Hamburg - Ein guter Start hat nicht gereicht. Sebastian Vettel ist in Valencia mit einem Defekt ausgeschieden. Der Weltmeister erwischte eine perfekte Startphase, konnte nach der 34. Runde das Rennen aber wegen eines technischen Fehlers nicht fortsetzen. Sieger beim Großen Preis von Europa wurde Fernando Alonso im Ferrari vor Lotus-Pilot Kimi Raikkonen.
Auf den dritten Platz fuhr Rekordweltmeister Michael Schumacher im Mercedes, der damit sein bestes Ergebnis seit seinem Comeback erreichte. "Das ist ein wunderbares Gefühl, nach so langer Zeit wieder da zu sein. Und das auf einer Strecke, auf der es sehr schwer ist zu überholen", sagte er. Der Mercedes-Pilot profitierte bei seinem Podiumsplatz von einer Kollision zwischen Lewis Hamilton und Williams-Fahrer Pastor Maldonado kurz vor Schluss des Rennens. Der Zusammenstoß soll vom Renngericht noch geprüft werden. Zusätzlich ermitteln die Formel-1-Kommissare auch gegen Schuhmacher. Er soll bei gelben Flaggen den verstellbaren Heckflügel benutzt haben.
Auch die restlichen deutschen Fahrer erreichten gute Ergebnisse: Nico Hülkenberg aus dem Force-India-Team gelang ein fünfter Platz. Nico Rosberg erreichte den sechsten Rang.
Alonso beendete mit seinem zweiten Saisonsieg die kuriose Serie von sieben unterschiedlichen Gewinnern in sieben Rennen. Der Spanier übernahm mit 111 Punkten dadurch wieder die WM-Führung von Lewis Hamilton (88 Punkte), der in der vorletzten Runde nach einer Kollision an dritter Stelle liegend ausgeschieden war. Den zweiten Platz in der WM-Wertung hat nur Mark Webber mit 91 Punkten erreicht.
"Das Glück war auf unserer Seite. Wir hatten einen guten Start. Nach der Enttäuschung im Qualifying ist das mein schönster Sieg", sagte Alonso, der vor über 50.000 Zuschauer den Hafenkurs in Valencia in der letzten Rennphase dominierte.
Safety-Car beendet Vettels Traum vom Triple
Das Rennen lief zunächst gut für Weltmeister Vettel. Schon nach einer Runde hatte er einen Vorsprung von zwei Sekunden auf Lewis Hamilton herausgefahren, den er Runde um Runde ausbauen konnte. Zur Hälfte des Rennens hatte Vettel über 20 Sekunden Vorsprung auf den zu diesem Zeitpunkt zweitplatzierten Franzosen Romain Grosjean. "Der Start war sensationell. Ich konnte sehr gut wegziehen", sagte Vettel.
Eine Safety-Car-Phase stellte den Rennverlauf dann aber auf den Kopf. Vettel konnte die Führung zwar zunächst behaupten, fiel dann aber mit einem Defekt an seinem Red-Bull-Boliden aus. Die Führung übernahm der Spanier Fernando Alonso vor heimischem Publikum, der sie nicht mehr abgab. Er war von Platz elf gestartet und hatte sich immer weiter vorgearbeitet.
Der dritte Triumph in Folge blieb Doppelweltmeister Vettel in Valencia so versagt. Nach dem Ausfall kritisierte er den Einsatz des Safety-Cars: "Das hätte man sich sparen können. Eine Gefahr bestand nicht, es lagen schon vorher Teile auf der Strecke. Ich glaube, da ging es darum, das Feld einzubremsen. Das hat mir das Genick gebrochen."
Krankheit verhindert Start von Timo Glock
Timo Glock konnte in Valencia nicht an den Start gehen. Nach einer Magen-Darm-Infektion musste der 30-Jährige bereits am Samstag auf das Qualifying verzichten und hatte sich in einem Krankenhaus untersuchen lassen.
Immerhin konnte sich Vettel über eine Statistik freuen: Die Pole-Position war für Sebastian Vettel die dritte in Folge und die 33. in seiner Karriere. Damit schob sich der 24-Jährige in der ewigen Bestenliste der Pole-Positionen auf den dritten Rang vor. Vor ihm liegen nur noch der Brasilianer Ayrton Senna (65 Pole-Positionen) und Rekordchampion Michael Schumacher (68).
joe
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