Insolventer Rennstall Force India Stroll kauft seinem Sohn ein Formel-1-Team

Der insolvente Rennstall Force India wird weiter in der Formel 1 fahren. Der Vater von Lance Stroll übernimmt - und dürfte seinem Sohn damit ein besseres Cockpit verschaffen.

Sergio Perez im Force India
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Sergio Perez im Force India


Die Zukunft von Force India in der Formel 1 ist gesichert. Der insolvente Rennstall wird von einer Investorengruppe mit dem kanadischen Milliardär Lawrence Stroll an der Spitze übernommen. Die neuen Eigentümer übernehmen die Mehrheitsanteile von dem im englischen Exil lebenden Inder Vijay Mallya. Alle 405 Arbeitsplätze sollen damit gerettet, sämtliche Verbindlichkeiten beglichen werden. Das teilte das Team mit.

Lawrence Stroll, der sein Vermögen mit dem Kauf und Verkauf von Beteiligungen in der Modebranche gemacht hat, ist der Vater von Williams-Pilot Lance Stroll. 2017 hatte Stroll senior seinem damals 19-jährigen Sohn den Einstieg in die Formel 1 mit einer Millionen-Investition ermöglicht. Seither sammelte Lance Stroll in 32 Rennen für Williams insgesamt 44 WM-Punkte.

Force India befand sich seit dem 27. Juli in sogenannter kontrollierter Insolvenz. Der Betrieb lief in der Zeit normal weiter. In Formel-1-Kreisen gilt damit als sicher, dass Lance Stroll in der kommenden Saison für Force India fahren wird. Williams kämpft in dieser Saison sportlich mit großen Problemen, der Traditionsrennstall liegt mit vier WM-Punkten abgeschlagen auf dem letzten Platz. Force India hat dagegen bereits 59 Punkte gesammelt.

Lance Stroll
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Lance Stroll

Eine Gehaltsnachforderung des Stammpiloten Sergio Perez (Mexiko) in Höhe von rund vier Millionen Dollar hatte die Insolvenz letztlich ausgelöst. Allerdings handelte Perez nach eigener Aussage keineswegs böswillig. "Ich wurde von einigen Teammitgliedern darum gebeten, um das Team und damit 400 Arbeitsplätze zu sichern", sagte der 28-Jährige. Force India belegte 2016 und 2017 in der Teamwertung jeweils den beachtlichen vierten Platz und ließ dabei wirtschaftlich deutlich besser aufgestellte Rennställe wie Renault oder McLaren hinter sich.

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krä/sid



insgesamt 4 Beiträge
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TheFunk 07.08.2018
1. Das war es dann mit Williams
Sponsor Martini und Stroll weg, ggf. wechselt Perez mit seinen Sponsoren zu Williams, falls Ocon bleibt. Glückwunsch an Force India, ggf heißt das Team ja bald wieder Jordan.
gersois 07.08.2018
2.
Die Punkte für Force India haben Perez und Ocon gesammelt. Ob Stroll so viele Punkte gesammelt hätte, steht in den Sternen.
Kanalysiert 09.08.2018
3.
So sehr ich anfangs über "Papa, kauf mir eine F1 Karriere" gelacht habe...so schlecht hat sich der junge Stroll nicht geschlagen. Mal schauen.
Nachtsegler 10.08.2018
4. Hauptsache,
der Rennstall bleibt in der F 1. Zwei Autos weniger im Feld wären sehr schlecht für die Spannung im Rennverlauf. Und nicht vergessen: Der Sohnemann Stroll jun. stand schon mal auf dem Treppchen! Geld schadet demnach nicht, wenn erfolgreich so ein Auto bewegt werden soll.
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