Ferrari-Pech in Malaysia Der Geist ist willig, doch die Technik schwach

Nach vielen technischen Problemen fiel Sebastian Vettel beim Großen Preis von Malysia in der WM-Wertung weiter zurück. Aber der Ferrari war so schnell, dass sich die Scuderia noch einiges ausrechnet.

Sebastian Vettel im Ferrari
Getty Images

Sebastian Vettel im Ferrari

Von Karin Sturm


Es war der vorerst letzte Große Preis von Malaysia. Aber das letzte Wort im Kampf um den WM-Titel in der Formel 1 ist noch nicht gesprochen. Zwar baute Lewis Hamilton seine WM-Führung vor Sebastian Vettel auf 34 Punkte Vorsprung aus. Aber vom eigenen Anspruch, mit dem man nach Malaysia gekommen war, war Mercedes in Sepang meilenweit entfernt.

"„Wir haben –wie schon zuletzt in Singapur– nur von den Problemen von Ferrari profitiert. Und das ist nicht das, was mich zufrieden stellen kann"“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Nach dem unglücklichen Startcrash in Singapur waren es jetzt die Technikprobleme an beiden Autos, bei Vettel im Qualifying, bei Räikkönen vor dem Rennen, durch die Mercedes seine Haut retten konnte.

"„Ferrari und Red Bull waren hier schlichtweg schneller als wir"“, musste Wolff eingestehen. Zu denken geben musste Mercedes, wie Sebastian Vettel vom 20. Startplatz aus durch das Feld pflügte, oft eine halbe bis eine Sekunde pro Runde schneller als die Konkurrenz. Und das auf einer Strecke, die mit ihren zwei langen Geraden vorher eindeutig als Mercedes-Land gegolten hatte.

Fotostrecke

9  Bilder
Formel 1: Vettel, der Ferrari-Pflug

Dass es am Ende nicht ganz zum Podiumsplatz reichte, lag zunächst an einer sehr entschlossenen Verteidigungs-Aktion von Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull, dann an den am Ende nachlassenden Reifen und leichten Bremsproblemen am Ferrari, sodass Vettel seine Attacken aufgab und lieber die sicheren zwölf Punkte für den vierten Platz mitnahm.

Schadhafte Teile eines Zulieferers, so vermutete man am Ende, seien die Ursache der Ferrari-Defekte gewesen: Ein Kohlefaserschlauch im Krümmer, der Verbindung zwischen Motor und Kompressor, der in beiden Fällen gebrochen sei. Möglicherweise ein Produktionsfehler in einer ganzen Charge, hieß es.

Was diesmal bei Ferrari noch dazu kam: Technik-Chef Mattia Binotto fehlte an der Strecke. Ab und zu lässt er ein Rennen aus, muss sich ja auch schon um die Entwicklung des nächstjährigen Autos kümmern. Aber Binotto gilt im Team als der ruhende Pol, einer, der auch in kritischen Situationen nie die Nerven verliert. Während Teamchef Maurizio Arrivabene eher dazu neige, zusätzliche Hektik zu verbreiten.

Hat Vettel noch eine Chance in der Fahrerwertung der WM? Einen kleinen Vorteil hat er zumindest: Das Risiko, in einem der folgenden Rennen noch einmal eine Startplatz-Strafe zu kassieren, ist jetzt deutlich minimiert. Den sowieso schon letzten Startplatz nutzte man bei Ferrari, um neue Antriebskomponenten, einen fünften Motor, Turbolader und die Energierückgewinnungseinheit Mgu-H einzusetzen, sodass man problemlos bis zum Saisonende durchkommen sollte.

Wolff jedenfalls fühlte sich trotz der 34 Punkte Vorsprung von Hamilton nicht sicher: "„Weil ich weiß, wie schnell so etwas im Rennsport wieder kippen kann", sagte er zum Abschied.“

Mehr zum Thema


insgesamt 17 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
reflexxion 01.10.2017
1. diesmal brauchte Ferrari keinen Crash
man hat auch so verlieren können, weiter so - schenkt Me4rcedes den Titel doch gleich!
mc_os 01.10.2017
2.
Gibt es eigentlich noch ein Rennen, in dem S. Vettel sich nicht per Funk über andere Fahrer beschwert? Wenn man seine Sprüche heute isoliert vom Geschehen / ohne Bild gehört hätte - hätte man glauben können Kindergartenkinder beim Spielen im Sandkasten zu hören. Und eben auch die eine Petze. Die auch immer schlechte Laune hat.
uzsjgb 01.10.2017
3.
Zitat von mc_osGibt es eigentlich noch ein Rennen, in dem S. Vettel sich nicht per Funk über andere Fahrer beschwert? Wenn man seine Sprüche heute isoliert vom Geschehen / ohne Bild gehört hätte - hätte man glauben können Kindergartenkinder beim Spielen im Sandkasten zu hören. Und eben auch die eine Petze. Die auch immer schlechte Laune hat.
Vielleicht ist Sport an sich nichts für Sie? Denn im Sport gibt es viele Emotionen, besonders wenn man sich voller Adrenalin am Limit im Zweikampf mit dem Gegner befindet. Und dann lassen die Sportler Dampf ab, das ist zutiefst menschlich. Ist in der Formel 1 so, beim Fußball und sogar beim Golf.
malakowturm 01.10.2017
4.
Iss halt nur nen FIAT mit nen bisken mehr PS :-)
mc_os 01.10.2017
5.
Zitat von uzsjgbVielleicht ist Sport an sich nichts für Sie? Denn im Sport gibt es viele Emotionen, besonders wenn man sich voller Adrenalin am Limit im Zweikampf mit dem Gegner befindet. Und dann lassen die Sportler Dampf ab, das ist zutiefst menschlich. Ist in der Formel 1 so, beim Fußball und sogar beim Golf.
Sagt Ihnen der Name R. Peterson etwas? Gucken Sie nach! Dann wissen Sie, seit wann ich mich für F1 interessiere ;-) Im Gegensatz zu Ihnen finde ich ständiges Jammern und Klagen eher peinlich. Und unsportlich, wenn es, wie bei Vettel, ausschließlich mit der Absicht des Petzens geschieht. Aber je nach Sozialisation (und Herkunft) wird dies ja unterschiedlich gesehen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.