Großer Preis von Ungarn Ein Hauch von Autoscooter

Lange sah es nach einem ungefährdeten Mercedes-Doppelsieg aus. Erst kurz vor Rennende duellierten sich Sebastian Vettel und Valtteri Bottas. Für den Finnen blieb es nicht bei einem Blechschaden.

Valtteri Bottas (links) und Sebastian Vettel
ZSOLT CZEGLEDI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Valtteri Bottas (links) und Sebastian Vettel


Punkte machen: Die Scuderia blickte auf keine leichte Woche zurück. Der Tod des Fiat-Chefs und langjährigen Leiters des Ferrari-Rennstalls, Sergio Marchionne, überschattete alles. Auch sportlich lief es nicht optimal: Erst konnte Sebastian Vettel sein Heimspiel auf dem Hockenheimring nicht beenden und die Poleposition in Ungarn ging auch noch an Konkurrent Lewis Hamilton. Punkte sollten her für den Rennstall, am besten 25 für einen Sieg. Dafür reichte es nicht - doch mit einem zweiten Platz hat Vettel zumindest Schadensbegrenzung betrieben. Das entscheidende Überholmanöver gelang erst kurz vor Rennende.

Das Ergebnis: Lewis Hamilton hat im Mercedes das letzte Rennen vor der Sommerpause am Hungaroring gewonnen. Der Weltmeister feierte seinen fünften Saisonsieg vor Sebastian Vettel und dessen Ferrari-Teamkollegen Räikkönen. Valtteri Bottas (Mercedes) wurde hinter Daniel Ricciardo (Red Bull) Fünfter. Hier geht's zum Rennbericht.

Die WM-Wertung: Nach zwölf von 21 Saisonrennen führt Hamilton in der Gesamtwertung mit 24 Punkten vor Vettel (189). Dritter ist dessen Teamkollege Räikkönen (146).

Die Startphase: Hamilton und Bottas verteidigten die Plätze eins und zwei. Kimi Räikkönen versuchte, Bottas zu überholen, der verhinderte das Manöver aber. In der ersten Runde musste Räikkönen dann seinen Teamkollegen Vettel passieren lassen.

Flasche leer: Für Ferrari begann das Rennen mit einem Faux Pas. In Runde elf meldete Räikkönen, dass er Probleme mit seiner Trinkflasche habe. Die Reaktion aus der Box kam prompt: "Es gibt keine Verbindung zwischen Flasche und Schlauch." Trinken unmöglich. Bei rund 33 Grad und einer noch deutlich höheren Streckentemperatur kein glücklicher Umstand.

Halbzeitführung für Vettel: Nach der Hälfte der gefahrenen Runden lag Vettel in Führung - war aber auch noch nicht an der Box. Unter den Top-Vier war der Deutsche der Einzige, der auf den härteren Reifen gestartet ist.

Gut Ding will Weile haben, oder so ähnlich: Der Versuch Vettels vor seinem ersten Stopp in Runde 39 ausreichend Abstand auf Hamilton herauszufahren, wurde durch die lange Standzeit (4,2 Sekunden im Vergleich zu 2,7 bei Hamilton) zunichte gemacht. Es gab Probleme mit dem linken Vorderrad. Zuvor hatte der Ferrari-Fahrer bereits durch zahlreiche Überholmanöver Zeit verloren. Wieder auf der Strecke musste er sich hinter Hamilton und Bottas einreihen. Vettel fragt per Funk: "Wie ist denn jetzt die Lage?" - Antwort: "Bottas wird auf den Reifen zu Ende fahren. Du musst ihn auf der Piste überholen."

Schlussattacken mit Blechschäden: Und das machte Vettel dann auch. Bis kurz vor Schluss sah es so aus, als würden die beiden Mercedes den Doppelsieg einfahren. In Runde 65 konnte Vettel am Ausgang der Geraden dann an Bottas vorbeiziehen. Der gab jedoch zunächst nicht nach und beide Wagen touchierten einander, der Frontflügel des Mercedes wurde beschädigt. Räikkönen konnte ebenfalls überholen. Kurz darauf knallte es noch einmal - wieder war Bottas involviert, wieder musste er einen Platz abgeben, diesmal an den schnelleren Ricciardo. Bottas verbremste sich am Ende der Start-Zielgeraden, Ricciardo lenkte ein und beide Wagen berührten sich.

Konsequenzen? Im Fall Vettel/Bottas nahmen die Rennkommissare keine Ermittlungen auf. Zu dem Ereignis auf der Strecke sagte Vettel: "Ich war überrascht, weil ich schon vorn war, ich war dann innen und hab von hinten einen Schlag bekommen." Bottas bestätigte: "Es war ein Rennzwischenfall". Die Schuld am Rempler mit Ricciardo wurde Bottas zugeschrieben. Der Finne bekam nachträglich eine Zehn-Sekunden-Strafe. Am Rennergebnis änderte sich dadurch nichts.

Das Geburtstagskind des Tages: Fernando Alonso feierte seinen 37. Geburtstag. 2003 konnte er auf dem Hungaroring seinen ersten von insgesamt 32 Grand-Prix-Siegen einfahren. Mit 22 Jahren und 26 Tagen war Alonso damals der jüngste Fahrer, der einen Formel-1-Sieg erreichen konnte. Doch das ist 15 Jahre her und mittlerweile musste der Spanier den Titel abgeben: 2008 gewann Sebastian Vettel mit 21 Jahren den Großen Preis von Italien, Max Verstappen war 2016 in Spanien gerade volljährig. Alonso startete heute von Startplatz elf und beendete das Rennen auf Platz acht.

Omen? Oder nur Statistik? Lewis Hamilton konnte sich seinen sechsten Sieg in Ungarn sichern. Zweifelsohne ein sportlicher Erfolg. Die nüchternen Zahlen zeigen jedoch: In den vergangenen 13 Jahren verpasste der Budapest-Sieger stets den WM-Titel. Michael Schumacher war 2004 der letzte Fahrer, der sowohl auf dem Hungaroring als auch in der derselben Saison in der Meisterschaft vorne war.



insgesamt 2 Beiträge
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aurichter 29.07.2018
1. Der Fahrweise
nach hätte man schlußfolgern können, dass bei Bottas die Trinkflasche ausgefallen ist, so wie der Silberpfeil Akteur die letzten fünf Runden gefahren ist. Grenzwertig. Da sollte wohl jemand von 18 WM Punkten abgehalten werden. Bei Ricciardo Chrash hatte Bottas einen Blackout oder? Da wäre eine Startstrafe in Spa wohl fällig werden, so fünf Plätze nach hinten ;-)
Nonvaio01 30.07.2018
2. sehe ich auch so
Zitat von aurichternach hätte man schlußfolgern können, dass bei Bottas die Trinkflasche ausgefallen ist, so wie der Silberpfeil Akteur die letzten fünf Runden gefahren ist. Grenzwertig. Da sollte wohl jemand von 18 WM Punkten abgehalten werden. Bei Ricciardo Chrash hatte Bottas einen Blackout oder? Da wäre eine Startstrafe in Spa wohl fällig werden, so fünf Plätze nach hinten ;-)
Bottas hatte den auftrag Vettel aufzuhalten und so Hamilton mit den langsamen reifen einen vorsprung zu garantieren. In Ungarn kann man halt kaum ueberholen. Am ende sah es so aus als wenn Bottas etwas uebermotiviert war.
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