Titelchance in Austin: Vettel hofft auf Verbündete in den hinteren Reihen

Macht Sebastian Vettel heute schon den Titel-Hattrick perfekt? Der Deutsche war zuletzt in Topform, startet von der Pole-Position. Sein Konkurrent um die WM-Krone, Fernando Alonso, geht von Platz acht ins Rennen. Der Spanier steht unter Druck - und hat Vettel-Verbündete vor sich.

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Sebastian Vettel: "So weit, so gut"

Hamburg - Es wird eng für Fernando Alonso. Im Duell um den WM-Titel lastet der Druck auf dem Spanier, er muss Plätze gutmachen, sonst ist die Krone schon vor dem letzten Rennen weg. Als Achter geht er in den Grand Prix auf dem neuen Circuit of the Americas in Texas (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Sebastian Vettel kann er von seinem Startplatz nur erahnen: Der Deutsche liegt auf der Pole-Position.

Sieben Plätze also trennen die beiden letzten Konkurrenten um die WM-Krone, zehn Punkte beträgt der Vorsprung von Doppelweltmeister Vettel ohnehin schon. Wenn er gewinnt, muss Alonso mindestens Vierter werden, um weiter eine Chance auf den Gesamtsieg zu haben. Und vieles spricht für einen Triumph des Deutschen beim Großen Preis der USA.

Dreimal fuhr Vettel in dieser Saison schon vom ersten Startplatz zum Sieg, einmal stoppte ihn nur die streikende Technik in seinem Red Bull, einmal landete er auf Platz vier. Hat Vettel die Pole, ist er kaum zu stoppen. Zudem gewann er vier der vergangenen fünf Rennen und konnte auch zuletzt in Abu Dhabi seinen Erfolgswillen unter Beweis stellen, als er strafversetzt aus der Boxengasse starten musste - und am Ende dennoch sensationell Dritter wurde.

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Formel 1: Showdown in Austin
Der Deutsche ist zum entscheidenden Zeitpunkt in Topform, auch der Kurs in Austin liegt ihm: Im Training dominierte er das Feld, im Qualifying konnte ihn auch ein starker Lewis Hamilton nicht mehr abfangen. Vettel fuhr in allen drei Qualifikationsrunden und in allen drei Strecken-Sektoren Bestzeit. "So weit, so gut. Wir haben unsere Arbeit gemacht", sagt der Deutsche.

Für verfrühte Euphorie ist Vettel nicht zu haben, er bemüht sich um höchste Konzentration. Sitzt er nicht im Wagen, läuft er mit großen Kopfhörern auf den Ohren durch das Fahrerlager, schottet sich ab. Die Versuche Alonsos, diese Konzentration zu stören, nimmt er nur am Rande wahr.

Mit einem Paintball-Gewehr und versteinerter Mimik hatte der Ferrari-Pilot für ein Foto posiert, eine Vettel-Reaktion auf die Provokation blieb aus. Die Entscheidung fällt so oder so auf der Strecke. "Das wird wieder ein harter Kampf, ein Rennen, in dem wir die ganze Zeit am Limit fahren müssen", so Alonso. Er müsse versuchen, "ein paar Plätze gutzumachen, dass wir besser reinkommen."

Schumacher: "Ich werde Fernando nicht freiwillig Platz machen"

Doch genau dieses Reinkommen könnte zum Problem werden. Der neue Kurs ist rutschig, nach einer steilen Anfahrt geht es fast blind in die erste Kurve, Unfälle kurz nach dem Start drohen. Während Vettel dies vermutlich nur im Rückspiegel mitbekommen wird, könnte Alonso mitten hineingeraten.

Einen Platz vor ihm startet Michael Schumacher. Der Rekordweltmeister versicherte, dass er unparteiisch sein wird. "Ich werde Fernando nicht freiwillig Platz machen. Aber ich werde mein Rennen für das Team fahren. Natürlich drücke ich Sebastian die Daumen. Auf der anderen Seite ist meine Beziehung zu Ferrari auch nicht zu vergessen, weshalb ich zweigeteilt, aber neutral bin." Er hoffe, dass er weit genug weg sei, um Alonso nicht in die Quere zu kommen, so Schumacher: "Aber es wird sich wahrscheinlich nicht vermeiden lassen, da er das stärkere Paket hat."

Neben Schumacher hat Vettel auch noch seinen Teamkollegen Marc Webber (Platz drei) und Nico Hülkenberg (Platz sieben) im Force India als Verbündete und Landsmänner als Puffer zwischen sich und Alonso. "Wenn mir der eine oder andere einen Gefallen tut, dann gibt es vielleicht 'ne Runde Bier, aber auf so etwas kann man sich nicht verlassen", sagte Vettel schmunzelnd.

Alonso will darin aber keinen Nachteil für sich sehen. "Das sind alles super Fahrer", sagte er: "Wir respektieren uns alle, da macht es auch in den beiden letzten Rennen keinen Unterschied, ob sie Deutsche sind oder nicht."

luk/dpa/sid

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Dumme Frage
HansiPMüller 18.11.2012
Jeder weiß es, nur ich nicht. Wann startet das Rennen?
2. Keine Noble Gedanken
mercadante 18.11.2012
Diese Gedanken wurden andere Gedanken provozieren , dass evt. die beide male wo Alonso abgeschossen wurde , und damit auch die Chance die WM zu gewinnen , Opfer von Machenschaften gewesen sein könnte. An diesen Spekulationen möchte mich beteiligen , es ist einfach zu wider .
3. Start
austin mini 18.11.2012
...ist um 20:00h.
4. Dumme Antwort
WHO23 18.11.2012
Zitat von HansiPMüllerJeder weiß es, nur ich nicht. Wann startet das Rennen?
Fällt aus wegen Schneesturm.
5.
franzija 18.11.2012
Ich glaube nicht, dass es für Alonso ein Problem damit geben wird, dass einer von den Fahrern zwischen ihm und Vettel Vettel "hilft". Da schon eher, dass auch die anderen Fahrer nicht unbedingt die schlechtesten sind.
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