Formel 1 Ecclestone plant billigere Motoren ab 2017

Es könnte ein Plan sein, um die Dominanz von Mercedes und Ferrari zu brechen: Die Formel 1 soll ab 2017 billigere Motoren von unabhängigen Herstellern erhalten. So will es Bernie Ecclestone.

Überlegene Ferrari-Motoren: Bald im Nachteil?
REUTERS

Überlegene Ferrari-Motoren: Bald im Nachteil?


Die Formel 1 könnte von 2017 an mit zwei verschieden Motorentypen antreten. Um die Kosten für Kundenteams zu senken, soll es einen unabhängigen Lieferanten für Antriebseinheiten geben. Das bestätigte Geschäftsführer Bernie Ecclestone am Rande des Großen Preises der USA. Eine entsprechende Mitteilung durch den Internationalen Automobilverband Fia kündigte der 84 Jahre alte Brite für den Wochenbeginn an.

Dabei soll es sich um 2,2-Liter-Biturbo-Motoren handeln. Erlaubt sind seit der vergangenen Saison nur 1,6-Liter-Turbo-Triebwerke mit Hybridtechnologie. Sollten die neuen Motoren mehr Sprit verbrauchen und dementsprechend schwerere und langsamere Autos erfordern, schließt Ecclestone für die entsprechenden Autos sogar ein Nachtanken während des Rennens nicht aus. Seit 2010 ist das verboten. Alternativ könnte nach Einschätzung der BBC die Leistung der Turbo-Hybrid-Motoren als Ausgleich für ihr geringeres Gewicht gedrosselt werden.

Einem Bericht des Fachmagazins "Auto, Motor und Sport" zufolge sollen die neuen Triebwerke mit sechs Millionen Euro nur noch ein Drittel der aktuellen Einheiten für Kundenteams kosten. Mit den neuen Motoren will die Formel 1 ihre Zukunft absichern. Wenn man den aktuellen Weg weiter bestreite, "sind wir 2020 nicht mehr da. Der neue Motor ist der beste Weg aus dieser Misere", sagte Ecclestone.

Entfacht hat die Misere vor allem Red Bull. Der gestürzte Ex-Weltmeister überwarf sich durch öffentliche Schelten zunächst mit seinem Partner Renault. Weder Mercedes noch Ferrari wollen den potenziellen Konkurrenten um Siege und WM-Triumphe aber mit Antrieben beliefern. Eine Zusammenarbeit mit Honda scheiterte Ecclestone zufolge am Veto von McLaren-Chef Ron Dennis, der die Japaner für seinen Rennstall reklamiert. Red Bull und das Schwester-Team Toro Rosso drohten mit Rückzug, sollten sie keinen adäquaten Antrieb bekommen.

Formel-1-Saison 2015
Die Teams und Fahrer
Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg
Red Bull
Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat
Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas
Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen
McLaren Honda
Fernando Alonso und Jenson Button
Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez
Toro Rosso
Max Verstappen und Carlos Sainz jr.
Lotus
Romain Grosjean und Pastor Maldonado
Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr
Manor Marussia
Will Stevens und Roberto Merhi
Der Rennkalender
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Pole-Positions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Pole-Positions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)

rae/dpa

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