Großer Preis von Spanien: Maldonado feiert ersten Sieg der Karriere

Pastor Maldonado hat den Großen Preis von Spanien gewonnen. Der Venezolaner raste in seinem Williams vor Ferrari-Pilot Fernando Alonso und Kimi Räikkönen im Lotus ins Ziel. Weltmeister Sebastian Vettel enttäuschte, Michael Schumacher schied nach einer umstrittenen Aktion aus.

Großer Preis von Spanien: Maldonado überrascht, Schumacher patzt Fotos
DPA

Hamburg - "Very good drive", schallte es durch den Boxenfunk. Viel mehr war an diesem Sonntagnachmittag in Barcelona zunächst nicht vom Formel-1-Team Williams zu hören. Dabei war kurz zuvor Pastor Maldonado als Erster über die Ziellinie gerast. Der Triumph des Venezolaners beim Großen Preis von Spanien war der erste für den Rennstall seit acht Jahren - und der erste für Maldonado überhaupt. "Es hat seit unserem letzten Sieg viel zu lange gedauert, aber wir alle haben nie aufgehört, daran zu glauben", sagte Teamchef Frank Williams.

Nach 66 Runden hatte der 27-Jährige Fernando Alonso (Ferrari) und Kimi Räikkönen (Lotus) auf die Plätze zwei und drei verwiesen. Auf dem Podium schrie Maldonado dann seine Freude heraus. Dieses Wochenende in Spanien wird ihm für immer im Gedächtnis bleiben. Nach zuvor nur fünf Punkten in der Formel 1 hatte er am Samstag bereits die erste Pole-Position seiner Karriere geholt. "Mein erstes Podium, mein erster Sieg. Jeder kann sich vorstellen, wie ich mich jetzt fühle", sagte Maldonado.

Dabei hatte er den Start gegen Alonso noch verloren. Der Spanier zog im Ferrari noch vor der ersten Kurve davon und schien seinem zweiten Saisonsieg entgegenzufahren. Die Wende kam in der 27. Runde, als Ferrari seinen Top-Fahrer zu spät in die Box holte - und Maldonado wieder vorbeiziehen konnte.

Weit weniger glücklich verlief das Rennen für Michael Schumacher. Ganze zwei Punkte hatte der Rekordweltmeister bis dahin nur geholt. In Spanien sollte kein weiterer hinzukommen. In der 13. Runde kollidierte der Mercedes-Pilot am Ende der Start-Ziel-Gerade mit Maldonados Teamkollege Bruno Senna. Für den Deutschen war es bereits der dritte Ausfall im fünften Saisonrennen.

Frust bei Schumacher

"Das ist extrem frustrierend", sagte Schumacher nach seinem Aus in der Boxengasse und kritisierte Senna. "Er zieht mir links vors Auto, ich versuche ihm auszuweichen und knalle in ihn rein. Er fährt mir auf eine Art und Weise vors Auto, die inakzeptabel ist." Beim Studium der Videobilder musste allerdings auch der Deutsche einräumen: "Man muss schon genau hinschauen, um zu erkennen, was ich hier zu erklären versuche."

Auch für Weltmeister Sebastian Vettel lief es in Barcelona enttäuschend. Nach insgesamt drei Boxenstopps reichte es nur zu Platz sechs. Der 24-Jährige wurde indirektes Opfer der Kollision zwischen Schumacher und Senna. Unmittelbar hinter den beiden Kontrahenten soll Vettel bei den geschwenkten gelben Flaggen nach Meinung der Rennkommissare nicht genügend vom Gas gegangen sein.

Vettel kassierte in der 29. Runde genau wie Ferrari-Pilot Felipe Massa eine Durchfahrtsstrafe. In der 42. Runde musste der Deutsche dann nochmals unplanmäßig an die Box, weil er einen neuen Frontflügel brauchte. Besser kam Mercedes-Pilot Nico Rosberg durch, der das Rennen auf Platz sieben beendete, vier Ränge vor Nico Hülkenberg (Force India). Timo Glock steuerte seinen Marussia auf Platz 18.

McLaren-Pilot Lewis Hamilton, der seine Pole-Position nachträglich an Maldonado verloren hatte und vom letzten Platz starten musste, schaffte es in Spanien noch auf Rang acht. Der Brite erlebte in der 15. Runde einen kleinen Schock. Beim ersten Boxenstopp war er bereits mit neuen Reifen versorgt, als er beim Losfahren einen Schlagschrauber überrollte und zunächst glaubte, er habe den Fuß eines Mechanikers erwischt.

Für Triumphator Maldonado war das alles nebensächlich. Während seine Teamkollegen unter ihm frenetisch jubelten, genoss der frühere GP2-Fahrer seinen ersten Siegerchampagner in der Formel 1. In der Fahrerwertung liegt der Südamerikaner mit nun 29 Punkten auf Rang neun.

chp/dpa/sid

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insgesamt 29 Beiträge
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1.
rolandjulius 13.05.2012
Herzlichster Glueckwunsch Pastor. Ein fantastisches Geschenk fuer die alle Muetter in Venezuela
2.
crocodil 13.05.2012
..wie ich schon einige Male schrieb, M.Schumacher gehört doch aufs Altenteil. Aber halt, er ist ja so clever, um noch ein paar Milliönchen mitzunehmen. Ausserdem ja kostenlose Auslandsreisen, Spitzenhotels, Mercedes McLaren als Dienstwagen und und.. Er riskiert doch nichts mehr, weil er weiss, dass es sowie nichts mehr bringt.
3. optional
rolandjulius 13.05.2012
Herzlichsten Glueckwunsch Pastor. Ein schoenes Geschenk fuer alle Muetter in Venezuela
4.
vask 13.05.2012
Man muss genau hinsehen, um zu sehen, was er zu erklären versucht? Ich würde sagen, man muss erst einmal ordentlich bechern, um seiner Erklärung da folgen zu können. Schon arm, wenn ein ehemals so großer Fahrer seine Fehler nicht eingestehen kann.
5. Zirkus Maximus
blödföhn 13.05.2012
Bei ca. 1 Millionen Verkehrstoten pro Jahr gibt es natürlich ordentlich was zu feiern und das sind ja nur die, die an den unmittelbaren Crash folgen das zeitliche Segnen. Sagenhafte Errungenschaft des Erdölzeitalters und jetzt starte ich einen offenen Brief wo dann Bitte mindestens 1500 gutbetuchte Prominente unterzeichnen dürfen, die noch ein wenig Empörung für Ihr Image brauchen.
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1 18.03. Australien (Melbourne)
2 25.03. Malaysia (Sepang)
3 15.04. China (Shanghai)
4 22.04. Bahrain (Sachir)
5 13.05. Spanien (Barcelona)
6 27.05. Monaco (Monte Carlo)
7 10.06. Kanada (Montreal)
8 24.06. Europa (Valencia)
9 08.07. Großbritannien (Silverstone)
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14 23.09. Singapur (Singapur)
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16 14.10. Südkorea (Yeongam)
17 28.10. Indien (Neu Delhi)
18 04.11. Abu Dhabi (Abu Dhabi)
19 18.11. USA (Austin)
20 25.11. Brasilien (São Paulo)