelfraktur und einem Schädel-Hirn-Trauma verpasste er den Rest der Saison. In der vergangenen Saison fuhr Massa nicht einmal auf das Podium und belegte in der Gesamtwertung den sechsten Platz.

max/dpa/sid

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1.
totalmayhem 29.03.2012
Zitat von sysopDPANach der tagelangen Kritik hat Ferrari-Boss Luca di Montezemolo seinem Fahrer Felipe Massa das Vertrauen ausgesprochen. Trotzdem steht der Brasilianer weiter unter Druck. Mit Sonderschichten will Massa um seinen Job kämpfen. http://www.spiegel.de/sport/formel1/0,1518,824367,00.html
Sind ja bloss 6 Weltmeister im Feld und von den Nachwuchsfahrern einige gewiss auch nicht zu verachten. Aber Ferrari sucht ja auch keinen "herrausragenden Piloten" fuer's zweite Cockpit. Perez waere doch bescheuert, bei Ferrari anzuheuern (zumal Alonso bestimmt niemanden im eigenen Team will, der ihm den Status der Nummer 1 streitig machen koennte). Wer einmal als Wassertraeger abgestempelt ist in diesem Gewerbe, dem wird nachgesagt, es fehle ihm der letzte Biss und bringt es folglich kaum bei einem anderen Rennstall zu etwas, als Beispiele dafuer taugen Barrichello, Irvine, Coulthard oder eben auch Massa. Man nimmt einen gut dotierten Vertrag bei einem Top-Team mit, haelt dafuer die Klappe und tut wie einem geheissen wird, einmal aussortiert folgt noch das Gnadenbrot in einem zweit- oder drittklassigen Team. Siegertypen sehen anders aus.
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joe_61 01.04.2012
Zitat von totalmayhemSind ja bloss 6 Weltmeister im Feld und von den Nachwuchsfahrern einige gewiss auch nicht zu verachten. Aber Ferrari sucht ja auch keinen "herrausragenden Piloten" fuer's zweite Cockpit. Perez waere doch bescheuert, bei Ferrari anzuheuern (zumal Alonso bestimmt niemanden im eigenen Team will, der ihm den Status der Nummer 1 streitig machen koennte). Wer einmal als Wassertraeger abgestempelt ist in diesem Gewerbe, dem wird nachgesagt, es fehle ihm der letzte Biss und bringt es folglich kaum bei einem anderen Rennstall zu etwas, als Beispiele dafuer taugen Barrichello, Irvine, Coulthard oder eben auch Massa. Man nimmt einen gut dotierten Vertrag bei einem Top-Team mit, haelt dafuer die Klappe und tut wie einem geheissen wird, einmal aussortiert folgt noch das Gnadenbrot in einem zweit- oder drittklassigen Team. Siegertypen sehen anders aus.
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joe_61 01.04.2012
Natürlich sucht Herr Montezemolo keinen Konkurrenten für Alonso, warum auch? Ferrari braucht aber ganz dringend einen zweiten Fahrer, der den Konkurrenten von Alonso mal den einen oder anderen Punkt abknöpfen kann. Felipe Massa war in den letzten zwei Jahren, aus welchen Gründen auch immer, nicht dazu in der Lage. „Wasserträger“ zu sein, ist übrigens keine Schande, zumal man in der F1 dafür fürstlich belohnt wird.
4.
totalmayhem 01.04.2012
Zitat von joe_61Natürlich sucht Herr Montezemolo keinen Konkurrenten für Alonso, warum auch? Ferrari braucht aber ganz dringend einen zweiten Fahrer, der den Konkurrenten von Alonso mal den einen oder anderen Punkt abknöpfen kann. Felipe Massa war in den letzten zwei Jahren, aus welchen Gründen auch immer, nicht dazu in der Lage. „Wasserträger“ zu sein, ist übrigens keine Schande, zumal man in der F1 dafür fürstlich belohnt wird.
Sicher keine Schande, aber Massa zeigt seit dem beruehmten Funkspruch ("Fernando ist schneller als du") eine Leistung, die das fuerstliche Entgeld nicht mehr wert ist. Ich glaube kaum, Massa ueber Nacht sozusagen das Autofahren verlernt hat, es ist eher so, dass er nicht mehr will. Er sieht sich unter Wert geschlagen und weiss dass er neben Alonso auf keinen gruenen Zweig kommt, Kopfsache eben. Bloss soll Montezemolo nicht so tun, als suche er einen Superstar fuer's zweite Cockpit ("Ich sehe derzeit wenige herausragende Fahrer"). Das ist nicht Ferraris Strategie. Es ist vielmehr so, dass er wenige passende Kandidaten fuer den Job des Copiloten sieht. Und ein Fahrer mit erfolgversprechendes Talent wird es sich zweimal ueberlegen, ob er sich auf diesem Posten verheizen lassen will.
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Großer Preis von Malaysia: Regenschlacht in Sepang

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Rennen Datum Großer Preis von (Ort)
1 18.03. Australien (Melbourne)
2 25.03. Malaysia (Sepang)
3 15.04. China (Shanghai)
4 22.04. Bahrain (Sachir)
5 13.05. Spanien (Barcelona)
6 27.05. Monaco (Monte Carlo)
7 10.06. Kanada (Montreal)
8 24.06. Europa (Valencia)
9 08.07. Großbritannien (Silverstone)
10 22.07. Deutschland (Hockenheim)
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20 25.11. Brasilien (São Paulo)