Hamburg - Der finnische Formel-1-Fahrer Heikki Kovalainen hat im freien Training für den Großen Preis von Istanbul (Sonntag, 14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) die Bestzeit vorgelegt. Der McLaren-Mercedes-Pilot benötigte für seine schnellste Runde 1:28,841 Minuten. Zweiter wurde der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso (Spanien/Renault/1:28,847) vor Nico Rosberg (1:28,952). Der 21 Jahre alte Williams-Pilot konnte am Mittag seine Bestzeit vom Morgen aber nicht mehr verbessern.

Finne Kovalainen: Trainingsbester im McLaren-Mercedes
WM-Spitzenreiter Jenson Button (Großbritannien/Brawn/1:29,430) musste sich mit Rang 14 begnügen und lag damit unmittelbar vor einem deutschen Trio. Timo Glock (Toyota/1:29,518) wurde 15., Nick Heidfeld (BMW-Sauber/1:29,550) 16. und Adrian Sutil (Force-India/1:29,864) 17.
Beim Rennen am Sonntag droht der Formel 1 unterdessen eine Fahrt vor fast leeren Tribünen. Bis Freitagmittag waren gerade mal 9000 Karten verkauft. Die Veranstalter rechnen mit maximal 20.000 Besuchern bei einer Kapazität von 130.000 Plätzen. Angeblich hat der Formel-1-Vermarkter Fom bereits zwei Kameras abgebaut, damit im TV nicht die leeren Ränge zu sehen sind. Die Formel 1 gastiert seit 2005 in Istanbul. Nachdem im Vorjahr nur 40.000 Zuschauer das Rennen verfolgt hatten, gibt es Gerüchte, die Formel 1 werde nach Vertragsende 2011 keine Station mehr in der Türkei machen. Streckenchef Can Güclü äußerte bereits offiziell die Sorge, "dass wir 2011 zum letzten Mal Gastgeber für die Formel 1 sein könnten".
Force India hat sich derweil als zweites Formel-1-Team nach Williams ohne Bedingungen für die neue Saison eingeschrieben. Dies berichtet "auto, motor und sport". Ein Vertreter des Rennstalls bestätigte dem Fachmagazin in Istanbul die Entscheidung, ohne namentlich genannt werden zu wollen. Damit bröckelt die Front der Teamvereinigung Fota eine Woche vor der "Deadline" weiter. Der Internationale Automobil-Verband Fia will am 12. Juni das Starterfeld für 2010 bekanntgeben, das laut Reglement maximal 13 Rennställe umfassen kann. Die verbleibenden acht Teams, die in diesem Jahr fahren, hatten sich am vergangenen Freitag nur unter Vorbehalt eingeschrieben.
Hauptstreitpunkte zwischen dem Dachverband und der Fota sind die von Fia-Präsident Max Mosley geforderte Budgetobergrenze von etwa 45 Millionen Euro sowie das Reglement. Zudem fordert die Teamvereinigung, dass bis zum 12. Juni ein neues "Concorde Agreement", das den Ablauf und die Verteilung der Gelder in der Formel 1 festlegt, beschlossen wird. Die Fota hatte in Monaco einen umfassenden Katalog vorgelegt, der unter anderem einen Stufenplan für die Reduzierung des Etats enthält.
"Der jüngste Vorschlag der Teams macht sehr viele Zugeständnisse an die Fia. Das Resultat unserer Vorschläge wäre das gleiche wie Mosleys Budgetlimit. Wir würden in Stufen am Ende bei den Ausgaben ankommen, wie sie sich Mosley wünscht", sagte BrawnGP-Besitzer Ross Brawn "auto, motor und sport". "Für neue Teams wäre es eine attraktive Basis, in die Formel 1 einzusteigen. Das Ganze würde nur anders heißen." Bislang hat sich über ein halbes Dutzend neuer Kandidaten bei der Fia für 2010 eingeschrieben. Angesichts der großen Zahl von Interessenten hat Mosley ein Druckmittel gegenüber den etablierten Teams. Zudem ist Ferrari angeblich bis 2012 vertraglich zu einem Formel-1-Start verpflichtet.
fsc/sid/dpa
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