Vettel verliert WM-Führung Ciao!

Ausgerechnet in Italien: Ferrari und Vettel haben in Monza die WM-Führung an Hamilton verloren, Fernando Alonso bleibt der Pechvogel der Formel 1. Das Wichtigste zum Rennen.

Lewis Hamilton jubelt
REUTERS

Lewis Hamilton jubelt

Von


Ferraris Heimspiel: Alles war für ein perfektes Ferrari-Heimspiel auf der Strecke von Monza und dem 70-jährigen Bestehen des Unternehmens angerichtet. Sebastian Vettel ging als WM-Führender an den Start, Düsenflugzeuge malten die Nationalfarben Italiens am Himmel, überall Fans der Scuderia. Doch es gab einen Spielverderber: Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat Ferrari seine Grenzen aufgezeigt und ist mit seinem Erfolg beim Großen Preis von Italien an Vettel in der Fahrerwertung vorbeigezogen. Bäm! Nach dem Rennen gab es rote Konfettibomben für die Verlierer.

Das Ergebnis: Den Mercedes-Sieg in Monza machte Valtteri Bottas mit dem zweiten Platz perfekt. Vettel durfte als Dritter mit aufs Treppchen. Hier lesen Sie die Meldung zum Rennen.

Die Startaufstellung (Top Ten): Nachdem die Fia 150 Strafplätze (mehr zum Strafen-Gewitter lesen Sie hier) verteilt hatte, verlor so mancher den Überblick. So sah die Top Ten schließlich aus: Hamilton - Stroll - Ocon - Bottas - Räikkönen - Vettel - Massa - Kvyat - Magnussen - Pérez. Der 18 Jahre alte Lance Stroll ist damit der jüngste Fahrer, der es jemals in die erste Startreihe geschafft hat - wenn auch unter Hilfe der Fia-Lotterie, denn die im Qualifying zweit- bzw. drittplatzierten Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Daniel Ricciardo kassierten ebenfalls Strafen.

Fotostrecke

10  Bilder
Formel 1 in Monza: Partycrasher Hamilton

Die Startphase: Für Mercedes lief alles nach Plan: Hamilton verteidigte seine Position souverän und fuhr in den ersten Runden über eine Sekunde schneller als seine "Verfolger". Bottas rückte schnell auf Platz zwei vor und wäre für den Notfall als Bremsklotz vor Vettel zur Stelle gewesen, doch der Deutsche kam nicht einmal in die Nähe der Silberpfeile.

Mann des Rennens: Die Fia versetzte Daniel Ricciardo vom dritten Rang auf Startplatz 16, das schien den Australier nur anzuspornen. Der Red-Bull-Pilot jagte nur so über den Parcours, fuhr mit 355,3 Km/h den Top-Speed des Rennens und belohnte sich mit Rang vier. Was wäre wohl ohne die Strafversetzung möglich gewesen?

Der Pechvogel: Diese Kategorie hat aktuell der Teamkollege von Ricciardo gepachtet: Max Verstappen. Was dem Rennfahr-Wunderkind bisher geschah: nur ein Treppchen (Vorjahr: sieben), sechs Ausfälle, zuletzt in Belgien, wo über 80.000 niederländische Verstappen-Fans an der Strecke waren - und nun eine frühe Kollision mit Felipe Massa. Ein Reifenplatzer war die Folge. Immerhin schaffte es der 19-Jährige noch in die Box, sodass er das Rennen als Letzter fortsetzen konnte. Er wurde Zehnter.

Der noch größere Pechvogel: Machen wir es kurz. Fernando Alonso ist eine Runde vor Schluss ausgeschieden. Das "Auto" des Spaniers gab damit zum achten Mal vor der Ziellinie den Geist auf. Ob er bald in den Streik zieht, um einen Wechsel zu forcieren? Muss er gar nicht. Alonsos Vertrag bei McLaren-Honda endet nach der Saison. Er soll bei Williams im Gespräch sein.

Die Geheimwaffe: Auch für den italienischen Rennstall Toro Rosso war es ein Heimspiel und das Team ließ für ein gutes Ergebnis nichts unversucht: Vor dem Rennen durfte der König des Nordens, Jon Snow (2. v. rechts), die Piloten Carlos Sainz und Daniil Kvyat einstimmen. In der US-Serie "Game of Thrones" hat das Wort von Snow Gewicht, Wunder geschehen, Tote werden wiedergeboren (mehr über das Fantasy-Spektakel lesen Sie hier) - da hätten doch zumindest für einen Toro-Rosso-Fahrer Punkte drin sein müssen? Von wegen: keine Punkte. Jon Snow ist halt auch nur ein Mensch (Kit Harington).

Ferrari-Enttäuschung: Monza war diesmal kein Ferrari-Land. Das wurde bereits im Vorfeld befürchtet und so kam es auch: Die vielen Hochgeschwindigkeitsgeraden sind vor allem für den starken Mercedes-Motor gut, nicht aber für Ferrari. Besonders deutlich wurde das bei Kimi Räikkönen, der erst in der 26. Runde an Esteban Ocon im Force India vorbeizog. Ferrari fehlt der Speed. Mit Blick auf die verbleibenden sieben Saisonrennen wird es für die Scuderia auch in Suzuka (Top-Speed-Kurs) und in den Rennen von USA und Abu Dhabi (wegen der Kurvencharakteristik eher eine Aufgabe für den Mercedes) schwer mit einem Sieg. Monza könnte bereits eine Vorentscheidung in der Fahrerwertung gewesen sein.

insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Sparsamer Schwabe 03.09.2017
1. Vettel verliert WM-Führung: Ciao!
Glückwunsch an Lewis Hamilton. Sebastian Vettel wird niemals ein Michael Schumacher.
chico 76 03.09.2017
2. Mit dem Mercedes
kann jeder gewinnen.
rudig 03.09.2017
3. vielleicht,
Zitat von chico 76kann jeder gewinnen.
aber nicht im Regen! Das hat Lewis gestern bewiesen , er ist der Beste!
Attila2009 03.09.2017
4.
Zitat von Sparsamer SchwabeGlückwunsch an Lewis Hamilton. Sebastian Vettel wird niemals ein Michael Schumacher.
Das ist auch klar. Jeder Fahrer ist ein Individium für sich und hat seine eigene Duftmarke. Vettel hat auch eine. Spa und Monta sind reine Motorenstrecken , da konnte der Mercedes seine Power ausspielen. Hier hatte Hamilton erwartungsgemäß leichtes Spiel weil dem Ferrari doch paar PS fehlen.
spontanistin 03.09.2017
5. Seltsamer Sport!
Ginge es um die Ermittlung des besten Rennfahrers, sollten alle Fahrer das gleiche Auto fahren. Ginge es um die Ermittlung des besten Fahrzeugdesigns und Rennteams, wären entweder autonome Rennwagen angemessen oder eine wechselnde Besetzung der Wagen mit den Piloten, so dass jeder Pilot in einer Saison jedes Fahrzeugs bewegt hat. Insbesondere mit einem unterlegenen Wagen dürfte auch der beste F1-Pilot chancenlos bleiben. Was soll also der ganze Quatsch?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.