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Verunglückter Formel-1-Fahrer: Bianchi macht kleine Fortschritte

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Formel-1-Pilot Bianchi: Es braucht Geduld

Im vergangenen Oktober zog sich Jules Bianchi beim Crash in Suzuka schwere Verletzungen zu. Seitdem liegt der Formel-1-Pilot im Koma. Laut seinem Vater macht er kleine Fortschritte. Ob er genesen werde, sei jedoch völlig offen.

Hamburg - Formel-1-Pilot Jules Bianchi liegt gut fünf Monate nach seinem schweren Unfall weiter im Koma. "Es braucht Geduld, sehr viel Geduld. Es gibt kleine Fortschritte, aber Jules ist immer noch im Koma", sagte sein Vater Philippe Bianchi der "Gazzetta dello Sport". "Und so lange er nicht aufwacht, ist das Einzige, was wir tun können, warten." Der 25 Jahre alte Marussia-Pilot war im Oktober im japanischen Suzuka mit seinem Wagen gegen einen Bergungskran gekracht und hatte sich schwere Verletzungen im Gehirn zugezogen.

Die Situation sei für ihn und seine Ex-Frau sowie die beiden Geschwister Bianchis sehr schwer, sagte Bianchi Senior. "Er gibt nicht auf, und auch wir tun das nicht, wir versuchen, so zäh wie er zu sein. Aber das ist sicherlich nicht leicht." Die derzeitige Situation sei "unmenschlich, nicht zu wissen, wie die Dinge ausgehen", erklärte er. "Es ist schwierig zu wissen, dass jeden Moment ein schrecklicher Anruf aus dem Krankenhaus kommen kann. Aber wir müssen stark sein für Jules."

Nach seinem Unfall wurde Bianchi im Krankenhaus in Japan notoperiert, knapp sieben Wochen später wurde er nach Frankreich geflogen, wo er nun in seiner Heimatstadt Nizza behandelt wird. Prognosen seien schwierig, erklärte Bianchi. "Die Ärzte äußern sich nicht, solange er in diesem Zustand ist, können sie nichts sagen", betonte er. "Er könnte aufwachen oder das niemals tun, aber sicherlich kämpft Jules."

"The Show must go on"

Zum Jahreswechsel hieß es, Bianchi befinde nicht mehr auf der Intensivstation des Krankenhauses, sondern im Rehabilitationszentrum. Er sei nicht bei Bewusstsein, atme aber ohne Hilfe.

Einige Formel-1-Piloten wie etwa Fernando Alonso oder Felipe Massa nähmen weiter sehr großen Anteil an dem Schicksal seines Sohnes, sagte Bianchi. "Der Rest, wie soll man das sagen? The Show must go on, das muss man akzeptieren. So ist das Leben."

Untersuchungen hatten ergeben, dass der Unfall eine Verkettung unglücklicher Umstände war. Bianchi erklärte, er habe einen Anwalt damit beauftragt, die Geschehnisse zu bewerten. "Wir wissen noch nicht, welchen Weg wir nehmen werden, aber sicherlich war das keine normale Rennsituation", erklärte er. "Wenn es jemanden gibt, der die Verantwortung für das trägt, muss er ohne Frage dafür bezahlen."

mon/dpa

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1. das...
tobih 10.03.2015
...was der Vater von Jules Bianchi in dem Artikel sagt, lässt nicht gerade viel Hoffnung zu, daß sich die Situation Bianchis nochmal verbessert. Aber jetzt auf Teufel komm raus einen schuldigen zu suchen, macht die Situation nicht besser und ist m.M.n. falsch: wenn unbedingt ein Mensch Schuld sein soll, dann (so leid es mir tut) ist das eindeutig Bianchi: er ist unter gelb viel zu schnell gefahren und er hat die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, was der Auslöser des Unfalls ist und letztlich auch in Konsequenz zu der Verletzung geführt hat. Die gelben Flaggen waren nachweislich korrekt geschwenkt und auch die Bergung des anderen Fahrzeugs lief korrekt ab...so traurig es klingt: ein Restrisiko bleibt bei diesem Sport immer und dies gilt es zu akzeptieren
2. das...
brausestäbchen 10.03.2015
...erinnert allzu stark an M. Schuhmacher (auch wenn er sich seine Verletzung beim Ski-Fahren zugezogen hat).
3. Und?
Klausvon Berghe 10.03.2015
Es soll schnell sein, es soll an die Grenzen gehen, es soll richtig hoch entlohnt werden. Aber immer alles mit doppeltem Boden, hoher Sicherheit und am besten risikolos. Und wenn dann doch etwas passiert rumjaulen und auf die Tränendrüsen drücken. Sorry, aber ich habe mit jedem Bauarbeiter, Mitarbeiter der Straßenmeisterei und Polizisten, die bei der Ausübung Ihres Dienstes verunglücken, mehr Mitleid.
4.
niska 10.03.2015
Zitat von Klausvon BergheEs soll schnell sein, es soll an die Grenzen gehen, es soll richtig hoch entlohnt werden. Aber immer alles mit doppeltem Boden, hoher Sicherheit und am besten risikolos. Und wenn dann doch etwas passiert rumjaulen und auf die Tränendrüsen drücken. Sorry, aber ich habe mit jedem Bauarbeiter, Mitarbeiter der Straßenmeisterei und Polizisten, die bei der Ausübung Ihres Dienstes verunglücken, mehr Mitleid.
Diese moderne, an Bedingungen geknüpfte Form von "Mitleid" ist mir als Christenmenschen zum Glück unbekannt. Ich lasse den Statusneid weg und kann keinen großen Unterschied erkennen. Profisportler sind Entertainer. Sie leisten dadurch auch einen wichtigen Dienst für die Allgemeinheit.
5.
kommentar4711 10.03.2015
Zitat von tobih...was der Vater von Jules Bianchi in dem Artikel sagt, lässt nicht gerade viel Hoffnung zu, daß sich die Situation Bianchis nochmal verbessert. Aber jetzt auf Teufel komm raus einen schuldigen zu suchen, macht die Situation nicht besser und ist m.M.n. falsch: wenn unbedingt ein Mensch Schuld sein soll, dann (so leid es mir tut) ist das eindeutig Bianchi: er ist unter gelb viel zu schnell gefahren und er hat die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, was der Auslöser des Unfalls ist und letztlich auch in Konsequenz zu der Verletzung geführt hat. Die gelben Flaggen waren nachweislich korrekt geschwenkt und auch die Bergung des anderen Fahrzeugs lief korrekt ab...so traurig es klingt: ein Restrisiko bleibt bei diesem Sport immer und dies gilt es zu akzeptieren
Sehe ich, wie auch Ihre weiteren Ausführungen, absolut genauso. Leider ist es wohl einmal mehr so, dass die Angehörigen nicht akzeptieren wollen, dass Ihr Sohn selbst die Schuld an seinem Schicksal trägt.
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Formel-1-Saison 2014: Die wichtigsten Änderungen
Motor
Die Ära der Saugmotoren ist vorbei. Statt der 2,4-Liter-Triebwerke mit acht Zylindern stecken nun 1,6-Liter-Turbomaschinen mit sechs Zylindern unter der Fahrzeugabdeckung. Pro Saison darf ein Fahrer nur fünf Motoren einsetzen, bisher waren es acht. Ab dem sechsten Motor muss er aus der Boxengasse starten.
Hybridsystem
Das Hybridsystem ERS (Energy Recovery System) liefert pro Runde zusätzlich 160 PS für 33,3 Sekunden. Die beiden Elektromotoren speisen sich aus der Wärmeenergie des Abgasstrahls sowie kinetischer Energie des Bremsvorgangs.
Spritlimit
Erlaubt sind für jedes Rennen nur noch 100 statt bislang 150 Kilogramm Sprit. Die Folge ist, dass die Fahrer verbrauchsschonender fahren müssen. Wer nur auf dem Gaspedal steht, wird das Ziel nicht erreichen.
Fahrzeugnase
Sie wurde drastisch abgesenkt. Zuletzt war eine Maximalhöhe von 55 Zentimetern erlaubt. Nun sind es nur noch 18,5 Zentimeter von der Spitze der Rennwagen zum Boden. Die Nasen liegen damit unwesentlich höher als der Frontflügel. Der Grund für die Änderung: Durch die noch tiefer liegende Wagenspitze soll bei Kollisionen die Gefahr weiter gemindert werden, dass andere Piloten von ihr getroffen werden.
Frontflügel
Er ist schmaler geworden. Statt 1,80 Metern beträgt die erlaubte Maximalbreite 1,65 Meter. Auswirkung hat das auf die sogenannten Endplatten, die für die Luftführung vor den Vorderreifen wichtig sind.
Heckflügel
Das untere Heckflügel-Element, der sogenannte Beamwing, ist nicht mehr erlaubt. Für die Ingenieure besteht auch hier die Herausforderung darin, den dadurch verlorenen Abtrieb zu kompensieren.
Auspuff
Nur noch ein Endrohr ist erlaubt. Bislang wurden die Abgase über zwei seitliche Kanäle abgeleitet und so auf das Heck geführt, dass auch dadurch weiterer Abtrieb erreicht wurde, sprich: eine bessere Straßenlage. Das neue Endrohr muss mittig angebracht sein.
Startnummern
Erstmals tragen die Piloten nicht mehr die Startnummern nach der Abschlussrangliste der vorhergehenden Saison. Nur die 1 ist weiter dem Titelverteidiger vorbehalten, ansonsten durften sich die Piloten ihre Startnummer aussuchen. Zur Wahl standen Zahlen von 2 bis 99.
Strafen
Es gibt nun Strafpunkte für bestimmte Vergehen. Diese werden in einem Jahr zusammengerechnet, ähnlich wie bei der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Kommt ein Fahrer auf zwölf Punkte, muss er ein Rennen pausieren. Eine Verwarnung, beispielsweise wegen des Überfahrens einer durchgezogenen Linie, hat einen Punkt zur Folge. Eine Durchfahrtsstrafe zieht zwei Punkte nach sich. Wird ein Pilot beim Qualifying von einem Gegner extrem behindert, muss der Übeltäter nicht nur fünf Plätze in der Startaufstellung nach hinten, sondern bekommt auch drei Punkte. Eine Rückstufung von zehn Startplätzen (zum Beispiel als Schuldiger einer Kollision) bedeutet fünf Strafpunkte. Zudem können die Rennkommissare 2014 schon für kleinere Vergehen wie Verlassen der Fahrlinie Fünf-Sekunden-Strafen aussprechen.
WM-Punkte
Wie in den vergangenen Jahren bekommen die zehn besten Fahrer des Rennens Punkte, der Sieger erhält 25. Neu ist, dass es beim letzten der 19 Rennen in Abu Dhabi die doppelte Punktzahl gibt. Der Sieger erhält dann 50 Zähler, der Zweite 36 statt 18, und für Platz zehn gibt es anstatt eines Punktes dann zwei Zähler.

Die neue "Power Unit"
Formel 1: Teams und Fahrer 2014
Team Fahrer 1 Fahrer 2
Red Bull Sebastian Vettel Daniel Ricciardo
Ferrari Kimi Räikkönen Fernando Alonso
Mercedes Nico Rosberg Lewis Hamilton
Lotus Romain Grosjean Pastor Maldonado
McLaren Jenson Button Kevin Magnussen
Sauber Adrian Sutil Esteban Gutiérrez
Force India Nico Hülkenberg Sergio Pérez
Toro Rosso Jean-Eric Vergne Daniil Kwjat
Williams Felipe Massa Valtteri Bottas
Caterham Marcus Ericsson Kamui Kobayashi
Marussia Max Chilton Jules Bianchi


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