Formel 1: Kovalainen schnellster, Force India schert aus

Silberner Hoffnungsschimmer: McLaren-Mercedes-Pilot Heikki Kovalainen ist im Training zum Grand Prix von Istanbul die beste Zeit gefahren. Force India hat sich ohne Bedingungen für die Saison 2010 eingeschrieben - und sich damit gegen die Teamvereinigung Fota gestellt.

Hamburg - Der finnische Formel-1-Fahrer Heikki Kovalainen hat im freien Training für den Großen Preis von Istanbul (Sonntag, 14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) die Bestzeit vorgelegt. Der McLaren-Mercedes-Pilot benötigte für seine schnellste Runde 1:28,841 Minuten. Zweiter wurde der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso (Spanien/Renault/1:28,847) vor Nico Rosberg (1:28,952). Der 21 Jahre alte Williams-Pilot konnte am Mittag seine Bestzeit vom Morgen aber nicht mehr verbessern.

Finne Kovalainen: Trainingsbester im McLaren-Mercedes
DPA

Finne Kovalainen: Trainingsbester im McLaren-Mercedes

Sebastian Vettel wurde nach drei Runden des zweiten Trainings von einem technischen Defekt bei seinem Red-Bull gestoppt - aber trotzdem noch mit der sechstbesten Zeit notiert (1:29,202). "Es waren leider nur drei Runden, dann war Schicht im Schacht", sagte Vettel. Im ersten Durchgang war er Vierter geworden. Vettel half nach dem frühen Aus eigenhändig, seinen defekten Rennwagen in die Auslaufzone zu schieben. "Wir wissen noch nicht genau, was es war, aber es sieht nicht gut aus. Wahrscheinlich war es ein Motor- oder Getriebeschaden", sagte der 21-Jährige.

WM-Spitzenreiter Jenson Button (Großbritannien/Brawn/1:29,430) musste sich mit Rang 14 begnügen und lag damit unmittelbar vor einem deutschen Trio. Timo Glock (Toyota/1:29,518) wurde 15., Nick Heidfeld (BMW-Sauber/1:29,550) 16. und Adrian Sutil (Force-India/1:29,864) 17.

Beim Rennen am Sonntag droht der Formel 1 unterdessen eine Fahrt vor fast leeren Tribünen. Bis Freitagmittag waren gerade mal 9000 Karten verkauft. Die Veranstalter rechnen mit maximal 20.000 Besuchern bei einer Kapazität von 130.000 Plätzen. Angeblich hat der Formel-1-Vermarkter Fom bereits zwei Kameras abgebaut, damit im TV nicht die leeren Ränge zu sehen sind. Die Formel 1 gastiert seit 2005 in Istanbul. Nachdem im Vorjahr nur 40.000 Zuschauer das Rennen verfolgt hatten, gibt es Gerüchte, die Formel 1 werde nach Vertragsende 2011 keine Station mehr in der Türkei machen. Streckenchef Can Güclü äußerte bereits offiziell die Sorge, "dass wir 2011 zum letzten Mal Gastgeber für die Formel 1 sein könnten".

Force India hat sich derweil als zweites Formel-1-Team nach Williams ohne Bedingungen für die neue Saison eingeschrieben. Dies berichtet "auto, motor und sport". Ein Vertreter des Rennstalls bestätigte dem Fachmagazin in Istanbul die Entscheidung, ohne namentlich genannt werden zu wollen. Damit bröckelt die Front der Teamvereinigung Fota eine Woche vor der "Deadline" weiter. Der Internationale Automobil-Verband Fia will am 12. Juni das Starterfeld für 2010 bekanntgeben, das laut Reglement maximal 13 Rennställe umfassen kann. Die verbleibenden acht Teams, die in diesem Jahr fahren, hatten sich am vergangenen Freitag nur unter Vorbehalt eingeschrieben.

Hauptstreitpunkte zwischen dem Dachverband und der Fota sind die von Fia-Präsident Max Mosley geforderte Budgetobergrenze von etwa 45 Millionen Euro sowie das Reglement. Zudem fordert die Teamvereinigung, dass bis zum 12. Juni ein neues "Concorde Agreement", das den Ablauf und die Verteilung der Gelder in der Formel 1 festlegt, beschlossen wird. Die Fota hatte in Monaco einen umfassenden Katalog vorgelegt, der unter anderem einen Stufenplan für die Reduzierung des Etats enthält.

"Der jüngste Vorschlag der Teams macht sehr viele Zugeständnisse an die Fia. Das Resultat unserer Vorschläge wäre das gleiche wie Mosleys Budgetlimit. Wir würden in Stufen am Ende bei den Ausgaben ankommen, wie sie sich Mosley wünscht", sagte BrawnGP-Besitzer Ross Brawn "auto, motor und sport". "Für neue Teams wäre es eine attraktive Basis, in die Formel 1 einzusteigen. Das Ganze würde nur anders heißen." Bislang hat sich über ein halbes Dutzend neuer Kandidaten bei der Fia für 2010 eingeschrieben. Angesichts der großen Zahl von Interessenten hat Mosley ein Druckmittel gegenüber den etablierten Teams. Zudem ist Ferrari angeblich bis 2012 vertraglich zu einem Formel-1-Start verpflichtet.

fsc/sid/dpa

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Forum - Was bringt die Formel-1-Saison 2009?
insgesamt 276 Beiträge
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1.
Michael KaiRo 16.01.2009
Zitat von sysopNeue Autos, neue Regeln, neue Technik: Die Formel 1 sieht 2009 ganz anders aus. Doch ändern sich damit auch die Kräfteverhältnisse? Wer ist Ihr Titelfavorit, was halten Sie von den Neuerungen in der Königsklasse?
Die Regeländerungen sehe ich weitgehendst positiv - diese dummen zigfachen Flaps sahen sowieso eher müllig aus. Hätte aber noch das "Umkleiden" der Rückspiegel wie es Ferrari jetzt getan hat, verboten - die waren wohl clever und fanden ne Lücke ;-) Die Kräfteverhältnisse dürften sich wohl eher marginal verschieben. Da bleibe ich Realist. Vor allem wünsche ich mir, dass mehr Entscheidungen auf der Rennstrecke fallen als am grünen Tisch. Aber das dürfte wohl Wunschdenken bleiben. Die Meisterschaft wird immer (nach Möglichkeit) bis zum letzten Rennen offen gehalten werden, egal ob Regelkonfrom oder nicht. Ansonsten: Schade, dass es die Sportwagen-WM der Prototypen nicht mehr gibt :-(
2.
Cholerix 16.01.2009
Zitat von Michael KaiRoDie Regeländerungen sehe ich weitgehendst positiv - diese dummen zigfachen Flaps sahen sowieso eher müllig aus. Hätte aber noch das "Umkleiden" der Rückspiegel wie es Ferrari jetzt getan hat, verboten - die waren wohl clever und fanden ne Lücke ;-) Die Kräfteverhältnisse dürften sich wohl eher marginal verschieben. Da bleibe ich Realist. Vor allem wünsche ich mir, dass mehr Entscheidungen auf der Rennstrecke fallen als am grünen Tisch. Aber das dürfte wohl Wunschdenken bleiben. Die Meisterschaft wird immer (nach Möglichkeit) bis zum letzten Rennen offen gehalten werden, egal ob Regelkonfrom oder nicht. Ansonsten: Schade, dass es die Sportwagen-WM der Prototypen nicht mehr gibt :-(
Dem würde ich mich nachdrücklich anschlieesen wollen ! Was die 2009er F1 anbelangt: Potthäääässlich. Bislang hatten Autorennen auch stets ein ästhetisches Element. Das Thema ist in der F1 nun aber durch. Bedingt durch die Regeländerungen ist da nun was entstanden, was noch grauenhafter aussieht als in den Vorjahren diese ganzen angepappten aerodynamischen Hilfkonstruktionen. Ich fürchte, das könnte mein verbliebenes Interesse an der F1 beenden. Ich hätte zudem eine Rückbesinnung auf die "Bastelstuben" früherer Jahre bevorzugt. Die Konzerne haben letztlich noch jede gute Motorsportserie mit Geld kaputtbekommen. Gerade auch Mercedes (u.a. FIA GT97 und Gruppe C)
3. Geld kaputt machen?
lynx2 16.01.2009
Zitat von CholerixDem würde ich mich nachdrücklich anschlieesen wollen ! Was die 2009er F1 anbelangt: Potthäääässlich. Bislang hatten Autorennen auch stets ein ästhetisches Element. Das Thema ist in der F1 nun aber durch. Bedingt durch die Regeländerungen ist da nun was entstanden, was noch grauenhafter aussieht als in den Vorjahren diese ganzen angepappten aerodynamischen Hilfkonstruktionen. Ich fürchte, das könnte mein verbliebenes Interesse an der F1 beenden. Ich hätte zudem eine Rückbesinnung auf die "Bastelstuben" früherer Jahre bevorzugt. Die Konzerne haben letztlich noch jede gute Motorsportserie mit Geld kaputtbekommen. Gerade auch Mercedes (u.a. FIA GT97 und Gruppe C)
Wieso? Mercedes hat's doch! Wenn Chrysler abschmiert müssen sie nochmals eine schlappe Mrd. nachschießen. Für F1 reicht es noch dicke. Das zeigt nur, daß die Autohersteller immer noch genügend Geld haben für diesen Firlefanz. Wo ist da eine Autokrise? Daimler kann über seine Autofinanzierungstochter ja eine 100 Mio oder mehr einsacken an Staatsknete und damit weiter auch F1 finanzieren. Ist doch schön!
4. .
myspace 16.01.2009
Einheitsreifen, keine Schlupfkontrolle mehr - diese Jahr kommt es wieder auf das fahrerische Können an. Plus: Durch die neuen Aerodynamikregeln wird der Abtrieb deutlich gesenkt, gut möglich, daß es wieder ein bißchen Action mit richtige Überholmanövern gibt.
5.
metbaer 17.01.2009
Ich bin gespannt, was die neuen Regeln bringen. Vielleicht schaue ich die Formel 1 dann auch wieder mit etwas mehr Freude... die letzten Jahre machte die NASCAR- Serie in den USA dann doch mehr Spaß. Warum? Weniger Aerodynamik, weniger Elektronik, weniger Schnickschnack und einfach mehr fahrerisches Können.
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