Pressestimmen zur Formel 1 "Vettel ruiniert alles, was er sich aufgebaut hat"

"Eklatanter Fehler", "geschenkter Sieg", "Albtraum für Ferrari" - besonders die italienischen Zeitungen sind sich einig: Sebastian Vettel ist der Verlierer beim Großen Preis von Deutschland.

Ein Bagger holt Vettels Ferrari aus dem Kiesbett
DPA

Ein Bagger holt Vettels Ferrari aus dem Kiesbett


Lesen Sie hier die Pressestimmen zum Großen Preis von Deutschland.

ENGLAND

"The Sun": "Lewis Hamilton überstand ein nervenaufreibendes, dreistündiges Warten, bevor ihm erlaubt wurde, seinen brillanten Sieg beim Großen Preis in Deutschland zu behalten."

"The Telegraph": "Lewis Hamilton besiegelt bemerkenswerten GP-Sieg in Deutschland, nachdem Sebastian Vettel aus dem Rennen krachte."

"The Guardian": "Lewis Hamilton feiert Wunder beim Großen Preis von Deutschland! Nach seinem Defekt im Qualifying wollte er Schadensbegrenzung betreiben, aber die Wende hätte nicht bemerkenswerter und weitreichender sein können."

"Daily Mail": "Sebastian Vettel kreischt voller Qual in sein Radio, nachdem sein Unfall Lewis Hamilton einen außergewöhnlichen Sieg beim Großen Preis von Deutschland beschert. Der Brite war der coolste Fahrer und hat die Umstände virtuos gemeistert."

ITALIEN

"Gazzetta dello Sport": "Ferrari-Schock. Vettel begeht einen großen Fehler. Man kann eine WM-Chance nicht so verschwenden! Vettel hat von einem kleinen Fehler mit gravierenden Folgen gesprochen. Nein, sein Fehler ist verheerend und kann zum Verlust des WM-Titels beitragen. Seine Ehrlichkeit spricht ihn nur vom menschlichen Standpunkt frei. Ferrari hat ihm ein außerordentliches Auto in die Hand gegeben, doch er hat die gute Siegesgelegenheit verschwendet."

"Corriere dello Sport": "Vettels eklatanter Fehler auf der nassen Rennbahn stürzt Ferrari in einen Albtraum. Maranello hoffte auf einen Doppelsieg, am Ende feiert Mercedes. Hamilton führt das Ranking an. In der Formel 1, Sport der Perfektion, ist es leicht, 'from hero to zero' zu landen. Nach einer perfekten Qualifikation und einem meisterhaften Start ruiniert Vettel alles Gute, was er bisher aufgebaut hatte. Dieser Fehler könnte ihm sehr teuer zu stehen kommen."

"La Stampa": "Verschwendete Gelegenheit. Vettel schenkt Hamilton den Sieg. Für Ferrari ist dies die WM der Reue geworden. Nicht zum ersten Mal macht sich Vettel in diesem Jahr für eklatante Fehler verantwortlich. Mindestens vier Fehler in elf Rennen sind dem Deutschen zuzuschreiben. Dabei handelt es sich um Fehler, die das Ergebnis stark beeinträchtigt haben. Das Talent des Weltmeisters wird nicht infrage gestellt, doch sein übertriebener Tatendrang beeinflusst ihn zutiefst."

"La Repubblica": "Vettels verschwendete Gelegenheiten. Ein kleiner Fehler von enormer Relevanz. In diesen für Ferraris Zukunft heiklen Stunden verliert Sebastian Vettel das Steuer seines Autos und der WM. Er überlässt in Hockenheim seinem Rivalen Hamilton die Szene. Hamilton holt geduldig bis zur Spitze auf und siegt. Vettel verliert eine gute Chance in dem Moment, in dem er seinen Vorsprung hätte ausbauen können."

"Corriere della Sera": "Hamilton siegt mit einem Meisterwerk von Durchsetzungskraft und Konzentration. Das Rennen, mit dem Ferrari seine wiedergefundene Herrschaft in der WM hätte festigen sollen, ist zu Mercedes Revanche geworden. Das Verhalten der beiden Starpiloten macht den Unterschied. Auf der nassen Rennbahn verliert Vettel die Kontrolle seines Autos während er in der 52. Runde in Führung war. Hamilton holt allmählich auf und siegt. Er kann ein perfektes Rennen feiern."

SCHWEIZ

"Blick": "Lewis Hamilton gewinnt das Chaos-Rennen in Hockenheim. Der Brite behält seinen Sieg trotz eines unerlaubten Boxen-Manövers."

"Der Tagesanzeiger": "Der Brite gewinnt einen chaotischen Großen Preis von Deutschland und übernimmt die WM-Führung vor Sebastian Vettel, der auf nasser Strecke ausscheidet."

ÖSTERREICH

"Kurier": "Vettel wirft den Sieg in seinem Wohnzimmer weg."

"Kronen Zeitung": "Der Ferrari-Star Sebastian Vettel hat sein Heimrennen aus der Pole Position in Angriff angenommen, doch der Heimfluch beim Deutschland-GP bleibt bestehen - denn Vettel krachte in Führung liegend nach zwei Drittel des GP's durch das Kiesbett in die Mauer!"

SPANIEN

"La Vanguardia": "Hamilton verbündet sich mit dem Regen, um in Hockenheim wieder aufzublühen."

"Mundo Deportivo": "Hamilton behält seinen Sieg in Deutschland und bekommt eine Rüge."

"El Mundo": "Nach vielen Debatten haben die Kommissare den Briten (Hamilton) mit einer simplen Rüge bestraft (...) Er musste fast drei Stunden warten, bis er erleichtert (...) einen der besten Erfolge seiner Karriere feiern konnte."



insgesamt 6 Beiträge
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bertholdgross 23.07.2018
1. Teil am Wagen verloren
Der Wagen von Sebastian Vettel hatte kurz vor dem Unfall vorne links ein Teil verloren. Steht dieser Vorgang vielleicht im Zusammenhang mit den Kontrollverlust bei dem Unfall?
neutralfanw 23.07.2018
2.
Die neue Taktik-Variante. Ausfahrt zur Boxengasse nutzen. Gegner irritieren und dann einfach vor der Einfahrt in die Boxengasse über die Wiese zurück auf den Rennkurs. Mal sehen, wann der erste Fahrer diese Variante nutzt. Hamilton durfte ungestraft dadurch zum Sieg fahren. In Zukunft also erlaubt. Evtl. könnte es ja sogar eine Abkürzung sein :-)
manfred.senghaus 23.07.2018
3. Abflieger
Wie der Rennverlauf zeigte passieren Ausrutscher auch anderen Weltmeistern. Vielleicht wäre es ohne dem Kiesbett anders ausgegangen. Den 1:15 Runden von Hamilton hätte Vettel mit 1:17 Zeiten wohl auch nichts entgegengesetzt.
colinchapman 23.07.2018
4. bitte kein Vettel-Bashing
Der Fehler war so minimal, dass ich nicht mal sicher bin, ob es einer war. Beim Runterschalten im Regen ein kurzer Rutscher auf der Hinterachse, das passiert im Regen jedem Weltklassefahrer, der versucht, ein hypernervöses Gefährt jede Runde am Limit zu bewegen. Dass Lewis Hamilton zu der Zeit zwei Sekunden schneller unterwegs war, eher lag an den weicheren und frischeren Reifen als am Auto oder am Fahrer. Sebastian Vettel hatte das Pech, dass er an einer von zwei Kurven (von fünfzehn) herausrutschte, die eine gekieste statt asphaltierte Auslaufzone haben. Sicher, es gab an dem Tag fünfzehn Fahrer, die ihr Auto heil ins Ziel brachten. Aber selbst Regengötter wie Senna oder Schumacher sind in einem Viertel aller Fälle im Regen abgeflogen, wer sein Auto nie nie nie im Regen rauswirft - wie ein Nick Heidfeld - macht auch etwas falsch. Selbst die besten Spitzenfahrer machen ein oder zwei Fehler pro Saison, man sollte Sebastian Vettel jetzt bei Saisonhalbzeit nicht vorzeitig verurteilen. Am Ende wird zusammen gezählt, auch ein Lewis Hamilton hat noch zehn Rennen Zeit, einmal ein Auto rauszuwerfen.
ExigeCup260 23.07.2018
5.
Zitat von colinchapmanDer Fehler war so minimal, dass ich nicht mal sicher bin, ob es einer war. Beim Runterschalten im Regen ein kurzer Rutscher auf der Hinterachse, das passiert im Regen jedem Weltklassefahrer, der versucht, ein hypernervöses Gefährt jede Runde am Limit zu bewegen. Dass Lewis Hamilton zu der Zeit zwei Sekunden schneller unterwegs war, eher lag an den weicheren und frischeren Reifen als am Auto oder am Fahrer. Sebastian Vettel hatte das Pech, dass er an einer von zwei Kurven (von fünfzehn) herausrutschte, die eine gekieste statt asphaltierte Auslaufzone haben. Sicher, es gab an dem Tag fünfzehn Fahrer, die ihr Auto heil ins Ziel brachten. Aber selbst Regengötter wie Senna oder Schumacher sind in einem Viertel aller Fälle im Regen abgeflogen, wer sein Auto nie nie nie im Regen rauswirft - wie ein Nick Heidfeld - macht auch etwas falsch. Selbst die besten Spitzenfahrer machen ein oder zwei Fehler pro Saison, man sollte Sebastian Vettel jetzt bei Saisonhalbzeit nicht vorzeitig verurteilen. Am Ende wird zusammen gezählt, auch ein Lewis Hamilton hat noch zehn Rennen Zeit, einmal ein Auto rauszuwerfen.
"... Am Ende wird zusammen gezählt, auch ein Lewis Hamilton hat noch zehn Rennen Zeit, einmal ein Auto rauszuwerfen." Hamilton hat seinen Wagen ja im zeiten Teil des Qualifikationstrainings bereits "rausgeworfen", zumindest hat sein Fahrfehler für den Hydraulikdefekt an seinem Lenksystem gesorgt - wenn man der Einschätzung vieler Experten Glauben schenken darf. Nur hat am Ende aufgrund seines Ergebnisses keiner mehr danach gefragt, bzw. die Tatsache, dass er dadurch von weit hinten eien Aufholjagd starten musste, wurde sogar mythologisiert. Das Ereignis des Ausflugs Vettels über das Kiesbett in die Reifenstapel hat aber auch verdeutlicht, dass die Würze des Formel1-Sports in der direkten Bestrafung von Fahrfehlern liegt - natürlich bei absoluter Unversehrtheit der Fahrer. Kiesbetten, aus denen man sich schwerlich befreien kann, nahestehende Barrieren, in die man auch noch mit hoher Geschwindigkeit verletzungsfrei "eintauchen" kann, so müssen Formel1-Kurse gestrickt sein. Bestes Beispiel Monza: Die Kastration der Parabolica durch immer breiter werdende Asphaltstreifen am Aussenrand der Streckenbegrenzung lässt die Piloten auch mal über das Limit hinaus fahren, so dass es eben keien Konsequenzen (früher in der Regel Beendigung des Rennens durch Steckenbleiben im Kiesbett) mehr hat, das Limit zu überschreiten - abgesehen von einem etwaigen Zeitverlust.
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