Ferraris Pleite in Barcelona Heute kein Treppchen für dich

Ferrari und Sebastian Vettel haben in Spanien das Podest verpasst. So wurde Max Verstappen Dritter - trotz eines erneuten Unfalls. Nico Hülkenberg hält Romain Grosjean für einen "Fliegenfänger".

Sebastian Vettel
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Entscheidende Szene des Rennens: In der 41. Runde wurde das virtuelle Safety-Car aktiviert, weil Esteban Ocon (Force India) neben der Strecke stand. Ferrari reagierte und holte Sebastian Vettel (Ferrari) zum zweiten Mal in die Box, um in dieser Phase, in der die Konkurrenten nicht Vollgas fahren durften, die abbauenden Reifen erneut zu wechseln. Vettel gab seinen zweiten Platz her und kam hinter Valtteri Bottas (Mercedes) und Max Verstappen (Red Bull) wieder auf die Strecke. Die damit verbundene Hoffnung auf schwächelnde Reifen der Konkurrenten erfüllte sich nicht, Vettel eroberte seinen hergeschenkten Platz nicht mehr zurück.

Das Ergebnis: Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Spanien vor seinem Teamkollegen Bottas und Verstappen gewonnen. Seinen Vorsprung auf Vettel in der Gesamtwertung hat der Weltmeister damit auf 17 Punkte vergrößert. Hier geht's zur Meldung.

Die Startaufstellung (Top Ten): Hamilton - Bottas - Vettel - Räikkönen - Verstappen - Ricciardo - Magnussen - Alonso - Sainz - Grosjean

Die Startphase: Vettel ging in der ersten Kurve außen an Bottas vorbei. Wenig später wurde das Safety-Car auf die Strecke geschickt. Romain Grosjean (Haas) hatte sich durch einen Fahrfehler gedreht, Nico Hülkenberg (Renault) und Pierre Gasly (Toro Rosso) hatten keine Chance noch auszuweichen, und fuhren in das Auto des Franzosen. Alle drei schieden aus. Am Ende von Runde sechs ging das Safety-Car wieder in die Boxengasse.

Frust in Runde eins: 22 Punkte hatte Nico Hülkenberg in den ersten drei Rennen geholt. Nun ist der Deutsche zum zweiten Mal in Folge ausgeschieden. Hülkenberg zeigte sich frustriert, weil sein Rennen durch Grosjeans Fehler so früh beendet war: "Einmal wieder sehr gut gemacht, der alte Fliegenfänger", wetterte der 30-Jährige in Richtung des Franzosen: "Jede Wochenende aufs Neue ist es eine Show mit ihm. Ich weiß nicht, wie oft er sich dreht."

Der traurigste Fan der Welt: Vor einem Jahr war Räikkönen in Barcelona früh ausgeschieden - und sorgte für große Trauer bei einem jungen Anhänger auf der Tribüne. Diesmal durfte Räikkönen etwas länger mitfahren, beendete das Rennen aber wieder vorzeitig. Laut RTL war der kleine Junge wieder an der Strecke.

Reifenstreit: Lieferant Pirelli hatte die Lauffläche der Pneus vor dem Rennen in Spanien um 0,4 Millimeter verringert. Damit sollte die Blasenbildung, die bei den Testfahrten in Barcelona aufgefallen war, verhindert werden. Ferrari beschwerte sich, dass die Änderung vor allem Mercedes half. Der deutsche Rennstall wies das als "Stuss" zurück. Ohnehin entschied letztlich ein technischer Fehler bei Räikkönen und eine Fehlentscheidung bei Vettel für das schlechte Abschneiden Ferraris.

Erfolgreicher Bruchpilot: Max Verstappen gilt schon lang als eines der hoffnungsvollsten Talente der Rennklasse - auch wenn er immer wieder durch zu viel Aggressivität auffiel. Das gilt besonders für die aktuelle Saison. In Australien drehte er sich wegen eines Fehlers, in Bahrain kollidierte er mit Hamilton, in China mit Vettel, in Baku mit Ricciardo. In Barcelona fuhr er nun in Williams-Pilot Lance Stroll hinein und beschädigte seinen eigenen Frontflügel. Diesmal blieb der Unfall aber ohne Konsequenzen. Durch den Ferrari-Fehler reichte es sogar für Verstappens ersten Podestplatz der Saison.

Der große Fernando: Fünftes Rennen, zum fünften Mal in den Punkten. Neben Vettel und Hamilton hat das nur Fernando Alonso (McLaren) geschafft. In der Gesamtwertung ist er damit Siebter.

Erkenntnis des Rennens: Vor der Saison war die große Mercedes-Langeweile erwartet worden. Nun gab es den ersten Doppelsieg der Silberpfeile - in einem an der Spitze sehr ereignislosen Rennen. Das Wochenende zeigt einmal mehr: Bei Ferrari muss alles passen, damit das Team Mercedes gefährlich werden kann. So war es bei den ersten beiden Rennen und den Siegen Vettels. Beim kommenden Rennen in Monaco braucht Ferrari mal wieder ein perfektes Wochenende.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Texts stand, Ferrari habe mit einem Strategiefehler den Podiumsplatz für Vettel verschenkt. Tatsächlich wollte Ferrari nicht mit frischen Reifen angreifen, sondern sah sich durch abbauende Reifen zu einem zweiten Boxenstopp gezwungen.

insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
2face_coin 13.05.2018
1. Mal wieder
Verstappen bashing... Das mit Hamilton und Vettel war effektiv Verstappens Schuld weil er zu ungeduldig war. Nicht das er nicht zu schnell war. Das in Baku täuscht denn er hat nur 1x während das Bremsen Richtung geändert, vorher war auf der gerade. Das ist erlaubt. Dazu war er schneller laut Telemetridaten jedoch hatte keinen DRS sowie RIC. D.h. RIC hätte es gar nicht versuchen sollen. Und nun mit Lance Stroll, der sollte doch wissen das er VER gehen lassen soll da er viel schneller ist, und somit die Spielchen sein lassen sollte. Wobei ich auch nochmal gerne an die Unfälle von HAM, VET, RAI, ROS und sogar Schumacher usw erinnern möchte. Aber das ist wohl was anders...
AK_1 13.05.2018
2. Teamführung...
...und Strategie sind neben dem Fahrer das A und O in der Formel 1. Es wird Zeit, dass die Positionen der Team- und Strategieverantwortung bei Ferrari wieder mal mit Nicht-Italienern besetzt werden. Die Italiener sind ein nettes Volk, Organisation und Strategie gehört aber leider nicht zu deren Stärken.
Wilke 13.05.2018
3.
Zitat von 2face_coinVerstappen bashing... Das mit Hamilton und Vettel war effektiv Verstappens Schuld weil er zu ungeduldig war. Nicht das er nicht zu schnell war. Das in Baku täuscht denn er hat nur 1x während das Bremsen Richtung geändert, vorher war auf der gerade. Das ist erlaubt. Dazu war er schneller laut Telemetridaten jedoch hatte keinen DRS sowie RIC. D.h. RIC hätte es gar nicht versuchen sollen. Und nun mit Lance Stroll, der sollte doch wissen das er VER gehen lassen soll da er viel schneller ist, und somit die Spielchen sein lassen sollte. Wobei ich auch nochmal gerne an die Unfälle von HAM, VET, RAI, ROS und sogar Schumacher usw erinnern möchte. Aber das ist wohl was anders...
Bitte entschuldige, warum soll Stroll ohne Blaue Flaggen jemand wie Verstappen durchlassen wenn dieser sonst auch sich extrem breit macht wen er Überholt werden soll, und dazu kommt dann das zucken/anbeuten des Spurwechsels auf der Bremse ....was ja eigentlich nicht mehr erlaubt ist ......
haraldbuderath 14.05.2018
4. Pirrelideal
Mercedes kauft sich die Richtige Mischung und Ferrari spielt Poker, der extra Reifenwechsel ist für Ferrari jetzt wieder nötig ? hat Ferrari schon Kapituliert für 2018 ? Vettel plant schon Urlaub ?
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