Formel-1-Fahrer Verstappen "Ich will mehr"

Vor einem Jahr feierte Max Verstappen seinen ersten Sieg in der Formel 1. Nun kehrt er nach Barcelona zurück, im unterlegenen Red Bull sind weitere Erfolge aber unrealistisch. Der 19-Jährige wird ungeduldig.

Max Verstappen
AFP

Max Verstappen

Aus Barcelona berichtet


Max Verstappen wird in seiner Karriere immer gerne nach Barcelona zurückkehren. Hier feierte der damals 18 Jahre alte Niederländer in seinem ersten Rennen für Red Bull gleich seinen ersten Sieg. Seitdem ist ein Jahr vergangen - und Verstappen wartet auf weitere Erfolge. "Es war eine schöne Erfahrung", sagte er vor dem Großen Preis von Spanien, auf die Vergangenheit angesprochen. "Aber ich bin nicht hier für einzelne Siege. Ich will mehr."

Etwas gequält wirkte Verstappen bei dieser Antwort, er weiß um die Unterlegenheit seines Autos. In der vergangenen Saison war die Dominanz von Mercedes erdrückend. Siege anderer Teams waren wie in Barcelona nur denkbar, wenn sich die Rivalen Lewis Hamilton und Nico Rosberg gegenseitig von der Strecke schossen. 2017 aber, da sollte für Red Bull alles besser werden.

Es kam anders. Design-Guru Adrian Newey gelang doch kein großer Wurf, stattdessen hat Ferrari im Winter am besten gearbeitet. Die Formel 1 freut sich über den Zweikampf zwischen der Scuderia und Mercedes, nur Red Bull fährt weiter hinterher. Beim letzten Rennen in Sotschi wuchs der Rückstand auf die Spitze im Qualifying auf 1,7 Sekunden an. Ein Debakel.

Zweiter Saisonstart in Barcelona

Nun ist der Europa-Auftakt der Formel 1 in Barcelona traditionell das Rennen, in dem die Teams mit ersten Änderungen oder Updates aufwarten. So auch Red Bull. Verstappen legte viel Hoffnung in den zweiten Saisonauftakt. Es kursierten sogar Gerüchte, der im englischen Milton Keynes ansässige Rennstall würde es nicht bei einer Entwicklungsstufe des RB 13 belassen, sondern mit so vielen Änderungen anreisen, dass man den Unglückswagen direkt in RB 14 umtaufen könnte.

Max Verstappen in Barcelona
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Max Verstappen in Barcelona

Verstappens Laune besagte etwas anderes. Er relativierte den Umfang des Updates und erhöhte den Druck auf sein Team: "Wir müssen uns überall verbessern, es muss in allen Bereichen schneller werden." Fahrerkollege Daniel Ricciardo bestätigte die verhaltene Einschätzung Verstappens. "Wir stehen dort, wo wir auch vorher waren", sagte der Australier zu Red Bulls Rolle hinter Ferrari und Mercedes. "Wir hoffen natürlich, etwas näher dran zu sein." Allerdings präsentierten die Silberpfeile in Barcelona die meisten Neuerungen, die im Training schon erstaunlich gut funktionierten.

Red Bull war seit Saisonstart vor allem darum bemüht, die Reifen rascher und konstanter in den Temperaturbereich zu bekommen, der schnelle Runden garantiert. Dafür gibt es nun kleinere Änderungen am Fahrwerk und in Sachen Aerodynamik, den Effekt wird man erst in der Qualifikation sehen. Das größere Problem liegt für Red-Bull-Sportchef Helmut Marko ohnehin ganz woanders. Der Motor von Renault verantwortet den größten Anteil am massiven Rückstand in Sotschi, der französische Hersteller ist jedoch ohne Neuerungen nach Barcelona gekommen und kann auch noch nicht sagen, wann ein Update kommen wird.

Was plant Vater Jos Verstappen?

Geduld ist gefragt. Das ist aber weder die Stärke von Max Verstappen noch die seines Vaters Jos, der die Karriere seines Sohns generalstabsmäßig plant. Verstappen junior handelt sich für seine unbeherrschte Fahrweise immer wieder Tadel anderer Piloten ein. Nur so sind aber Höhepunkte wie in China möglich, als er von Platz 16 aus noch auf das Podium fuhr. Die Formel 1 befindet sich auch wegen Verstappen wieder im Aufwind - der WM-Titel 2017 ist trotzdem unrealistisch.

Vater Jos soll deshalb schon einmal bei Ferrari vorgefühlt haben, immerhin laufen dort die Verträge beider Fahrer aus - und zumindest bei Kimi Räikkönen scheint eine Verlängerung unwahrscheinlich. Die Scuderia, vor wenigen Monaten noch in einer tiefen Krise, ist für Verstappen wieder attraktiv geworden. Allerdings läuft sein Vertrag bei Red Bull noch bis 2018 und soll, wie Sportchef Marko der "Auto Bild" verriet, keine Ausstiegsklausel haben.

Wenn der ungeduldige Verstappen aber noch anderthalb Jahre in einem unterlegenen Auto fahren muss, droht Streit. Auf und neben der Strecke.



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
mhuz 12.05.2017
1. Sachen gibts
Jeder Formel 1 Fahrer will das schnellste Auto. Warum soll gerade Verstappen eines bekommen - weil der Papa es so will. Wenn er gewinnen will, muss er hat schneller Fahren, wie die mit dem schnellen Auto. Man kann nicht sagen, dass Red Bull langsame Autos hat - mit dem schnellsten Autos kann fast jeder gewinnen. Das Red Bull Kyate aus seinem Team geworfen und in ein schwächeres Team gesteckt hat, nur damit Verstappen ein schnelleres Auto hat, muss nicht heißen, dass Mercedes oder Ferrarie das gleiche macht.
uzsjgb 12.05.2017
2.
Zitat von mhuzJeder Formel 1 Fahrer will das schnellste Auto. Warum soll gerade Verstappen eines bekommen - weil der Papa es so will. Wenn er gewinnen will, muss er hat schneller Fahren, wie die mit dem schnellen Auto. Man kann nicht sagen, dass Red Bull langsame Autos hat - mit dem schnellsten Autos kann fast jeder gewinnen. Das Red Bull Kyate aus seinem Team geworfen und in ein schwächeres Team gesteckt hat, nur damit Verstappen ein schnelleres Auto hat, muss nicht heißen, dass Mercedes oder Ferrarie das gleiche macht.
Weil Verstappen das größte Talent ist, welches die Formel 1 seit vielen Jahren gesehen hat. Die Frage ist ja nicht, ob Verstappen in einem Ferrari oder Mercedes sitzen wird, sondern lediglich wann er dies tun wird.
wasnulos 12.05.2017
3.
Zitat von uzsjgbWeil Verstappen das größte Talent ist, welches die Formel 1 seit vielen Jahren gesehen hat. Die Frage ist ja nicht, ob Verstappen in einem Ferrari oder Mercedes sitzen wird, sondern lediglich wann er dies tun wird.
Er wird in einem guten Auto sitzen wenn er so weit ist, zur zeit ist er eher eine Gefahr für andere Fahrer. Es gibt viele Talente, auch ein Verstappen muss erst einmal liefern, die paar Glücksfälle sind nicht genug um Forderungen zu stellen! Aber Ok, wie der Vater so der Sohn, Realismus und Bescheidenheit geht ihnen halt ab.
zweitakterle 12.05.2017
4. wer
hat denn damit angefangen, zu behaupten, Verstappen sei das größte Talent ? Sein Berater ?
Wolfgang Porcher 12.05.2017
5. an die eigene Nase fassen
habe ich etwa nicht richtig gesehen, seine Platzierungen hatten doch was mit ihm in erster Linie zu tun und nicht mit dem Auto. so ist das stets sind die Anderen Schuld.
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