Hamburg - Giancarlo Fisichella wird ab sofort bis zum Ende der Saison das zweite Formel-1-Cockpit bei Ferrari übernehmen. Das gab der italienische Rennstall am Donnerstag bekannt. Zuvor hatte Fisichellas Arbeitgeber Force India dem 36-jährigen Italiener die Freigabe für den Platz des verletzten Felipe Massa erteilt. Fisichella hatte sich zuletzt mit einem zweiten Platz in Spa für das Ferrari-Cockpit empfohlen.
"Wir haben uns für Fisichella entschieden, weil wir von ihm einen wertvollen Beitrag für den Rest der Saison erwarten", sagte Ferrari-Boss Stefano Domenicali. "Giancarlo hat in seiner langen Karriere gezeigt, dass er schnell und konkurrenzfähig ist." Daher sei man stolz, einen italienischen Fahrer beim Heimrennen am 13. September in Monza präsentieren zu können.
"Giancarlo und sein Management sind am Mittwoch mit dem Angebot von Ferrari auf mich zugekommen", sagte Vijay Mallya, Teamchef von Force India: "Für einen italienischen Fahrer ist ein Platz bei Ferrari ein Traum, dem sollte sich niemand in den Weg stellen." Es habe allerdings noch keine finanzielle Einigung mit Ferrari gegeben, teilte Force India mit. Fisichellas Vertrag beim indischen Rennstall lief noch bis zum Saisonende.
"Ich bin Vijay Mallya äußerst dankbar, mir die Möglichkeit zu geben, für Ferrari zu fahren", sagte Fisichella. "Ferrari war immer mein Ziel." Force India gab bekannt, es werde in den kommenden Tagen den Nachfolger von Fisichella präsentieren. Ersatzpilot ist der Italiener Vitantonio Liuzzi.
Fisichella bislang mit drei Grand-Prix-Siegen
Fisichella startete seine Formel-1-Laufbahn 1995 als Testfahrer bei Minardi, ein Jahr später wurde er dort zum Stammpiloten befördert. Seinen ersten von drei Rennerfolgen feierte er 2003 im Jordan. Seine erfolgreichste Zeit hatte er bei Renault, als er 2005 und 2006 jeweils einen Grand-Prix-Sieg herausfuhr. 2006 wurde er WM-Vierter. Seit Beginn der vergangenen Saison fuhr er für Force India.
Fisichella übernimmt das Cockpit von Luca Badoer. Dieser hatte den am 25. Juli in Budapest schwer verunglückten Stammpiloten Felipe Massa ersetzt, enttäuschte aber in den Rennen in Valencia und im belgischen Spa. "Es ist schade, dass er nicht in der Lage war, in diesen beiden Rennen seinen wahren Wert zu beweisen", sagte Domenicali.
fsc/sid/dpa
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