Formel 1 in Malaysia Turboschlecht

Max Verstappen gewinnt einen Tag nach seinem Geburtstag sein erstes Saisonrennen, Sebastian Vettel holt 16 Plätze auf und muss am Ende Taxi fahren, und Kevin Magnussen hat einen neuen Feind im Fahrerlager - alles Wichtige zum Rennen in Malaysia.

Kimi Räikkönen wird zurück in die Box geschoben
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Kimi Räikkönen wird zurück in die Box geschoben

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Die Leistung des Rennens: Sebastian Vettel hatte das Freie Training in Sepang dominiert, Motorprobleme bei seinem SF70H stoppten den Deutschen dann aber im Qualifying. Ohne gültige Runde musste Vettel vom 20. und letzten Startplatz ins Rennen gehen. Am Ende wurde es zwar nichts mit einem fünften Triumph in Malaysia, doch Platz vier war dennoch eine starke Leistung - hier geht's zum Rennbericht.

Unzuverlässiger Ferrari: Top im Training, dann kaputt, im Rennen wieder mit deutlichem Geschwindigkeitsvorteil gegenüber der Konkurrenz - Sebastian Vettels Ferrari führte sich an diesem Rennwochenende nicht auf wie eine Rote Göttin, sondern wie eine Rote Diva. "Der Speed war da, um das Rennen zu gewinnen. Insgesamt müssen wir mit dem vierten Platz zufrieden sein", sagte Vettel. Immerhin zwölf Punkte holte der viermalige Weltmeister noch, für seinen Teamkollegen lief es noch unglücklicher.

Turboschlecht: Kimi Räikkönen hatte sich im Qualifying den zweiten Startplatz hinter Lewis Hamilton gesichert, doch als die Startampeln erloschen, blieb der Platz des Finnen leer. An Räikkönens Ferrari waren auf dem Weg in die Startaufstellung Probleme mit dem Turbo aufgetreten. Sofort begannen hektische Maßnahmen in der Box der Italiener, doch der Fehler konnte nicht mehr behoben werden. Der Fünftplatzierte der WM-Wertung musste passen. "Wir wussten nicht genau, was los ist", sagte Räikkönen. "Das Problem kam aus dem Nichts. Ich war mir sicher, dass wir heute ein sehr gutes Auto haben."

Max Verstappen
AFP

Max Verstappen

Geburtstagskind: Einen Tag nach seinem 20. Geburtstag feierte Max Verstappen seinen ersten Saisonsieg und seinen zweiten Renntriumph überhaupt. "Das Auto hat sich gut angefühlt", sagte der Niederländer: "Ein unglaublicher Sieg." In der Fahrerwertung belegt Verstappen Rang sechs.

Zufriedener Zweiter: Lewis Hamilton hatte seinen ersten Platz beim Start verteidigt, der Ausfall von Räikkönen verschaffte dem Briten etwas Vorsprung vor dem Red-Bull-Doppelpack Verstappen/Daniel Ricciardo. Doch auch der Mercedes funktionierte nicht fehlerfrei, die Batterie lud nicht richtig auf - und Verstappen nutzte in Runde vier den Nachteil aus. "Max hatte mehr Pace, ich wollte kein Risiko eingehen und habe ihn vorbeigelassen", sagte Hamilton. Verstappen überholte und brachte die Führung über die folgenden 48 Runden sicher ins Ziel. Kein Grund für Hamilton, sich zu ärgern: "Platz zwei auf dieser Strecke ist gut, wir haben so ein Ergebnis hier gebraucht. Ich habe weiter ein gutes Gefühl."

Der Magnussen-Moment: Kevin Magnussen macht sich in dieser Saison nicht viele Freunde im Fahrerfeld. Beim GP von Ungarn Ende Juli war der Däne mit Nico Hülkenberg aneinandergeraten, erst im Rennen und dann neben der Strecke. Magnussen hatte mit seinem Haas Hülkenberg im Renault von der Strecke gedrängt. Der Deutsche nannte seinen Kontrahenten vor laufenden Kameras den "unsportlichsten Fahrer", Magnussen schimpfte unflätig zurück. Hülkenberg sagte später: "Wenn es um Racing geht, ist er einfach eklig und rücksichtslos und schickt Leute in die Wand." In Malaysia machte Fernando Alonso diese Erfahrung mit Magnussen - und schloss sich über Funk Hülkenbergs Meinung an.

Vettel fährt bei Wehrlein mit
Getty Images

Vettel fährt bei Wehrlein mit

Taxifahrt nach Hause: Sebastian Vettel hatte sich auf Platz vier vorgekämpft, Ricciardo auf Platz drei konnte Vettel aber nicht mehr attackieren, auch wenn per Funk aus der Box die Aufforderung dazu kam. "Am Ende ging uns ein bisschen die Luft aus. Es war Schadensbegrenzung", sagte Vettel. "Ich habe gepusht, um Daniel einzuholen. Am Schluss wurden die Bremsen ein bisschen heiß, da habe ich Abstand genommen." Dass das Rennwochenende für Vettel mit einem Schreck endete, dafür sorgte Lance Stroll. In der Auslaufrunde nach der Zielankunft fuhr der 18 Jahre alte Kanadier dem Deutschen von hinten ins Auto, Vettels linkes Hinterrad brach ab, er musste seinen Ferrari parken. Pascal Wehrlein nahm Vettel - verbotenerweise - auf seinem Boliden mit zurück ins Fahrerlager.



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
rudig 01.10.2017
1. toll,
das der Vettel sich nach dem Rennen noch in einen Unfall verwickeln lässt, spricht nicht gerade für ihn. Naja, Weltmeister wird er wahrscheinlich eh nicht, zu recht!
uzsjgb 01.10.2017
2.
Zitat von rudigdas der Vettel sich nach dem Rennen noch in einen Unfall verwickeln lässt, spricht nicht gerade für ihn. Naja, Weltmeister wird er wahrscheinlich eh nicht, zu recht!
Warum zu recht?
schorri 01.10.2017
3. Nicht gut genug
Zitat von uzsjgbWarum zu recht?
Na, weil er eben nicht gut genug ist. Und der Ferrari ebenso. Das muss man als Vettel- und/oder Ferrari-Fan eben schlucken.
Chris11 01.10.2017
4.
Zitat von rudigdas der Vettel sich nach dem Rennen noch in einen Unfall verwickeln lässt, spricht nicht gerade für ihn. Naja, Weltmeister wird er wahrscheinlich eh nicht, zu recht!
Was kann denn Vettel dafuer, wenn Stroll ihm ins Heck donnert? Und warum wird Vettel "wahrscheinlich eh nicht, zu recht" Weltmeister?
karl-wanninger 01.10.2017
5.
Zitat von schorriNa, weil er eben nicht gut genug ist. Und der Ferrari ebenso. Das muss man als Vettel- und/oder Ferrari-Fan eben schlucken.
Nun ja, vier Titel hat er ja schon geholt, das haben außer ihm nur drei weitere Fahrer geschafft, also sooo schlecht kann er nicht sein. Immer mit der Ruhe, Vettel ist noch jung genug um mit Fangio oder vielleicht sogar Schumacher gleich zu ziehen. Übrigens ist die Saison noch lange nicht entschieden, in den fünf ausstehenden Rennen kann noch viel passieren.
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