Formel 1 Fia will Boxengasse sicherer machen

Aus Angst vor einem erneuten Unfall wie auf dem Nürburgring hat der Automobilweltverband Fia durchgegriffen. Schon ab dem kommenden Grand Prix dürfen nur noch Formel-1-Teammitglieder und Streckenposten während Rennen und Qualifikation in die Boxengasse.

Red-Bull-Pilot Webber: Loser Reifen verletzte Kameramann
DPA

Red-Bull-Pilot Webber: Loser Reifen verletzte Kameramann


Hamburg - Es waren dramatische Szenen, die sich am vergangenen Wochenende in der Boxengasse auf dem Nürburgring abspielten. Ein Kameramann wurde von einem nicht richtig befestigten Reifen am Rücken getroffen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Nun hat der Automobilweltverband reagiert: Künftig sind nur noch Teammitglieder und Streckenposten während Formel-1-Rennen und Qualifikationen in der Boxengasse erlaubt. Mit umfangreichen Sofortmaßnahmen will die Fia die Gefahr eines erneuten Zwischenfalls verhindern. "Da war war ja ein ganzer Pulk von Mechanikern, das Rad hätte jeden von ihnen treffen können", sagte Bernie Ecclestone.

Der Kameramann erlitt eine Schlüsselbeinfraktur, zudem brach er sich zwei Rippen. Der Brite stammt aus dem TV-Team von Ecclestones Formula One Management. "Alle unsere Kamerateams werden in Zukunft nur noch von der Boxenmauer filmen dürfen", so Ecclestone.

Auch für die Mechaniker und Fahrer wurden die Richtlinien verschärft. Alle Teammitglieder, die während eines Boxenstopps an einem Auto arbeiten, müssen künftig Helme tragen. Sie dürfen sich auch nur noch für den jeweiligen Halt einer der beiden Fahrer ihres Rennstall in der sogenannten Pit Lane aufhalten. Ist der Boxenstopp beendet, müssen sie unverzüglich zurück in die Garage. Vor dem Stopp müssen sie so lange wie möglich in der Box ausharren.

Darüber hinaus werden die Tempolimits in der Boxengasse gedrosselt: Statt 100 Stundenkilometer sind nun nur noch 80 erlaubt. In Melbourne, Monaco und Singapur bleibt es wegen der beengten Verhältnisse bei 60 Stundenkilometern. Verstöße im Training kosten pro Stundenkilometer über dem Limit 100 Euro bis maximal 1000. Zusätzliche Bestrafungen sind den Rennkommissaren vorbehalten.

Für 2014 sind die Änderungen bereits gültig. Aber die Fia will sie schon bis zum kommenden Rennen in Budapest in zweieinhalb Wochen einführen.

luk/dpa



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insgesamt 16 Beiträge
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eschbaum 10.07.2013
1. Wie wär's mit 'ner Rüstung ?
Sämtliche Besucher und Betreuer dieser Veranstaltungen sollten zukünftig eine Rüstung tragen. Zur Unterscheidung der Kategorien gibt es eine unterschiedliche Farbe der Handschuhe bzw. des Schilds. Wer sich bei BE unbeliebt gemacht hat, dessen Dose wird geöffnet und er muß ohne in die Boxengasse. Entweder man nimmt diesen Sport, wie er ist, oder man geht nicht hin. Ganz einfach.
mist3ri0 10.07.2013
2. sicherheit
um die psychische gesundheit der zuschauer zu gewährleisten sollte man auch mal über ein generelles streckenverbot für kai ebel und seine rtl hohlbirnen nachdenken!
Peter-Lublewski 10.07.2013
3. Aufweichung
Zitat von sysopDPAAus Angst vor einem erneuten Unfall wie auf dem Nürburgring hat der Automobilweltverband Fia durchgegriffen. Schon ab dem kommenden Grand Prix dürfen nur noch Formel-1-Teammitglieder und Streckenposten während Rennen und Qualifikation in die Boxengasse. http://www.spiegel.de/sport/formel1/formel-1-fia-verschaerft-sicherheitsrichtlinien-a-910414.html
Warum ist denn diese Vorschrift jemals aufgeweicht worden? Wer hat denn da außer den von Ihnen genannten Personen etwas verloren?
Stelzi 10.07.2013
4.
Zitat von eschbaumSämtliche Besucher und Betreuer dieser Veranstaltungen sollten zukünftig eine Rüstung tragen. Zur Unterscheidung der Kategorien gibt es eine unterschiedliche Farbe der Handschuhe bzw. des Schilds. Wer sich bei BE unbeliebt gemacht hat, dessen Dose wird geöffnet und er muß ohne in die Boxengasse. Entweder man nimmt diesen Sport, wie er ist, oder man geht nicht hin. Ganz einfach.
Eine besonders simple Sicht der Dinge. Also weg mit der Sicherheit, jeder darf dort rumlaufen und wer stirbt hat halt Pech gehabt? Nuhr's Spruch passt auch hier hervorragend.
fjr 10.07.2013
5. Sicherheit
Was soll denn dieser Vorschlag an mehr Sicherheit bringen? Webber war, als sich das Rad löste, sicher noch keine 60 km/h geschweige denn 100 km/h schnell. Aber ich hätte da einige Vorschläge: 1. Bernie Ecclestone darf sich einem Formel 1-Rennen nicht mehr auf weniger als 3000 km nähern. Seine derzeitige Reifenpoker-Politik ist schliesslich maßgeblich an solchen Unfällen schuld. Ebenso Niki Lauda, Kai Ebel und Christian Danner. Deren Gesülze lenkt alle Beteiligten zu sehr ab. Und wenn sie sich mit Grausen abwenden, dann übersehen sie vielleicht den einen oder anderen Crash-Bruder. 2. Die Reifen halten künftig auf jedem Fahrzeug mindestens 60 % der Renndistanz ohne entscheidend an Performance zu verlieren. Das würde die Anzahl der Boxenstopps reduzieren. Und ein nicht gemachter Boxenstopp ist ein sicherer Boxenstopp. 3. Wer als Rennteam einen Boxenstopp versaut, und dabei Personen gefährdet oder gar schädigt (Reifen, die sich lösen, Fahrzeuge, die zu brennen anfangen, unsafe release, ...) wird sofort disqualifiziert. Und zwar das ganze Team mit beiden Fahrzeugen. Danach erhält das Team unter Aufsicht die Gelegenheit unter Realbedingungen Boxenstopps zu üben. Und das auf einer permanenten Rennstrecke. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke wird dabei auf 120 km/h begrenzt, damit sie keinen Vorteil daraus ziehen können. Und erst wenn 100 Stopps nacheinander fehlerfrei unter 3 Sekunden absolviert sind, dürfen sie wieder an Rennen teilnehmen. Sollten 99 gelungen und der 100. misslungen sein, dann beginnt alles wieder von vorne. Ach ja: Die Fahrer bei den Übungseinheiten sind die im Rennen mit dem Zwischenfall eingesetzten Fahrer. Alles andere ist eine Alibiaktion, sonst nix.
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