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Warm-up: Alles Wichtige zum Großen Preis von Abu Dhabi

Von Alexander Siebert

Formel-1-Pilot Vettel im Red Bull auf dem Yas Marina Circuit: Rekordsieger in Abu Dhabi Zur Großansicht
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Formel-1-Pilot Vettel im Red Bull auf dem Yas Marina Circuit: Rekordsieger in Abu Dhabi

Die WM ist entschieden, der Ausgang des Großen Preises von Abu Dhabi aber völlig offen. Der Yas Marina Circuit ist eine besondere Herausforderung, das Qualifying liefert kaum Hinweise auf den Sieger des Rennens. Alles zum Saisonfinale der Formel 1.

Die aktuelle Lage

Dank seines Sieges in Brasilien ist Nico Rosberg erneut Vizeweltmeister. Nachdem er seinen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton schon vor dem Start nicht mehr von Platz eins der WM-Wertung verdrängen konnte, ist der Deutsche nun für den drittplatzierten Sebastian Vettel im Ferrari nicht mehr zu erreichen. Die Ausgangslage vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi (Sonntag, 14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: RTL und Sky): An der Spitze des Klassements kann sich nichts mehr ändern, Plätze eins bis drei sind vergeben.

Die größte Spannung herrscht daher in Finnland: Williams-Pilot Valtteri Bottas liegt auf Platz vier nur einen Punkt vor Vettels Ferrari-Teamkollegen Kimi Räikkönen. Aus deutscher Sicht geht es für Nico Hülkenberg noch um etwas. Der Force-India-Pilot ist mit 52 Punkten Zehnter. Er kann sich noch auf Platz neun verbessern, auf dem Sergio Pérez liegt (68 Punkte). Hülkenberg kann aber auch noch von Romain Grosjean und/oder Max Verstappen (beide jeweils 49 Punkte) überholt werden, womit er aus den Top Ten rutschen würde.

Der Abu-Dhabi-GP 2014

Vor einem Jahr schien die WM gefühlt entschieden, rechnerisch war sie es vor dem letzten Rennen in Abu Dhabi aber noch nicht. Rosberg lag 17 Punkte hinter Hamilton. Weil es damals einmalig die doppelte Punktzahl gab, bekam der Sieger 50 Zähler, der Zweite 36 und so weiter. Hamilton hätte also Platz zwei zum Titel gereicht.

Am Ende hätte der Engländer aber sogar ausscheiden können, denn das Rennen war ein Sinnbild der gesamten Saison: Rosberg musste sich schon direkt nach dem Start Hamilton geschlagen geben. Und statt einer Aufholjagd startete der Deutsche einen Kampf gegen seinen Motor, der am Ende sogar dafür sorgte, dass er auf Platz 14 von seinem Rivalen überrundet wurde. Der wiederum fuhr ein starkes Rennen, siegte und feierte seinen damals zweiten WM-Titel. Mittlerweile hat er bekanntlich drei.

Die Strecke

Im Gegensatz zu vielen anderen seiner Projekten hat der deutsche Architekt Herrmann Tilke den Yas Marina Circuit alles andere als konservativ gestaltet - und gleich mehrere Spektakel eingebaut. Eines davon ist die Boxenausfahrt, die unterhalb der Auslaufzone von Kurve eins durch einen Tunnel und auf der anderen Seite wieder auf die Strecke führt. Ein Novum in der Formel 1, genau wie die Unterführung des Yas-Hotels. Darüber hinaus wird der Kurs durch ein künstliches Hafenbecken geführt, das an den Yachthafen in Monte Carlo erinnert.

Aus technischer Sicht fällt die kurze Start-und-Ziel-Gerade auf, sie bietet keine gute Überholmöglichkeiten. Auch weil gleich die erste Kurve im Anschluss relativ steil nach links wegknickt. Dafür ist die Gerade zwischen den Kurven sieben und acht umso länger, mit 1,2 Kilometern sogar die längste im Rennkalender.

Viele Geraden und Kurven sorgen für jede Menge Brems- und Beschleunigungsmanöver, was die Autos enorm fordert. Die müssen ohnehin gut abgestimmt sein, denn das Rennen beginnt am Tag und endet in der Nacht, was einen Temperaturunterschied von deutlich über zehn Grad Celsius bedeutet.

Das Besondere

Der seit 2009 ausgetragene Grand Prix hat bereits Sportgeschichte geschrieben. Sebastian Vettel gewann die Premiere und ein Jahr später auch die zweite Auflage. Der Sieg 2010 brachte ihm seinen ersten WM-Titel, mit 23 Jahren und 134 Tagen wurde er zum bis heute jüngsten Formel-1-Champion. Und das obwohl er damals nur als Gesamtdritter hinter Fernando Alonso und Mark Webber an den Start gegangen war.

Ohnehin gab es in Abu Dhabi in sechs Rennen erst drei verschiedene Sieger: Hamilton, Räikkönen und Vettel. Und nur der Deutsche konnte Qualifying und Rennen für sich entscheiden (2010). In den fünf übrigen Rennen startete der spätere Sieger nie von Platz eins.

Die Rekorde

Dreimal hat Vettel insgesamt gewonnen (2009, 2010, 2013), so häufig wie kein anderer. Den Rekord für die meisten Polepositions muss er sich aber mit Hamilton teilen, je zweimal starteten die beiden von Platz eins. Die schnellste Runde gehört dafür wieder Vettel alleine, gefahren bei der Abu-Dhabi-Premiere 2009.

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insgesamt 4 Beiträge
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1.
pb-sonntag 27.11.2015
Alles Wichtige?? Vettel kann Erster werden und bleibt dennoch der Verlierer.
2. Na, dieser Artikel
Masterchalk 27.11.2015
hat zumindest meine Spannung um mindestestens 200% gesteigert. Kein Schreibfehler... Viele F1- Freunde ( sollte es sie noch geben ) werden eher der neuen Saison entgegenschauen und hoffen, daß die Änderungen des Regelwerkes dem "Pane i cercensum " oder so zuträglich sind. Alternativ bleibt die amerikanische INDI-CAR Serie. Hier wird der Motorsport noch ( wenn auch recht patriotisch ) zelebriert. Wäre nicht dieser völlig unglückliche Unfall von Zanardi 2001 passiert, hätte die Indi-Car Serie einen fetten Schritt in die mondäne europäische Welt getan. Es ist einfach Schade, das der Spitzen- Motorsport in unserer Wahrnehmung hierzulande auf den F1 Zirkus relativiert wurde. Zumindest meine Fingernägel leiden mehr bei den Amis, manchmal bis aufs Blut.
3. Alles Wichtige zum Großen Preis von Abu Dhabi
leserich 27.11.2015
Alles Wichtige zum Großen Preis von Abu Dhabi: Die Veranstaltung wird in einem Land ausgetragen, welches die Menschenrechte missachtet, was den Sportfreunden indes egal ist.
4. moral?
swmf 28.11.2015
wo war ihr kommentar zu den gp in - china - bahrain - singapur - malaysia - russland - den usa? messen sie mit gleichem standard? sind die menschrechte in o.g. ländern egal? - "nur" sportveranstaltungen (und nur) in abu dhabi sind verwerflich? wirtschaftliche massnahmen könnten je evtl. schaden, richtig?
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