Formel 1: Kubica bei Unfall schwer verletzt

Die Formel 1 bangt um Renault-Pilot Robert Kubica: Der 26-jährige Pole war bei einer Rallye mit seinem Auto gegen eine Kirche geprallt. Lebensgefahr besteht nach Angaben seines Beraters nicht mehr, doch er hat schwere Knochenbrüche erlitten.

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dpa

Formel1-Pilot Kubica: Bei Rallye schwer verletzt

Hamburg - Der polnische Formel-1-Pilot Robert Kubica ist am Sonntagmorgen auf dem Weg zum Gaststart bei der Rallye "Ronde di Andora" in Italien schwer verunglückt. Der Renault-Pilot wurde mit einem Helikopter in ein Krankenhaus gebracht. Die Rennfahrer-Karriere des 26-Jährigen scheint beendet zu sein.

Sein Berater Stephane Samson sagte, Kubica sei mittlerweile außer Lebensgefahr. Er weise allerdings schwere Verletzungen auf. "Er hat sehr schwere Verletzungen an der rechten Hand und am rechten Bein." Der Pole erlitt zahlreiche Brüche und diverse innere Verletzungen. Ihm drohe die Amputation der rechten Hand, berichten italienische Medien. Die Ärzte versuchen dies jedoch noch zu vermeiden.

Der 26-Jährige war am Steuer seines Wagens in der Gemeinde San Lorenzo in der Nähe von Genua von der Straße abgekommen und gegen eine Kirchenmauer geprallt. Dabei bohrte sich die Leitplanke in das Auto. Sein Co-Pilot Jacub Gerber blieb unverletzt und war sofort aus dem Wrack geklettert, während Kubica befreit werden musste. "Ich bin okay", teilte Gruber auf seiner Facebook-Seite mit. Die Rallye mit 115 Fahrern wurde unterbrochen.

Kubica galt als Geheimtipp für die neue Saison

Rettungskräfte mussten den Polen aus dem Auto schneiden. Anschließend wurde er mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus Santa Corona nach di Pietra Ligure gebracht. Kubica sei die ganze Zeit bei Bewusstsein gewesen, hieß es.

Kubica hatte von Renault erstmals die Erlaubnis zu einem Rallye-Start in einem Auto eines anderen Herstellers bekommen.

Kubicas Team Lotus Renault bestätigte am Mittag, dass der Fahrer "bei hoher Geschwindigkeit einen Unfall" hatte und ins Krankenhaus gebracht wurde. Weiter will sich der Rennstall erst äußern, wenn "mehr über Roberts Zustand bekannt ist". Noch am vergangenen Donnerstag hatte Kubica in Valencia zum Abschluss der ersten Formel-1-Testfahrten des Jahres die Bestzeit gefahren. Er und Lotus Renault gelten als Geheimtipp für die kommende Weltmeisterschaft.

In der Formel 1 hatte der Pole 2007 einen der spektakulärsten Crashs überlebt. Beim Grand Prix von Kanada in Montréal war er im BMW-Sauber abgeflogen. Sein Auto wurde komplett zerstört, er blieb fast ohne Blessuren. Ein Jahr später holte er an gleicher Stätte seinen ersten und bisher einzigen Grand-Prix-Sieg.

Renault wird sich bis zum Saisonstart am 13. März in Bahrain einen Nachfolger suchen müssen. Als Kandidat gelten unter anderem die Deutschen Nick Heidfeld und Nico Hülkenberg.

aha/sid/dpa

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insgesamt 33 Beiträge
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1. Mist...
arne_zbl 06.02.2011
Alles Gute!
2. ...
m-pesch 06.02.2011
Sieht im Moment wohl nach Karriereende, zumindest in der Formel 1, aus auch wenn er seine linke Hand behält.
3. Heiliger.....
mr_supersonic 06.02.2011
Laut motorsport-total.com gibt es um 14 Uhr eine offizielle Pressemitteilung der Ärzte. Der Skoda soll wohl auf der Fahrerseite gegen eine Kirche geprallt sein. Zu den inneren Verletzungen und dem Oberschenkelbruch soll seine linke Hand zertrümmert sein. Ich hoffe nur, dass die Ärzte dort die modernsten Techniken haben. Robert, du schaffst das! Ich drücke Dir die Daumen für eine gute Heilung!
4. Gute Genesung!
Nerix 06.02.2011
Zunächst einmal ist ihm eine gute Genesung zu wünschen, hoffentlich wird seine zukünftige Karriere nicht allzu sehr davon beeinflusst sein (insbesondere das mit der Hand hört sich nicht gut an). Ansonsten sieht man daran mal wieder, dass Rallye deutlich gefährlicher als die Formel 1 ist - keine Auslaufzonen, mit sehr hohen Geschwindigkeiten wenige Centimeter an massiven Felswänden, Bäumen etc. vorbei. Ein Wunder, dass dort nicht häufiger etwas gravierendes passiert. Fahrerisch in meinen Augen auch anspruchsvoller als die F1, zumindest müssen die Fahrer dort mutiger sein. Die nächste Saison wird er also allem Anschein nach ausfallen - evtl. eine Möglichkeit für Heidfeld sich doch noch in der F1 zu halten, auch wenn er sich natürlich andere Umstände erhofft hätte.
5. Selber Schuld
Haarspalter 06.02.2011
Zitat von sysopRenault-Pilot Robert Kubica schwebt nach einem Verkehrsunfall offenbar in Lebensgefahr. Der 26-jährige Pole war bei einer Rallye mit seinem Auto gegen eine Mauer geprallt.*Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist derzeit noch unklar.* http://www.spiegel.de/sport/formel1/0,1518,743822,00.html
Wer Rennen fährt sollte sich auf ein Renntyp konzentrieren. Rally und Formel 1 unterscheidet sich eben und da das entsprechend trainierte Reflexe verlangt, kann ich mir nicht vorstellen, daß ein Rennfahrer beides gleich gut beherrscht und einfach so umschalten kann.
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