Hamburg - In der Reifendebatte der Formel 1 hat Hersteller Pirelli dem Druck der Kritiker nur teilweise nachgegeben. Beim kommenden Rennen am 12. Mai in Barcelona (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) werden die harten Reifen zwar aus einer neuen Mischung bestehen und damit weniger anfällig für Verschleiß sein, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die zuletzt heftig kritisierten weichen Pneus bleiben jedoch unverändert.
"Wir haben das Verhalten unserer Reifen an den ersten vier Rennwochenenden der Saison geprüft. In Absprache mit allen Teams haben wir nun die Entscheidung getroffen, die harte Mischung zu verändern", sagte Pirellis Motorsport-Direktor Paul Hembery.
Zum Hintergrund: Insgesamt gibt es vier verschiedene Trockenreifen-Mischungen, superweich, weich, medium und hart. Immer zwei davon wählt Pirelli für ein Rennwochenende aus und stellt sie den Teams zur Verfügung. Vor allem das Red-Bull-Team um Sebastian Vettel sowie Mercedes hatten die beiden weichen Mischungen kritisiert, die an ihren Autos besonders schnell verschleißen. Doch an diesen Reifen verändert Pirelli nichts, nur an der harten Variante.
Bei den kommenden Rennen wird Vettel aber nur bedingt von den neuen Reifen profitieren, sie kommen lediglich in Barcelona zum Einsatz. Beim anschließenden Grand Prix in Monaco (26. Mai) liefert Pirelli die Mischungen weich und superweich, im kanadischen Montréal (9. Juni) stehen superweich und medium zur Verfügung.
Ferrari und Lotus profitieren von der Pirelli-Entscheidung
"Es hat im Moment nicht viel mit Rennfahren zu tun, wenn man das ganze Rennen nur auf die Reifen auslegt", hatte Vettel noch nach dem dritten Saisonrennen in China geschimpft, das Fernando Alonso gewonnen hatte. Dessen Ferrari-Team dürfte sich ebenso über die von Pirelli getroffene Entscheidung freuen wie Lotus. Die Autos beider Rennställe kommen mit den weichen Reifen deutlich besser zurecht als Red Bull und Mercedes.
Auch, weil die Konkurrenz in anderen Bereichen als den Reifen patzte, liegt Vettel trotz der Probleme mit den Reifen an der Spitze des WM-Klassements. Der Titelverteidiger hat 77 Punkte und damit zehn Zähler mehr als Lotus-Pilot Kimi Räikkönen (67 Punkte). Dritter ist Lewis Hamilton im Mercedes (50) vor Alonso (47).
ham/sid/dpa
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