F1-Sieg für Hamilton Mercedes fährt der Konkurrenz auch in Malaysia davon

Mercedes hat in dieser Formel-1-Saison bislang die Nase vorn: Der Brite Lewis Hamilton gewann den Großen Preis von Malaysia vor seinem Teamkollegen und Australien-Sieger Nico Rosberg. Weltmeister Sebastian Vettel kam auf den dritten Platz.

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Hamburg - Der Brite Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Malaysia gewonnen. Im Mercedes siegte er auf dem 5,543 Kilometer langen Sepang International Circuit vor Nico Rosberg im zweiten Silberpfeil und Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel. Dessen Teamkollege Daniel Ricciardo erlebte nach etlichen Pannen hingegen einen gebrauchten Tag. Auf Rang vier fuhr Fernando Alonso im Ferrari, Nico Hülkenberg (Force India) erreichte Platz fünf.

"Toller Job", lobte Hamilton seine Crew. Für den Weltmeister von 2008 war es der erste Grand-Prix-Sieg seit Juli 2013 in Ungarn.

Der Wettstreit zwischen Mercedes und Red Bull hatte schon vor dem Rennen an Fahrt aufgenommen. Angesichts des Rückstands auf Mercedes hatte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko Motorenlieferant Renault in die Pflicht genommen: "Schaut man auf das Chassis, sind wir absolut an der Spitze. Der 'kranke' Teil ist immer noch der Motor", sagte er: "Es liegt an Renault. Die vereinbarten Werte sind noch nicht erreicht worden." Langfristig stehe sogar ein Wechsel des Motorenlieferanten im Raum.

Entsprechend unbefriedigend lief der Start für Vettel. Nachdem das Fahrerfeld eine Viertelstunde vor Rennbeginn mit einer Schweigeminute der Opfer des Flugs MH 370 gedacht hatte, ging der Vierfach-Weltmeister von Platz zwei hinter Hamilton in den Lauf. Doch schon nach wenigen Metern wurde er von Rosberg überholt, auch Ricciardo zog an ihm vorbei.

Während Hamilton sich an der Spitze immer weiter absetzte, mussten im hinteren Feld sowohl Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen als auch Jules Bianchi im Marussia (beide kaputte Reifen) und Jean-Eric Vergne wegen eines defekten Frontflügels an seinem Toro Rosso in die Box. Kevin Magnussen hatte Räikönnen mit seinem Frontflügel erwischt, auch der McLaren des Dänen wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen. Pastor Maldonado (Lotus) gab wegen eines technischen Problems frühzeitig auf.

Rosberg baut Vorsprung an der Spitze aus

Vettel brauchte drei Runden, um sich wieder vor Ricciardo zu schieben, doch an die beiden Mercedes an der Spitze kam Vettel nicht heran: Rosberg und Hamilton überboten sich gegenseitig mit ihren Bestzeiten. Nach zehn Runden war Hamiltons Abstand auf Rosberg bereits auf über zehn Sekunden angewachsen, und Vettel versuchte, wenigstens den Anschluss an den Australien-Sieger zu halten.

Der befürchtete Regen fiel zwar aus, doch das heiße Klima und der aufgeheizte Asphalt machten den Boliden zusehends zu schaffen; etliche Teams wechselten schon früh die Reifen. Ricciardos Red Bull hatte erneut Probleme mit dem Spritverbrauch, wie schon in Melbourne funktionierte das Fuel-Flow-Messgerät nicht richtig. Vor zwei Wochen war der Australier wegen einer zu großen Benzindurchflussmenge nachträglich disqualifiziert worden.

Auch nach dem zweiten Boxenstopp änderte sich zunächst nichts an der Reihenfolge - bis Ricciardo plötzlich nicht mehr weiterfahren konnte. Bei laufendem Motor kam er nicht mehr aus der Boxengasse heraus, offenbar war ein Red-Bull-Mechaniker noch nicht mit der Montage des rechten Vorderreifens fertiggewesen. Der Fehler konnte zunächst behoben werden, doch kurz darauf schlitzte sein schiefer Frontflügel den Reifen auf. Er musste erneut in die Box, kurz vor Schluss nahm ihn sein Team aus dem Rennen. Auch für Bianchi, Vergne, Adrian Sutil und Esteban Gutierrez (beide Sauber) war frühzeitig Schluss.

Ohne Probleme konnte hingegen Hamilton über die 56 Runden zum Sieg fahren, es ist der 23. seiner Karriere und sein erster in Malaysia. Er folgt in der WM-Wertung nach zwei Rennen nun mit 25 Punkten auf Rosberg (43 Punkte). Vettel liegt mit 15 Punkten auf Rang sechs.

"Ordentliches Rennen, Jungs", sagte Vettel unmittelbar im Anschluss an das Rennen über den Boxenfunk, "aber es läuft noch nicht so, wie wir es uns vorstellen. Vor uns liegt viel Arbeit, aber wir werden das schaffen."

psk

Forum - Was bringt die Formel-1-Saison 2014?
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Nabob 25.02.2014
1. Bereits früher wartete man bis Barcelona,
Zitat von sysopNeue Motoren, neue Aerodynamik, neue Regeln: Die kommende Formel-1-Saison ist geprägt von tiefgreifenden Veränderungen. Kann Sebsatian Vettel dennoch seinen fünften Titel in Folge gewinnen? Oder gelingt den Silberpfeilen von Mercedes die Wachablösung? Und wie stark ist Ferrari mit seiner neuen Fahrerpaarung Fernando Alonso/Kimi Räikkönen?
um beurteilen zu können, welches Potential jedes Auto hat - das wird nun bei einer völligen technischen Änderung von 2013 nach 2014 erst recht gelten. Die schnelle Testfahrt des Nico Rosberg durch den journalistischen Durchlauferhitzer zu drücken, sagt inhaltlich nichts. Am Ende wird der Fahrer vorn stehen, dessen Rennstall am meisten Budget und know-how zur Verfügung hat, das fahrerische Potential wird noch weiter in den Hintergrund treten und die Gründe für Siege werden für den Zuschauer immer unergründlicher. Spielzeugveranstaltung für Erwachsene, mit Sport ist da nicht mehr viel und Formel 1 als Technologieträger für die spätere Serie ist auch antiquarisch.
licea_felipe 01.03.2014
2.
Die schnelle Testfahrt des Nico Rosberg durch den journalistischen Durchlauferhitzer zu drücken, sagt inhaltlich nichts
Nonvaio01 01.03.2014
3. ich denke
Zitat von sysopNeue Motoren, neue Aerodynamik, neue Regeln: Die kommende Formel-1-Saison ist geprägt von tiefgreifenden Veränderungen. Kann Sebsatian Vettel dennoch seinen fünften Titel in Folge gewinnen? Oder gelingt den Silberpfeilen von Mercedes die Wachablösung? Und wie stark ist Ferrari mit seiner neuen Fahrerpaarung Fernando Alonso/Kimi Räikkönen?
wenn 10 Autos beim start der F1 in Ziel kommen ist das ein gutes ergebnis. So wie es momentan aussieht muss man nur durchkommen und man hat punkte, so koennen die kleinen teams am anfang der saison jedenfalls punkten.
rööp 01.03.2014
4.
Zitat von Nonvaio01wenn 10 Autos beim start der F1 in Ziel kommen ist das ein gutes ergebnis. So wie es momentan aussieht muss man nur durchkommen und man hat punkte, so koennen die kleinen teams am anfang der saison jedenfalls punkten.
Ich sehe dem auch eher skeptisch entgegen. Alle Teams haben riesige Probleme mit dem neuen Reglement. Die Jagd nach 10tel oder 100stel ist wohl erst mal zweit, bzw. drittrangig. Aktuell steht VET schon wieder in Bahrain.
rööp 02.03.2014
5. 02.03.2014 Liveticker
Zitat von Nonvaio01wenn 10 Autos beim start der F1 in Ziel kommen ist das ein gutes ergebnis. So wie es momentan aussieht muss man nur durchkommen und man hat punkte, so koennen die kleinen teams am anfang der saison jedenfalls punkten.
09:31 Uhr Longrun für Vettel Sebastian Vettel - wer hätte das gedacht? - hat seinen ersten Longrun absolviert. Rund 15 Umläufe waren das, und die Zeiten waren im Bereich von 1:39 bis 1:41 Minuten. Da waren andere schon langsamer. Heißt also: Wenn der RB10 mal läuft, ist er vorne dabei... 10:09 Uhr Rote Flagge Und wer ist der Übeltäter? Sebastian Vettel im Red Bull, wie könnte es anders sein. Der RB10 steht entgegen der Fahrtrichtung neben der Strecke, Feuerlöscher sind im Einsatz. Der Deutsche war gerade auf einem längeren Run. 10:26 Uhr Stand nach dreieinhalb Stunden 01. Valtteri Bottas (Williams) 1:34.797 02. Fernando Alonso (Ferrari) +0,712 03. Nico Hülkenberg (Force India) +0,780 04. Jean-Eric Vergne (Toro Rosso) +0,904 05. Adrian Sutil (Force India) +1,670 06. Jenson Button (McLaren) +3,314 07. Kamui Kobayashi (Caterham) +3,856 08. Romain Grosjean (Lotus) +4,505 09. Sebastian Vettel (Red Bull) +4,911 10. Max Chilton (Marussia) +6,445
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